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Robert-Koch-Straße: Stadt wird wohl verkaufen

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Die Stadt wird wohl zwei Wohnblöcke (die Hausnummer 2, 4, 6 und 8) in der Robert-Koch-Straße verkaufen
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Töging - Zwei Wohnblöcke in der Robert-Koch-Straße müssen saniert werden. Der Stadtrat ist sich uneinig, ob dies die Stadt oder ein privater Investor übernehmen soll.

Die Hausnummern 2, 4, 6 und 8 in der Robert-Koch-Straße in Töging - zwei Wohnblöcke mit insgesamt 20 Wohnungen - sind sanierungsbedürftig: Geheizt wird im Moment mit Öl- oder Holzofen, das warme Wasser kommt nicht aus der Leitung, sondern aus einem Boiler, und die Außenfassade ist auch wenig ansprechend. Dass etwas getan werden muss, ist nicht umstritten. Die Stadträte sind sich aber uneinig, wer die Sanierung stemmen sollte.

Einen ausführlichen Bericht zum Verkauf lesen Sie hier!

Aktuell befinden sich die Gebäude im Besitz der Stadt, ein Privatmann aus Töging würde sie gerne kaufen. In der Stadtratssitzung am Donnerstagabend soll eine Entscheidung getroffen werden - allerdings im nichtöffentlichen Teil, weil über den Kaufpreis nicht öffentlich gesprochen werden darf. Im öffentlichen Teil der Sitzung haben die Stadträte aber allgemein über einen Verkauf debattiert. Dabei zeichnete sich ab, dass wohl eine Mehrheit für einen Verkauf stimmen wird.

"Wir denken von da bis zum Geld"

Kritik an einem möglichen Verkauf kam aus den Reihen der SPD. Der Dritte Bürgermeister Günter Zellner kritisierte, dass man eines der zentralsten Objekte in der Stadt verkaufe und danach 95 Prozent der Immobilien verkauft seien. Dabei gehe es um die Frage: "Was kann ich zukünftig in der Stadt entwickeln?" Zellner brachte exemplarisch ein Fernwärmenetz und altersgerechtes Wohnen ins Spiel. "Wir denken von da bis zum Geld und verkaufen", kritisierte Zellner. SPD-Fraktionssprecher Werner Noske argumentierte ähnlich. "Wir vergeben als Stadt eine Chance", so Noske, der sich in der Töging Wohnungen für Studenten vorstellen kann.

Investor besser geeignet als die Stadt?

Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst (CSU) vertrat dagegen die Meinung, dass ein privater Investor für Sanierung und Vermietung besser geeignet ist als die Stadt. Zudem sprach Windhorst von einem "wirtschaftlich sehr guten Angebot" des Investors. Für CSU-Fraktionssprecher Christoph Joachimbauer ist es schlicht "zweitrangig", wer die Sanierung übernimmt - Hauptsache, man tut es. "In solchen Wohnungen sollte eigentlich keiner wohnen", so Joachimbauer.

FW-Fraktionssprecher Sepp Neuberger verwies auf die Sanierungskosten, die auf die Stadt zukommen würden. Eine gründliche Sanierung durch eine Fachfirma koste pro Wohnung eine fünfstellige Summe, so Neuberger. "Da brauche ich zehn oder 15 Jahre, bis ich die Sanierungskosten reinbekomme."

Mieten würden nur für Neumieter steigen

Derzeit sind zwölf der 20 Wohnungen belegt. Wie vor der Stadtratsdebatte erläutert wurde, müssen die aktuellen Mieter auch nach einer Sanierung keine höhere Miete zahlen. Lediglich für neue Mieter würde der Preis steigen. Außerdem werden in den bewohnten Wohnungen nur solche Sanierungen durchgeführt, denen der Mieter zustimmt. Eine Luxussanierung ist nicht geplant. Neben optischen Verbesserungen (wie einem neuen Anstrich) soll eine Zentralheizung eingebaut und die Bäder renoviert werden.

Auch wenn die Abstimmung über den Verkauf unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, darf die Stadt das Ergebnis im Nachgang bekanntgeben.

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