Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Borna-Virus-Studie erhofft sich Erkenntnisse

Vier Tote im Landkreis Altötting und Mühldorf: Können Katzen den Borna-Virus übertragen?

Katz-und-Maus-Spiel: Doch kann die Katze das Spitzmaus-Virus auf Menschen übertragen?
+
Können Katzen das Borna-Virus übertragen?

Seit 2017 gab es bereits vier Tote in den Landkreisen Altötting und Mühldorf, die sich nachweislich mit dem Borna-Virus infiziert hatten. Eine Studie soll klären, wie sich die Opfer ansteckten.

Pleiskirchen, Landkreis Altötting – „Reservoirwirt ist die Feldspitzmaus“, So heißt es im Datenblatt des Friedrich-Loeffler-Institutes zum Borna-Virus. Bei den Fehlwirten – also anderen Säugetieren wie beispielsweise dem Menschen – führt eine Infektion mit dem Virus zu schweren Gehirnentzündungen, die beim Tier als „Borna´sche Krankheit“ bekannt ist. In bloß drei von über 40 bekannten Infektionen in Deutschland kamen die Erkrankten mit erheblichen Gesundheitsschäden davon. Alle anderen am Virus Erkrankten starben innerhalb weniger Wochen oder Monate nach der Infektion.

Fehlwirt „Katze“ soll Virus nicht übertragen

Während die Spitzmaus selbst nicht erkrankt, scheidet sie aber das Virus aus. Unklar ist bislang wie das Virus von der Maus auf die Fehlwirte übertragen wird. So lautet die aktuelle Empfehlung direkten Kontakt mit Mäusen, ihren Kadavern, Ausscheidung oder kontaminierten Lebensmitteln zu vermeiden. Auch Kratz- oder Bissverletzungen sind mögliche Infektionsrouten. Fehlwirte sollen das Virus nicht ausscheiden, weswegen auch eine Übertragung durch Katzen, Pferde oder Schafe auf den Menschen auszuschließen wäre.

Studienergebnisse im Herbst erwartet

Das Verbreitungsgebiet des Virus ist groß: In Deutschland gilt Bayern als Schwerpunkt für die Verbreitung. Aber auch Teile Österreichs, die Schweiz und Liechtenstein sind betroffen. Wegen der Häufung von Fällen in Maithenbeth wurde dort kürzlich eine Analyse des LGL gestartet. Im Rahmen der BOSPEK-Studie soll mehr über das klinische Spektrum und mögliche Übertragungswege herausgefunden werden. Laut dem Pressesprecher des LGL werden Blutproben und Nasenabstriche ovn 679 Maitenbethern (40% der Gemeindebevölkerung) in den kommenden Wochen mit Daten aus Fragebögen zusammen ausgewertet. Im Herbst 2022 sollen erste Ergebnisse veröffentlicht werden.

Erkrankungsfälle gehen zurück bis 1992

„Ein Teil der zum aktuellen Zeitpunkt bekannten 42 Fälle von Borna-Virus-Gehirnentzündungen wurde durch die nachträgliche Untersuchung von Hirnmaterial aus Biobanken identifiziert“, so der LGL-Pressesprecher. „Hierbei handelt es sich um das Material von Verstorbenen, die aufgrund einer Enzephalitis unbekannter Ursache verstarben.“ Im Rahmen einer solchen Untersuchung war auch das Gewebe einer jungen Frau aus Pleiskirchen untersucht worden, die im Jahr 2017 an einer Gehirnentzündung verstorben war. Auch sie hatte sich infiziert. Die ersten gesicherten BoDV-1-Infektionen beim Menschen wurden erst 2018 beschrieben,“ erklärt der LGL-Pressesprecher und fügt hinzu: „Erkrankungsfälle, bei denen retrospektiv eine BoDV-1-Infektionen nachgewiesen wurde, gehen bis in das Jahr 1992 zurück. Anders als in den 1980er und 1990er Jahren vermutet, sind BoDV-1-Infektionen des Menschen nicht weit verbreitet; es handelt sich um seltene Einzelfälle, die sich in Form von schweren, zumeist tödlichen akuten Gehirnentzündungen äußern.“

Kommentare