Nach der Verkeimung des Trinkwassers 2016

Schadenersatzklage: Töging will 120.000 Euro vom Ingenieurbüro

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Archiv: Der südliche Tiefbehälter ging in Betrieb (von links: Bernd Lehner vom Bauamt, Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst und Wassermeister Christian Kammerbauer)
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Töging am Inn – Die Stadt wird vor dem Landgericht Traunstein Schadenersatzklage gegen das Ingenieurbüro erheben, welches die Erweiterung des Tiefbehälters geplant hatte. Das hat der Stadtrat auf seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig beschlossen. Die Schadenssumme beläuft sich auf 120.000 Euro

Im Sommer 2016 gab es im Tiefbehälter eine Verkeimung des Trinkwassers. Der Druckkessel sowie das gesamte Leitungsnetz mussten gechlort werden. Ein undichtes Lüftungssystem ist schuld und damit das Ingenieurbüro, welches die Anlage geplant hatte. Das sagt sogar ein von der Versicherung der Planer angestrengtes Gutachten. Darin heißt es, dass „von einem auf die unzureichenden Abdichtungen der Wanddurchführungen zurückzuführenden Schaden auszugehen ist“. Zahlen will die Versicherung aber nicht.

„Ich hätte mir gewünscht, dass die Versicherung auf uns zukommt“ (Tobias Windhorst)

Im Verlauf der entsprechenden Maßnahmen gegen die Verkeimung sind enorme Kosten entstanden:

  • Für die bauliche Schadensbeseitigung: rund 26.000 Euro
  • Für den Beprobungen des Trinkwassers: rund 60.000 Euro
  • Für die vom Wasserwerk erbrachten Eigenleistungen: rund 34.000 Euro

Insgesamt beläuft sich der entstandene Schaden auf rund 120.000 Euro.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Versicherung auf uns zukommt“, sagte der Erste Bürgermeister Tobias Windhorst auf der Stadtratssitzung am Donnerstagabend dazu. Die Versicherung lehnt aber eine Schadensregulierung in Gänze ab. So bliebe der Stadt auch auf Rat eines Fachanwalts für Baurecht hin keine andere Möglichkeit, als zu klagen.

Klageerhebung gegen das Ingenieurbüro

Der Anspruchsgegner ist das Ingenieurbüro und nicht die Versicherung. Auch das für die Lüftungsanlage eigentlich eingeschaltete Planungsbüro scheidet als Antragsgegner aus. Der gelernte Jurist Windhorst erklärte, dass sich bei dem Planungsbüro um einen Subunternehmer des eigentlichen Vertragspartners der Stadt, dem Ingenieurbüro handle und damit juristisch erst einmal keine Rolle spiele. Eine Deckungszusage der städtischen Rechtsschutzversicherung für diese Klage vor dem Landgericht Traunstein liege bereits vor.

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