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„Kitchen Impossible“ beim Huberwirt in Pleiskirchen

Sternekoch über Tim Mälzer: „Ein Pfundskerl. Aber die rote Soße war eine mittlere Katastrophe“

Björn Swanson (unten links) und Tim Mälzer waren zu Gast bei Alexander und Sandra Huber (rechts oben) in Pleiskirchen.
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Björn Swanson (unten links) und Tim Mälzer waren zu Gast bei Alexander und Sandra Huber (rechts oben) in Pleiskirchen.

Fernseh-Koch Tim Mälzer gastierte mit seinem TV-Format „Kitchen Impossible“ beim hochdekorierten Huberwirt in Pleiskirchen. Die Sendung wurde am Sonntag Abend (6. Februar) bei Vox ausgestrahlt. Es geht darum, ein vorgesetztes Gericht nachzukochen. Als Mälzer mit Ketchup und Mayonnaise herum fuhrwerkte, verdrehte Sternekoch Alexander Huber die Augen. Spaß hatten alle auf jeden Fall.

Pleiskirchen - Bei „Kitchen Impossible“ ist Kochen auch Spektakel und Spaß: Genau das bekamen die TV-Zuschauer bei der Sendung am Sonntag Abend vorgesetzt. Der Pleiskirchener Sternekoch Alexander Huber machte die Gaudi mit und musste bei den unkonventionellen Kochmethoden von Mälzer mehrere Augen zudrücken.

Reaktionen über Social Media und Telefon nach der Sendung am 6. Februar

Im Laufe des Sonntags und während der ganzen Woche - „Kitchen Impossible“ lief schon vorher bei RTL+ in der Mediathek von 31. Januar bis 4. Februar - bekam er eine „riesige Rückmeldung über Social Media sowie Anrufe von Freunden und anderen Köchen“, beschreibt Huber das Feedback zur Sendung.

Die ganze Aktion habe er „sehr gerne mitgemacht“ und alles sei „super professionell abgelaufen“.

Der Hamburger Fernsehkoch Tim Mälzer führt bei der laut Vox „härtesten Koch-Challenge der Welt“ (Kitchen Impossible) gerne verrückte Sachen auf. Das Sprüche-Feuerwerk ist immer mit dabei. „Die Soße ist eine mittlere Katastrophe“, musste Alexander Huber dann zum Schluss urteilen - mit einem dicken Augenzwinkern.

Tim Mälzer hat die Tücken des bayerischen Waldes unterschätzt. bei „Kitchen Impossible“ setzt er ein Forstfahrzeug an den Baum.

Was viele TV-Zuschauern nicht wussten: die Sendung vom 6. Februar 2022 war schon ein Jahr vorher - im Februar 2021 - produziert worden. Bei den Dreharbeiten in Oberbayern kam es zu einem kuriosen Unfall, bei dem Mälzer am Ohr blutete. Schlimme Verletzungen trug er glücklicherweise nicht davon.

Nachkochen der Soße als zu große Herausforderung

Tim Mälzer war von Björn Swanson - einem kernigen Gastronomen aus Berlin - begleitet worden. Bei den Dreharbeiten für die achte Staffel von „Kitchen Impossible“ schickten sich beide gegenseitig auf kulinarische Fernseh-Reisen zu offiziell unbekannten Zielen.

Die Adresse „Huberwirt“ bot sich an. Es ist eine der kulinarischen Top-Adresse im ländlichen Oberbayern. Das Haus hat über 400 Jahre Tradition und wird in sage und schreibe elfter Generation geführt. Inhaber und Chefkoch Alexander betreibt gemeinsam mit seiner Frau Sandra eine eigene Kochschule.

Auf den Tisch in Pleiskirchen stellte ihnen Alexander Huber eine besondere Kreation, deren Rezept von seiner Oma stammt: das „Zockerbrot“. Es besteht aus einer Scheibe Schwarzbrot, kalter Braten, frisch geriebener Krenn. Zu finden ist es in Hubers Kochbuch „Bayerische Küche vom Feinsten“ als Vorspeise.

Fans der Sendung lieben es, wenn es drunter und drüber geht

Mälzer und Swanson ließen es sich schmecken. Dann sollten sie selbst in der Küche vom Huberwirt ohne Rezept nachkochen. Natürlich wurde es wild. Das lieben die Fans der Sendung.

Zumindest die Zutaten kannte der Fernsehkoch: Fleisch vom Metzger Korn in Neumarkt - St. Veit, das Brot vom Bäcker Gruber in Pleiskirchen. Das geschmacklich Entscheidende beim Zockerbrot ist aber die Soße. Und daran sollte das Nordlicht kläglich scheitern.

