SEK-Einsatz: Gab Täter die Waffe seinem Anwalt?

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Pleiskirchen - Seit dem Nachmittag suchte die Polizei mit Unterstützung des SEK in einem Waldstück nach einem Bewaffneten! Am Abend nahm die Geschichte eine skurrile Wende:

Seit dem frühen Mittwochnachmittag findet im Gemeindebereich Pleiskirchen ein Polizeieinsatz unter Beteiligung eines Spezialeinsatzkommandos statt. Nach den der Polizei vorliegenden Erkenntnissen dürfte der über eine Jagderlaubnis verfügende Mann sich bewaffnet in eines von der Polizei näher nicht benanntes Waldstück begeben haben, um der bevorstehenden Festnahme zu entgehen.

An dem Einsatz sind eine Vielzahl an Beamten umliegender Dienststellen beteiligt, wie auch Hundeführer und Kräfte der Bereitschaftspolizei. Der beabsichtigten Festnahme ist ein wenige Tage zurückliegender Familienstreit und eine Bedrohung vorausgegangen.

UPDATE 17.30 Uhr

Die Polizei hat eine Sammelstelle in Winhöring direkt an der Bundesstraße 299 eingerichtet. Dort stehen rund 30 Polizeiwagen bereit. Außerdem wurde nun offenbar auch ein Hubschrauber angefordert, um die Beamten bei der Suche zu unterstützen.

UPDATE 17.40 Uhr

Wie Polizeisprecher Andreas Guske auf Anfrage von innsalzach24.de sagte, sei nach derzeitigem Ermittlungsstand davon auszugehen, dass der Täter, der rechtmäßig mehrere Kurz- und Langwaffen besitzt, offenbar einige dieser Waffen in das Waldstück mitgenommen hat. Die Polizeikräfte haben den Bereich weiträumig umstellt. Die Einsatzleitung sowie das SEK beraten nun über das weitere Vorgehen. 

UPDATE 19.30 Uhr

Der Täter ist immer noch nicht gefasst. Die Polizei hat das Gebiet weiterhin weiträumig abgesperrt. Fest steht nur, dass der Mann, der 60 Jahre alt ist, wohl aus der unmittelbaren Umgebung stammt, denn sein Haus soll nur wenige Meter von dem betreffenden Waldstück entfernt liegen. Im Einsatz sind übrigens auch Hundeführer und zahlreiche Kräfte der Bereitschaftspolizei. Inzwischen konnte das Waldstück offenbar auf eine Größe von 300 mal 300 Meter eingegrenzt werden, in dem der Mann vermutet wird.

UPDATE 19.55 Uhr

Verschiedene Medien hatten berichtet, dass im Wald vor rund zwei Stunden auch ein Schuss gefallen sein soll. Das wollte Polizeisprecher Hörfurter im Gespräch mit TimeBreak21 so aber nicht bestätigen. Es könne sein, dass der Schuss im Zusammenhang mit der Tat stehe, aber andererseits könne dies genauso gut etwas mit dem normalen "Jagdbetrieb" in diesem weitläufigen Waldgebiet zu tun haben. Hörfurter bestätigte jedoch, dass der Täter bei seiner Flucht in den Wald definitiv eine Waffe bei sich gehabt habe.

Bewaffneter im Wald

UPDATE 20.30 Uhr

Hintergrund der Ermittlungen war ein Familienstreit der einige Tage zurücklag und eskaliert war. Das teilte die Polizei am Abend in einer Pressemeldung mit. Insgesamt wurden laut der Mitteilung rund 150 Beamte für diesen Einsatz zusammengezogen, der gegen 20.30 Uhr noch in vollem Gange war und eventuell auch bis in die Nachtstunden andauern könnte.

UPDATE 22.30 Uhr

Zur Nachtzeit meldete sich der Rechtsanwalt des 60-Jährigen und gab an, der Beschuldigte hätte sich bei ihm gemeldet und wollte die Sache klären. Hinweise zu seinem Aufenthaltsort wurden nicht genannt. Im weiteren wurde mehrmals Kontakt mit dem Rechtsanwalt aufgenommen, der seinerseits Anstrengungen unternahm, ihn dazu zu bewegen, der Polizei die Waffe auszuhändigen und sich zu stellen.

Bei einem späteren Gespräch mit dem Rechtsanwalt teilte dieser mit, dass der Gesuchte wegen des hohen Fahndungsdruck ihm nun an einem geheimen Ort die Waffe übergeben hat und sich dann sofort wieder in unbekannte Richtung entfernte. Der Beschuldigte möchte sich aber zu einem späteren Zeitpunkt in Begleitung seines Rechtsbeistandes mit einer Polizeidienststelle in Verbindung setzen.

Mit der Sicherstellung der Schusswaffe konnte das Gefährdungspotential erheblich gemindert werden und die Lage ohne Personenschaden bewältigt werden.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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