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Ist der Erreger auch im Landkreis Altötting?

Tod junger Frau aus Pleiskirchen: Es war das Borna-Virus

Spitzmäuse sind häufig Überträger von Krankheiten. So auch beim Borna-Virus.
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Bitte nicht mit bloßen Händen anfassen: Die Spitzmaus trägt eventuell das Borna-Virus.

Das Gewebe einer im Jahr 2017 verstorbenen Frau wurde im Rahmen einer laufenden Studie nachträglich getestet: Der Grund für ihren Tod war eine Borna-Virus Infektion.

Pleiskirchen, Landkreis Altötting – Im Landkreis Mühldorf ist bereits die dritte Person am Borna-Virus verstorben, zwei davon in der Gemeinde Maitenbeth. Aus diesem Grund wird dort aktuell eine wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt, welche Ansteckungen mit dem Borna-Virus aufdecken soll. Im Rahmen der sogenannten BOSPEK-Studie wurde nun die Infektion einer verstorbenen Frau aus dem Landkreis Altötting bekannt.

Wie das Gesundheitsamt gestern bekannt gab, war die Frau im Jahr 2017 wegen einer Gehirnentzündung mit unklarer Ursache in das Klinikum rechts der Isar in München eingeliefert worden. Im März desselben Jahres war sie dort dann an der Krankheit verstorben. Bei der nachträglichen Untersuchung ihres Hirngewebes mittels Autopsie wurde vom Friedrich-Loeffler-Institut nun die Infektion mit dem Borna-Virus diagnostiziert. Weitere Erkrankungs- oder Todesfälle aus dem Landkreis Altötting seien allerdings bisher nicht bekannt geworden.

Wo kommt das Borna-Virus vor?

Das Virus BoDV-1 kommt in Teilen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und in Liechtenstein vor und ist seit über 250 Jahren als Tierseuche bekannt.

Wer trägt das Borna-Virus?

Der Erreger kommt vor allem bei Feldspitzmäusen vor, kann aber auch auf weitere Säugetierarten übertragen werden. Auch bei diesen kann es durch die Infektion zu schweren Gehirnentzündungen kommen. Am häufigsten wurde dies bei Schafen und Pferden beschrieben, aber auch Katzen können das Virus tragen. Die Viren von infizierten Feldspitzmäusen können über deren Speichel, Urin und Kot ausgeschieden werden.

Wie wird das Borna-Virus übertragen?

Möglich sind die Infektion mit dem Virus über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel. Auch das Einatmen von kontaminiertem Staub oder der direkte Kontakt – beispielsweise der Biss einer Spitzmaus – können zu einer Infektion führen. Es ist außerdem vorstellbar, dass die Übertragung auch über Katzen erfolgen kann. Eine Mensch-zu-Mensch Ansteckung ist höchst unwahrscheinlich und bisher nicht bekannt. Auch die Übertragung von infizierten Pferden oder Schafen auf den Menschen ist nicht sehr wahrscheinlich.

Wie viele Infektionen von Menschen sind bekannt?

Im Jahr 2018 wurde das Virus zum ersten Mal als Ursache einer schweren Gehirnentzündung beim Menschen identifiziert. Deutschlandweit steckten sich im Zeitraum zwischen 1996 und 2022 nachweislich etwas mehr als 40 Menschen mit dem Virus an. Im Jahr 2021 erkrankten bundesweit sieben Personen an der Borna‘schen Krankheit., fünf Personen davon kamen aus Bayern.

Wie kann man sich gegen das Borna-Virus schützen?

Eine Impfung gegen das Borna-Virus gibt es derzeit noch nicht. Das Infektionsrisiko kann aber durch die Vermeidung des Kontakts mit Spitzmäusen und deren Ausscheidungen reduziert werden. Lebende oder tote Mäuse sollten generell nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Wenn eine Hauskatze eine Maus bringt, kann diese mit Gummihandschuhen und FFP2-Maske entfernt werden.

Welche Symptome treten bei der Borna‘schen Krankheit auf?

Viele der bisher bekannten infizierten Personen litten an Kopfschmerzen, Fieber und Krankheitsgefühl. Innerhalb weniger Tage kam es zu Verhaltensauffälligkeiten wie Sprach- und Gangstörungen. Die Patienten entwickelten dann eine schwere Gehirnentzündung und fielen innerhalb von Tagen bis Wochen ins Koma. Nur drei Erkrankte konnten die Infektion bisher mit schwersten Folgeschäden überleben, alle anderen bekannt gewordenen Infizierten verstarben an der Krankheit.

Merkblatt des RKI zum Borna-Virus

Weitere Informationen zum Borna-Virus

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