Sohn tötet Vater am Donnerstag in Reischach

Polizei: "Keinerlei Zweifel, dass Bastian L. die Tat begangen hat"

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In diesem Haus soll Bastian L. das schlimme Verbrechen begangen haben.
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Reischach - Was ist am Donnerstagmorgen, 20. Juni, in der 3000-Seelen-Gemeinde Reischach im Landkreis Altötting passiert? Der schlimme Verdacht: Bastian L. (26) soll seinen Vater gewaltsam getötet und auch seine Mutter angegriffen haben. Anschließend floh der junge Mann vom Tatort. Jetzt hat sich die Polizei geäußert. *NEU: Fotos*

UPDATE, 14.35 Uhr - Fotos aus Reischach

Familiendrama in Reischach: Sohn tötet Vater

UPDATE, 11.50 Uhr - Bastian L. kommt in Fachklinik

Jetzt steht fest: Bastian L. wurde im Krankenhaus, in dem er wegen seiner Verletzungen am Donnerstag stationär aufgenommen worden war, inzwischen entsprechend ärztlich begutachtet. Danach hat die zuständige Staatsanwaltschaft in Traunstein wegen "psychischer Auffälligkeiten", so Polizeisprecher Stefan Sonntag im Gespräch mit innsalzach24.de, die Unterbringung in einer geschlossenen Abteilung einer entsprechenden Fachklinik beantragt.

Zum Tatablauf und zur Tatwaffe konnte Sonntag auch am Freitagmittag noch nichts Konkretes sagen. Dabei handelt es sich laut dem Sprecher "um Täterwissen". Dieses kann zum jetzigen Zeitpunkt aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgegeben werden. Hier würden die Untersuchungen noch entsprechend andauern. "Für die Staatsanwaltschaft und die Kripo bestehen zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keinerlei Zweifel, dass der 26-jährige Mann die Tat begangen hat", so Sonntag.

Die Erstmeldung:

Die Leiche des 64-Jährigen war gegen 5.30 Uhr in einem Haus aufgefunden worden. Die Polizei leitete daraufhin eine Großfahndung ein, bei der auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam. Im Rahmen dieser Suche konnte der mutmaßliche Täter wenig später in einem Waldstück gefasst werden. Er hat sich laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd selbst "erhebliche Verletzungen" zugefügt und kam in ein Krankenhaus, wo er seither rund um die Uhr bewacht wird. An seiner Täterschaft scheint es zum jetzigen Zeitpunkt der Ermittlungen kaum Zweifel zu geben.

Das Haus, in dem der Tote in Reischach gefunden wurde.

Polizeisprecher Stefan Sonntag sprach am Freitagmorgen gegenüber innsalzach24.de sogar von "schweren Verletzungen" bei dem 26-Jährigen. Unklar ist, wie er sich diese genau zugefügt hat und ob er aufgrund seiner Verletzungen bereits von der Kriminalpolizei vernommen werden konnte. Die zuständige Staatsanwaltschaft will laut Sonntag "am Freitag oder in den nächsten Tagen entscheiden, ob der Mann in Untersuchungshaft kommt oder in eine geschlossene Anstalt eingewiesen wird". 

Die Mutter des mutmaßlichen Täters und Ehefrau des Getöteten hatte die Attacke mit leichten Verletzungen überstanden. Sie konnte laut dem Polizeisprecher bereits befragt werden. Zu den Inhalten der Aussage wollte die Polizei am Freitagmorgen jedoch keine Angaben machen.

Motiv und Tatwaffe derzeit unbekannt

Auch das Motiv für die Tat ist derzeit noch völlig unklar. "Dazu können wir derzeit noch nicht sagen", erklärte Sonntag gegenüber innsalzach24.de. Die Passauer Neue Presse (PNP) wollte bereits am Donnerstag erfahren haben, dass es in der Familie in der jüngeren Vergangenheit zuletzt öfters Streit gegeben haben soll. Möglicherweise liegt das Motiv aber eher im unmittelbaren persönlichen Bereich des mutmaßlichen Täters.

Zudem ist der genaue Tatablauf derzeit unbekannt. Die Beamten sprachen in ihrer Pressemeldung lediglich von einem "vollendeten Tötungsdelikt". Ob es nun also Mord oder Totschlag war, müssen die weiteren Erhebungen zeigen. "Da geht es um juristische Feinheiten", so Sonntag, der zudem klarstellte, das sich solche Details oftmals erst im Laufe der Ermittlungen klären würden.

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