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Isar Aerospace erhält bis auf weiteres Freigabe unter Auflagen

Betreiber äußert sich zu Raketen-Tests in Reischach: „Ein bisschen rauchen wird es schon“

Isar Aerospace
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Der Raketenbauer Isar Aerospace hat bei Investoren weitere 75 Millionen Euro eingesammelt und sieht damit „den ersten Start einer deutschen Trägerrakete“ gesichert. Foto: -/Isar Aerospace/dpa
  • VonRoland Kroiss
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Obwohl „echte“ Trägerraketen von Isar Aerospace in Schweden und Norwegen starten, wird auch auf einem ehemaligen Bauernhof bei Reischach getestet - einige Anwohner stört die Lärmbelästigung - neue Auflagen sollen Geräusche minimieren

Reischach - Folgende Befürchtung ist unbegründet: Es wird kein zweites Cape Canaveral in Reischach errichtet, eine Raumstation, auf der gigantische Raketen wie die „Discovery“ in den Weltraum starten. Bei Isar Aerospace ist alles ein bisschen kleiner als bei der U.S. Airforce. Und die echten Tests mit Abschlussrampen in die Stratosphäre werden in quasi menschenleeren Regionen in Schweden und Norwegen durchgeführt.

Das bayerische Weltraum-Startup in Bildern:

TU-Studenten mischen europäischen Satelliten-Markt auf - In Reischach werden Komponenten getestet

Teststandort in Reischach auf dem Gelände eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens
Teststandort in Reischach auf dem Gelände eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens. © Isar Aerospace
Haupt-Teststandort des Unternehmens ist in Kiruna, Schweden.
Haupt-Teststandort des Unternehmens ist in Kiruna, Schweden. © Isar Aerospace
Mitarbeiter von Isar Aerospace in der Produktion. Die Porsche SE engagiert sich seit kurzem als Investor. 140 Millionen Euro steuert sie der Unternehmung bei.
Mitarbeiter von Isar Aerospace in der Produktion. Die Porsche SE engagiert sich seit kurzem als Investor. 140 Millionen Euro steuert sie der Unternehmung bei. © Isar Aerospace
Fertigungsstandort in Ottobrunn bei München.
Fertigungsstandort in Ottobrunn bei München. © Isar Aerospace
Ausgangspunkt TU München: Die Firmen-Gründer Markus Brandl, Daniel Metzler und Josef Fleischmann.
Firmen-Gründer Markus Brandl, Daniel Metzler und Josef Fleischmann (v.l.). © Isar Aerospace

Dennoch geht es prinzipiell um das Gleiche wie bei der „Discovery“. Kleine Trägerraketen bringen Satelliten in die Erdumlaufbahn, „von denen es immer mehr gibt, weil damit immer mehr Prozesse auf der Erde gesteuert und überwacht werden“, so eine Sprecherin von Isar Aerospace. Die Anzahl der Flüge dieses Start-Ups von Mitarbeitern der TU München ist deutlich höher als die größerer Träger-Raketensysteme, wie Ariane. Darin liegt das Erfolgsgeheimnis von Isar Aerospace. Man sieht großes Potenzial auf dem Weltmarkt für Satelliten. Hauptsitz des Unternehmens ist Ottobrunn bei München, doch getestet wird in Reischach.

Landratsamt-Sprecher sieht Weltraum-Firma nüchtern

Pressesprecher Dr. Robert Müller vom Landratsamt Altötting sieht die dortige Präsenz der Weltraum-Firma weitgehend emotionslos: „Der Landkreis Altötting ist mit seinen Organen lediglich für Genehmigungsverfahren zum Betrieb der Anlage zuständig.“ Ein regionales Interesse an Gewerbesteuern gebe es von Seiten des Landkreises nicht. Theoretisch kommen dafür München-Ottobrunn (als Hauptsitz von Isar Aerospace) sowie die Gemeinde Reischach in Frage. Laut dem Unternehmen selbst werden aktuell gar keine gezahlt: „Isar Aerospace zahlt überall, wo das Unternehmen tätig ist, sämtliche dort jeweils zu entrichtenden Steuern und Abgaben, darunter grundsätzlich auch Gewerbesteuer. Derzeit investiert Isar Aerospace sämtliche Einnahmen in die weitere Entwicklung seiner Produkte, so dass keine Gewinne anfallen – und damit auch keine Gewerbesteuer.“

Die Rechtmäßigkeit der Tests bestätigt die Sprecherin von Isar Aerospace auf Nachfrage von Innsalzach24.de: „Nach eingehender Prüfung hat das Landratsamt Altötting Isar Aerospace am 27. September 2021 die schriftliche Genehmigung für den dauerhaften Betrieb des Test-Prüfstands am Standort Reischach erteilt. Damit haben wir die Bestätigung erhalten, dass wir alle Anforderungen an den Testbetrieb erfüllen und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben handeln. Wir halten weiterhin alle gesetzlichen Grenzwerte ein, diese werden sogar deutlich unterschritten. Zudem gehen unsere Schutzmaßnahmen, die wir laufend prüfen und weiterentwickeln, schon heute deutlich darüber hinaus.“

Zur Vorgeschichte: Raketentests bei Reischach - Betriebserlaubnis wurde verlängert

Angeblich wurde der Bescheid wurde „unserer Kenntnis nach vom Landratsamt an die angrenzenden Anwohner und die Gemeinde Reischach versendet. Wir haben ein großes Interesse an einem Austausch mit der Nachbarschaft an unseren Standorten, natürlich auch in Reischach. Daher werden wir im Oktober mit der Gemeinde Reischach und den Anwohnern im Rahmen eines persönlichen Treffens in den Dialog treten, um die Rahmenbedingungen der Genehmigung zu erörtern und mögliche offene Fragen zu besprechen“, so die Sprecherin weiter.

Die Bedenken der Anwohner versteht Isar Aerospace, möchte aber „immer den Dialog mit ihnen suchen und mit Hilfe von Schallschutzwänden und Schalldämpfern alles Mögliche tun, um die Geräuschentwicklung zu minimieren“, so die Sprecherin von Isar Aerospace.

Ganz spurlos geht die Sache auf dem Gelände eines landwirtschaftichen Anwesens in Kohlberg an den Reischachern nicht vorbei: „Ein bisschen rauchen wird es schon“, so die Sprecherin.

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