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Lärmschutz für Anwohner von Raketentests in Reischach und A94: Die Debatten ähneln sich

„Jaja die Bauern ...“ - „Solangs oan selber ned betrifft kann ma leicht dumm daher reden“

Ob nahe einer Autobahn oder einer Raketentestanlage wie in Reischach: Wer in den baurechtlichen „Außenbereich“ zieht, etwa auf einen ehemaligen Bauernhof, muss mit anderen Werten beim Lärmschutz rechnen.
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Ob nahe einer Autobahn oder einer Raketentestanlage wie in Reischach: Wer in den baurechtlichen „Außenbereich“ zieht, etwa auf einen ehemaligen Bauernhof, muss mit anderen Werten beim Lärmschutz rechnen.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Anwohner auf einem (ehemaligen) Bauernhof, die besseren Lärmschutz einfordern. Die entsprechenden Fälle von Anliegern der A94 und einer Raketentest-Anlage in Reischach ähneln sich. Und auch, wie die innsalzach24.de-Leser darüber diskutieren.

Reischach - „Ich bin kein Fan von Leuten die aufs Land rauskommen und meinen, dort müsste es so still sein, dass man das Gras wachsen hört. Aber diese Anlage hat auf einem Bauernhof nichts zu suchen. Der einzige Grund dafür ist das billige Grundstück von der Verwandtschaft. Sowas gehört in ein Industriegebiet, wo die Infrastruktur für mögliche Gefahrenabwehr vorhanden ist. Da sind die Pachten für Grundstücke aber erheblich teurerer. Warum das Landratsamt überhaupt darüber nachdenkt, ist mir ein Rätsel. OMV oder Wacker würden ja auch nicht auf die Idee kommen, in Perach oder Stammham eine Industrieanlage zu bauen. Dafür haben wir ja Industriegebiete“, bemerkt Buz O. unter dem Facebook-Post von innsalzach24.de. „Dazu kommt noch die Uhrzeit, wann die Tests stattfinden. Oft abends bis 21 Uhr, wo sind hier die Tierschützer? Ich denke nicht dass das für die Wildtiere in den angrenzenden Wäldern förderlich ist, meine Weidetiere werden dadurch auch regelmäßig aufgeschreckt“, stimmt ihm Simon K. zu.

Lärmschutz für Anwohner von Raketentests in Reischach und A94-Anwohner: Die Debatten ähneln sich

Aktuell läuft eine Untersuchung des Landratsamts Altötting zur Frage, ob die Genehmigung für Tests von Raketenkomponenten durch die Firma Isar Aerospace in Reischach verlängert wird. Dabei geht es vor allem um den Lärmschutz für Anwohner in diesem Gebiet. Diese beklagen eine unverhältnismäßige Belastung durch die Tests. „Ja, der Lärm bleibt meist innerhalb des Erlaubten. Aber es ist eine regelrechte ‚Lärmwolke‘, in der man sich auf einmal befindet und das quasi aus dem Nichts“, berichtete Bernhard Oberhauser, einer der Betroffenen gegenüber innsalzach24.de. Vor zehn Jahren hatte er einen ehemaligen Bauernhof am Rande der Gemeinde erworben und in der jüngsten Zeit für einiges an Geld die Remise zu Therapieräumen umgebaut. Doch bis das Ergebnis der Prüfung durch das Landratsamt vorliegt, ist sein Therapiebetrieb erstmal in Zwangspause.

Ein entscheidendes Kriterium bei der Bewertung der Lärmbelastung für Anwohner durch die Behörde dürfte sein, dass sich das betroffene Gebiet im baurechtlichen „Außenbereich“ befindet. Das bedeutet, dass andere Grenzwerte beim Lärmschutz gelten, wie ein Fachmann des Landratsamts Altötting kürzlich gegenüber innsalzach24.de erläuterte. Damit sind die Betroffenen in Reischach nicht alleine, ähnlich geht es auch Anwohnern der A94. Auch die Diskussion in unserer Leserschaft zur Lärmbelastung ähnelt sich bei beiden Themen. In der Diskussion auf Facebook schreibt entsprechend auch „Richter Vollstrecker“: „Ja ja die Bauern. Corona schlecht. A94 schlecht. Raketentests schlecht. ALLES schlecht.“

Gespaltenes Meinungsbild zu Lärmschutz-Ansprüchen

Dafür erntet er allerdings einiges an Gegenwind: „Solangs oan selber ned betrifft kann ma leicht dumm daher reden“, kritisiert Simon K.. „Man braucht ja keine Bauern. Man hat ja den Lidl, Aldi und Netto ge?“, schreibt auch Christoph A.. „Was sollen eigentlich die armen Schweine sagen die in der Nähe vom Schlachthof in Waldkraiburg wohnen? War gestern bei der BayWa. Der Gestank ist wirklich unerträglich“, entgegnet „Richter Vollstrecker“. „Die Anwohner an der B12 und in Hohenlinden hat auch die letzten 40 Jahre keiner gefragt!“, argumentierte in der Diskussion um mehr Lärmschutz für Anwohner der A94 Sabine V.. „Jeder, der die A94 gefahren ist, weiß, wie weit die Anwesen oder Höfe von der Autobahn weg sind. Und damit, dass dies Jammern auf hohem Niveau ist!“, schrieb damals ein anderer User.

Bei Abstimmungen zu beiden Themen auf innsalzach24.de zeichnete sich dagegen ein unterschiedliches Bild ab. Im Fall der Anwohner der A94 gaben mit 555 Stimmen oder 62,22 Prozent die Mehrheit der Befragten an, sie würden keinen Bedarf für Nachbesserungen beim Lärmschutz sehen. Dagegen im Reischacher Fall bekundeten mit 1766 Stimmen oder 57 Prozent der Befragten (Stand Montagvormittag, 6. September), die Mehrheit Verständnis für den Unmut der Anwohner.

hs

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