SEK-Einsatz: Jetzt spricht der Jäger

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Mit einem Großaufgebot war die Polizei am vergangenen Montag auf der Suche nach einem 60-jährigen Jäger.
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Pleiskirchen - Ein Großaufgebot der Polizei hatte vergangene Woche nach einem bewaffneten Jäger gefahndet. Der 60-Jährige ist nun an die Öffentlichkeit gegangen.

War alles nur ein harmloses Missverständnis? Am vergangenen Mittwoch hatte ein Großaufgebot der Polizei nach einem bewaffneten Jäger gesucht. Dieser hatte sich einer Festnahme entzogen und war in ein nahegelegenes Waldstück bei Pleiskirchen geflohen. Nach mehreren Stunden hat der Anwalt des 60-Jährigen der Polizei mitgeteilt, der Beschuldigte habe sich bei ihm gemeldet und wolle die Sache klären. Nach Vernehmungen durch die Polizei am darauffolgenden Tag und nach einer Vorführung beim Ermittlungsrichter befindet sich der Jäger seit Freitag auf freiem Fuß.

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Nun hat der 60-Jährige den Gang an die Öffentlichkeit gewagt. Im Alt-Neuöttinger Anzeiger schildert er den Vorfall aus seiner Sicht. Als er auf seinem Hof im Auto saß, hätten zwei dunkle SEK-Fahrzeuge versucht, sein Auto in die Zange zu nehmen, so der 60-Jährige gegenüber der Zeitung. "Von Panik getrieben habe er Gas gegeben und seinen Caddy über den Hof in Richtung des nahe gelegenen Waldstücks gesteuert", berichtet der Alt-Neuöttinger Anzeiger weiter. Bei seiner Flucht zu Fuß in den Wald habe er aus Angst seinen - nicht geladenen - Revolver mitgenommen.

Alldem vorausgegangen war eine Anzeige aus der Verwandtschaft, der Jäger habe seine Frau bei einem Streit massiv bedroht. Gegenüber dem Alt-Neuöttinger Anzeiger bezeichnen sowohl der 60-Jährige als auch dessen Frau alle Gerüchte über häusliche Gewalt als "Blödsinn" und "Schmarrn".

Wie Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, gegenüber innsalzach24 erklärte, laufen gegenwärtig Ermittlungen gegen den Jäger aufgrund der aus der Verwandtschaft erhobenen Vorwürfe. Zudem werde überprüft, ob der Jäger alle Waffen rechtmäßig im Besitz hat. In ein paar Wochen werde man sehen, was übrig bleibt, so Sonntag weiter.

Den Großeinsatz hält die Polizei auch rückblickend für richtig. "Aus unserer Sicht war der Einsatz zwingend notwendig", erklärte der Polizeisprecher.

Fotos von der Suche am vergangenen Mittwoch:

Bewaffneter im Wald

Roman Hörfurter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, in einem Videointerview am Mittwochabend:

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