Ganz absichtlich schockt Mälzer immer wieder hochdekorierte Meisterköche mit „Hausfrauen-Zutaten“ - wie Kartoffelpüree aus dem Supermarkt. „Das ist wie Bauschaum. Damit kannst du alles machen“, so Mälzer zu Björn Swanson bei Vox. Sein Kompagnon hielt sich ungläubig die Hände vors Gesicht: „Nicht dein Ernst. Das kannst du nicht kaufen!“.

Bei „Kitchen Impossible“ wartet Mälzer immer wieder mit spektakulären Aktionen auf - hier trägt er einen Adler.

Bei Alexander Huber versuchte er, an der Soße zu schummeln - mit Ketchup und Mayo. „Er hat Petersilie reingegeben, das lässt das Ganze zu kräutermäßig werden. Wir machen es mit Babyspinat“, so Huber zu Mälzers erstem Versuch.

Als Bindemittel habe Mälzer „Crème Fraiche und Öl“ benutzt, Huber selbst arbeitet mit „einem gekochten Ei und einer gekochten Kartoffel.“

„So, Bruder Lackschuh. Das Ganze aufgemischt mit Salz, Pfeffer gewürzt und ich dachte: krass“, so Mälzer in der Küche on fire. Angeblich gefalle sein Ergebnis dann den „echten Köchen“ so gut, dass sie es zukünftig genauso machen würden. Huber: „Geschmacklich fand ich die grüne Soße gut.“ Immerhin.

Ketchup, Mayo, Worcestersauce und Estragon aus dem Plastikdöschen

Danach ging Mälzer, gewissermaßen beflügelt vom Erfolg an die rote Soße: „In Olivenöl angeschwitzte und tomatisierte Zwiebelwürfel“ schmorten mit Tomatenmark aus der Tube in der Pfanne. Björn Swanson schüttelte den Kopf, als Mälzer die Geschmacksmischung als „Cocktail und Ketchup“ bezeichnete.

Alexander Huber verzog säuerlich die Miene, als Mälzer „ein bisschen Ketchup, Mayo, saure Sahne und Meerrettich in den Mixer kippte. „Hört auf, schwer einzuatmen, nur weil ich mal einen Löffel voll Ketchup zugebe“, motzte Mälzer.

Es folgten Salz, Pfeffer, Cognac und Worcestersauce. Dann tupfte Mälzer Estragon oben drauf und gab gab die Zwiebelwürfel dazu. Tim Mälzer: „Habt ihr keine Angst, dass ich eure Kochgeheimnisse aufdecke und entmystifiziere, wenn ich komme und bei euch koche?“ Huber musste lachen.

Eingespieltes Köche-Team: Tim Mälzer (links, aus Hamburg) und Björn Swanson (aus Berlin).

Abschmecken als Abtörner - Und das reduzierte Bier fehlt

Nach dem Durchrühren kam der große Moment des Abschmeckens. „Ich glaube, die ist zu fruchtig, zu Cocktail-lastig“, analysierte Mälzer selbst. „Lecker, aber grundsätzlich falsch“, so der Meister selbst.

Für Alexander Huber hatte Mälzer bei der Soße „zu kompliziert gedacht“. Das echte Erfolgsgeheimnis: „Geröstetes Tomatenmark, Öle und unsere wunderbare Schweinebratensoße, dazu Meerrettich, Senf und Honig. Das ergibt die Cremigkeit, der er versucht hat, mit Mayonnaise darzustellen.“ Was gänzlich gefehlt habe: Das reduzierte Bier.

„Ergebnis eine mittlere Katastrophe“ - Aber der Werbeeffekt ist super

„Dadurch ist die Malzigkeit nicht da. Sein Ergebnis der roten Soße ist eine mittlere Katastrophe“, so Huber. Aber er muss auch lachen. Denn Spaß gemacht hat es ihm schon „mit dem Pfundskerl Mälzer und auch mit Björn Swanson.“

Köche unter sich eben. Und über den Werbeeffekt für seinen Huberwirt wird sich der Chef sicherlich freuen.

Durch seine Live-Auftritte bei der BR-Sendung „Wir in Bayern“ ist er Kamera-erprobt: „Das macht mir gar nichts aus“, so Huber zu innsalzach24.de. Mit Swanson, „dem Berliner Bären“, ist er auch privat gut befreundet.

Ein ausgezeichneter Koch sei der Genannte genauso wie Mälzer: „Tim kann Geschmack sehr gut analysieren“. Dass er mit Ketchup und Mayo aus der Plastikflasche hantierte, verzeiht ihm der Pleiskirchener Starkoch: „Er muss ja das erprobte Aroma nachbilden. Da ist alles erlaubt.“

-rok-

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