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„Wir rücken nicht mit Martinshorn und Blaulicht aus, um die Leute zu ärgern“

Badeunfall mit Todesfolge: Wasserwacht Perach bei Einsatz massiv angefeindet

Willi Prandstätter, Vorstand der Wasserwacht Perach, zu Badeunfall
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Willi Prandstätter, Vorstand der Wasserwacht Perach, zeigt sich entsetzt über die jüngsten Reaktionen der Leute, als die Einsatzkräfte zu einem Badeunfall gerufen wurden.

Anfeindungen, Bedrohungen und Behinderungen während eines Rettungseinsatzes: So ist es der Wasserwacht erst kürzlich am Badeesee Perach widerfahren. Willi Prandstätter, erster Vorsitzender der ortsansässigen Wasserwacht, wünscht sich, so etwas bei einem Rettungseinsatz nicht noch einmal erleben zu müssen.

Perach - Seit geraumer Zeit seien verstärkt Anfeindungen und sogar Handgreiflichkeiten gegenüber Rettungskräften wie Polizei, Feuerwehr und eben nun auch der Wasserwacht zu beobachten. Als konkretes Beispiel nennt Prandstätter den Einsatz am 20. Juli am Badesee Perach, als die Wasserwacht zur Vermisstensuche eines Badegasts gerufen wurde.

Als sie mit Martinshorn und Blaulicht über die Liegewiese zur Einsatzstelle des Rettungsboots anrückten, seien sie zunächst von einem Badegast mit erhobener Faust bedroht worden. Es folgten diverse Anfeindungen von Badegästen, denen durch den Einsatz „der Badetag versaut“ worden sei oder die verärgerte Nachfrage einzelner Passanten, wie viele Gerätschaften denn noch aufgefahren würden. Details über den Einsatz beschrieb die Vorstandschaft in einem Leserbrief:

Der erste Vorsitzende der Wasserwacht Perach zeigt sich sehr irritiert über die Handlungsweise mancher Bürger, wie er gegenüber innsalzach24.de erklärt: „Wenn wir mit Fahrzeug und Rettungsboot ankommen, gehen wir von solchen Reaktionen nicht aus, sondern vielmehr davon, dass die Leute schon ein bisserl Verständnis für unseren Einsatz zeigen.“

„Erschreckend, wie wenig Pietät die Menschen wahren“

Prandstätter wurde zum ersten Mal mit solch negativen Reaktionen konfrontiert. Feuerwehren passiere das des Öfteren, wie beispielsweise dem Wasserwachtskollegen Peter Kurzinger. Auch wenn er nicht mehr aktiv im Dienst sei, erfahre er immer wieder von Anfeindungen, wenn es zu einer Straßensperre nach einem Unfall komme.

Es sei für Prandstätter „erschreckend, wie wenig Pietät die Menschen wahren“, zumal es bei den Einsätzen um Leib und Leben gehe. Noch dazu habe der Badeunfall im Juli tragischerweise einen tödlichen Ausgang gehabt. Für den 73-Jährigen kam trotz Reanimationsmaßnahmen jede Hilfe zu spät.

Tödlicher Badeunfall am Peracher Badesee am 20. Juli

Tödlicher Badeunfall am 20. Juli am Peracher Badesee
Ein 73-jähriger Mann wurde am 20. Juli am Peracher Badesee vermisst. Die Einsatzkräfte konnten den Senior lediglich noch leblos aus dem Wasser bergen. © fib/MK
Tödlicher Badeunfall am 20. Juli am Peracher Badesee
Ein 73-jähriger Mann wurde am 20. Juli am Peracher Badesee vermisst. Die Einsatzkräfte konnten den Senior lediglich noch leblos aus dem Wasser bergen. © fib/MK
Tödlicher Badeunfall am 20. Juli am Peracher Badesee
Ein 73-jähriger Mann wurde am 20. Juli am Peracher Badesee vermisst. Die Einsatzkräfte konnten den Senior lediglich noch leblos aus dem Wasser bergen. © fib/MK
Tödlicher Badeunfall am 20. Juli am Peracher Badesee
Ein 73-jähriger Mann wurde am 20. Juli am Peracher Badesee vermisst. Die Einsatzkräfte konnten den Senior lediglich noch leblos aus dem Wasser bergen. © fib/MK
Tödlicher Badeunfall am 20. Juli am Peracher Badesee
Ein 73-jähriger Mann wurde am 20. Juli am Peracher Badesee vermisst. Die Einsatzkräfte konnten den Senior lediglich noch leblos aus dem Wasser bergen. © fib/MK
Tödlicher Badeunfall am 20. Juli am Peracher Badesee
Ein 73-jähriger Mann wurde am 20. Juli am Peracher Badesee vermisst. Die Einsatzkräfte konnten den Senior lediglich noch leblos aus dem Wasser bergen. © fib/MK

Umso wichtiger sei es, dass den Einsatzkräften im Ernstfall keine Steine in den Weg gelegt werden. Die Wasserwacht arbeitet ehrenamtlich, steckt viel Herzblut in ihre Arbeit. „Wir rücken ja nicht mit Martinshorn und Blaulicht aus, um die Leute zu ärgern, sondern um auf uns aufmerksam zu machen, damit die Badegäste ihre Sachen auf die Seite räumen. So können wir möglichst schnell eine Zufahrt frei bekommen und zu Hilfe eilen, wenn Gefahr im Verzug ist und Sekunden möglicherweise ein Leben retten können. Entsprechend ist Eile geboten.“

13 Meter Bootslänge benötigt Rangierplatz

Prandstätter wünscht sich für künftige Einsätze, dass die Menschen möglichst schnell Wege freiräumen, genauso wie bei der Bildung einer Rettungsgasse auf der Autobahn: „Unser Boot hat eine Länge von rund 13 Metern, das braucht mehr Platz zum Rangieren, deshalb benötigen wir großzügig Freiraum, um an den Geräten arbeiten zu können.“

Einsätze am See finden regelmäßig statt, immer wieder arbeitet die Wasserwacht eng mit dem Rettungsdienst zusammen. „Da ist es wichtig, dass die Wege frei sind und die Rettungsdienstmitarbeiter mit ihren Fahrzeugen möglichst ohne Behinderung an den Einsatzort gelangen.“

Letztlich kann nur an die Vernunft des Einzelnen appelliert werden. „Spielen die Leute mit, beschleunigt das die Zeit, bis wir unseren Einsatz beginnen können. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass er zum Erfolg führt. Da gehört der Beitrag der Bevölkerung einfach dazu“, schließt der Wasserwachtsvorstand Perach seine Ausführungen.

Er hofft abschließend, solche Szenarien wie bei dem jüngsten Badeunfall am See nicht noch einmal erleben zu müssen. „Ich habe so etwas noch nie erlebt und Gott sei Dank sind diese Einsätze selten, doch im Fall einer akuten Rettung ist es für uns sehr wichtig, dass das einigermaßen reibungslos funktioniert.“

mb

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