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Land unter im Kreis Altötting am Samstag

So erlebten die Feuerwehren den Einsatz: „Lage durchaus dramatisch“

Links: Feuerwehrleute aus Garching als Teil der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (ÜG-ÖEL) im Einsatz in Perach. Rechts: Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Endlkirchen bei einer Verschnaufpause in Perach.
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Links: Feuerwehrleute aus Garching als Teil der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (ÜG-ÖEL) im Einsatz in Perach. Rechts: Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Endlkirchen bei einer Verschnaufpause in Perach.

Im Gespräch mit innsalzach24.de berichtet Kreisbrandinspektor Martin Estermaier, wie der Einsatz der örtlichen Feuerwehren beim Unwetter und den resultierenden Sturzfluten und Hochwasser am Samstag, unter anderem in Perach, ablief.

Landkreis Altötting/Perach - „Als ich gegen 19.30 Uhr in Perach ankam, war die Lage am Weidbach durchaus dramatisch: Mehrere Häuser aber auch Straßenabschnitte und Brücken waren betroffen. Zeitweise hatten wir alleine in Perach zwischen 20 und 30 Einsatzstellen“, berichtet Kreisbrandinspektor Martin Estermaier gegenüber innsalzach24.de. Er ist Leiter der Kreiseinsatzzentrale Altötting und zuständig für Einsatzunterstützung im südlichen Landkreis.

„Das größte Problem in Perach waren sogenannte Verklausungen, also die Verfüllung von Engstellen, durch Treibgut“, berichtet Kreisbrandinspektor Estermaier weiter. Der Durchlauf einiger Brücken, vor allem einer Fußgängerbrücke sowie der Karl-Moll-Brücke wurden verstopft, worauf das Wasser dann auf die anliegenden Häuser überlief. „Es waren schon bei unserer Ankunft zahlreiche Bagger und Trecker im Einsatz, die das Treibgut beiseite schafften. Seitens der Freiwilligen Feuerwehr Perach wurde immer wieder überprüft, ob und wo es im Laufe des Abends Probleme mit Verklausungen gab.“

Kreisbrandinspektor Martin Estermaier

Am Samstagnachmittag und -abend zogen zum Teil schwere Unwetter durch Bayern und Teile der Region. Besonders stark getroffen wurden der nördliche Teil des Landkreises Altötting und Gebiete in Ostbayern. Im Kreis Altötting wurden mehrere Kommunen besonders schwer in Mitleidenschaft gezogen, darunter auch die nahe beieinander liegenden Gemeinden Reischach und Perach. Gegenüber innsalzach24.de beschrieben bereits die Bürgermeister der beiden Gemeinden ihre Eindrücke und wie ihre Gemeinden künftig solche Geschehnisse vermeiden wollen (Plus-Artikel innsalzach24.de). Alleine in Perach waren rund 150 Feuerwehrler aus dem gesamten Umkreis im Einsatz. Neben der örtlichen Feuerwehr aus Perach waren auch deren Kameraden aus Marktl, Marktlberg, Erlbach, Endkirchen, Arbing, Neuötting, Altötting, Burghausen und Alzgern dort im Einsatz.

Hochwasser und Sturzfluten im Landkreis Altötting am Samstag: Feuerwehren berichten

„Der erste Einsatzort unserer beiden Hochleistungstauchpumpen und des Schlammsaugers aus der Spezialausrüstung ‚Hochwasser‘ war bei einem unter Wasser stehenden und verschlammten Keller im nördlichen Gebiet unserer Nachbargemeinde“, schreibt die Freiwillige Feuerwehr Endkirchen in einem Facebook-Post. „Anschließend befreiten wir in Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren des Landkreises Altötting noch fünf weitere Wohngebäude in der stark betroffenen Ringstraße in Perach von Wasser und Schlamm. Mit 16 Einsatzkräften war die Freiwillige Feuerwehr Endlkirchen bis 4.15 Uhr früh im Gebiet der Freiwilligen Feuerwehr Perach mit den Aufräumarbeiten beschäftigt und unterstützte die für die Hilfe äußerst dankbaren Betroffenen bei der Eindämmung der massiven Schäden.“

„Nach einem ersten Überblick war dann der erste Weg zum örtlichen Feuerwehrhaus“, so Kreisbrandinspektor Estermaier weiter. Bis zu seiner Ankunft war die Einsatzleitung vor Ort bei der Freiwilligen Feuerwehr Perach gelegen. „Wir haben dann organisiert, dass die Kreiseinsatzzentrale die Koordination in Absprache mit uns vor Ort übernommen hat. Zusätzlich wurde auch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (ÜG-ÖEL) sowie drei Kreisbrandmeister der Kreisbrandinspektion nach vor Ort beordert, die dort eine Einsatzgruppe bildeten. Mit Herrn Kreisbrandmeister Haringer standen wir außerdem im Austausch.“

Lage beruhigte sich ab Mitternacht

Teil der ÜGL-ÖEL waren auch Floriansjünger aus Garching an der Alz. „Um die Kameraden bei dieser Unwetterlage zu Unterstützen, wurden wir mit der UG-ÖEL nach Perach hinzu alarmiert“, berichtet die Freiwillige Feuerwehr Garching an der Alz in einem Facebook-Post. „Vor Ort unterstützten wir die Einsatzleitung und halfen bei der Koordination der ganzen Einsätze.“ „Die Lage hat sich dann schnell stabilisiert“, so Kreisbrandinspektor Estermaier weiter. „Es war schnell klar, wo die Schwerpunkte lagen und in welcher Reihenfolge wir sie abarbeiten mussten. Ab Mitternacht konnten dann nacheinander allmählich die diversen Unterstützungskräfte bei der Koordination abrücken, so dass die Einsatzleitung wieder zurück an die örtliche Feuerwehr gehen konnte.“

„Überall westlich von Altötting hat es geregnet, mehr war nicht. Im Nordwesten waren keinerlei Feuerwehreinsätze nötig“, resümiert Estermaier. „Hier dagegen hat der starke Regen in kürzester Zeit zu einem Anschwellen der Bäche geführt. Das wurde dann durch die Verklausungen nochmal dramatischer. Wenn man diese kleinen Bäche sieht, kann man sich gar nicht vorstellen, wie rasch das hier am Samstagabend eskaliert ist.“

hs

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