Jagdverband äußert sich nach Vorfall in Reischach

Gibt es eine Wildschwein-Problematik in der Region?

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Jagdverbands-Pressesprecherin Dr. Gertrud Helm: "Im Südosten Bayerns gibt es kein Schwarzwildproblem."
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Reischach/Oberbayern - Anfang des Monats kam es zu einem Zwischenfall mit einem Wildschwein in der Gemeinde im Kreis Altötting. Doch gibt es in unserer Region, wie das teils in Bayern der Fall ist, ein Wildschwein-Problem?

Anfang April wurde der Fahrer eines Milchsammelfahrzeuges bei Werkstetten von einem Wildschwein angegriffen, , als er sein Führerhaus gerade verlassen hatte. Er musste einige Male gegen den Kopf des Tieres treten, um es von sich los zu reißen. Kreisjagdberater Alfred Hammerl erklärte damals gegenüber dem Alt-Neuöttinger Anzeiger:"Es sei allerdings gerade zu dieser Jahreszeit denkbar, dass es sich um eine Muttersau gehandelt hat, die den Fahrer als Bedrohung ansah und ihren Frischkessel (Frischlinge) verteidigen wollte".

Immer wieder einmal liest man von Attacken von Wildschweinen und dass diese sich in manchen Teilen Bayerns rasant und übermäßig ausbreiten. Beispielsweise im nahen Landkreis Ebersberg klagen Jagdexperten darüber, wie unser Partnerportal merkur.de berichtete. Doch der Bayerische Jagdverband kann für die Region Entwarnung geben.

Jagdverband: Kein Schwarzwildproblem

"Generell kann man Wildschweine nicht zählen. Auskunft, ob es in einem Landkreis viele oder nicht so viele Wildschweine gibt, erhält man nur über die so genannte Streckenliste", erläutert Jagdverbands-Pressesprecherin Dr. Gertrud Helm. "Die Jäger müssen am Ende des Jagdjahres, dem 31. März eines Jahres, in eine Liste eintragen, wie viele Wildschweine sie erlegt haben und diese dann an die Untere Jagdbehörde im Landratsamt schicken." 

Derzeit liege nur die letzte Streckenliste aus dem Jagdjahr 2017/18 vor. "Nach der offiziellen amtlichen Streckenliste 2017/18 liegt die Zahl der Wildschweine in den Landkreisen Altötting, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein zwischen 1 und 50 Tiere pro Jahr. Das heißt, in diesen Landkreisen wurden 1 bis 50 Wildschweine geschossen." Für den Landkreis Berchtesgadener Land würden keine Zahlen vorliegen, da dort keine Wildschweine erlegt wurden.

"Im Südosten Bayerns gibt es also kein Schwarzwildproblem. Das zeigt der bayernweite Vergleich", schließt Helm. "Im Landkreis Eichstätt beispielsweise wurden rund 3.000 Schweine in einem Jahr geschossen, in den unterfränkischen Landkreisen in der Rhön oder im Spessart, der klassischen Wildschweinregion, werden jährlich 5.000 Wildsauen geschossen. Hohe Abschüsse von 1.000 bis 3.000 Stück gibt es auch in Teilen der Oberpfalz und in Mittelfranken."

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