Schon wieder: Zoff bei den Blitzern

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Die Zeit der Eintracht ist vorbei: Zweckverbandsvorsitzender Dumbs (rechts) möchte Geschäftsleiter Schiochet ablösen.

Mühldorf/Töging – Schon wieder tobt beim Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung eine heftige Auseinandersetzung. Noch in der kommenden Woche könnte es zur Absetzung des Geschäftsleiters Thomas Schiochet kommen.

Verbandsvorsitzender, der Haager Bürgermeister Hermann Dumbs, macht aus seinen Absichten, keinen Hehl: „Ich werde das betreiben“, sagt er im Vorfeld der Verbandsversammlung am kommenden Mittwoch. Mehr aber nicht. „Ich will erst die Verbandsversammlung abwarten“, sagt er und weist jede weitere Frage barsch zurück: „Das geht sie sowieso nichts an.“

Geschäftsleiter Thomas Schiochet fühlt sich als Mobbingopfers des Verbandsvorsitzenden, der mit „übler Nachrede“ und Verleumdungen“ versuche ihn mit „Unwahrheiten, Halbwahrheiten, Unwissenheit“ loszuwerden. Deshalb sei er jetzt an die Öffentlichkeit gegangen.

Die kommunale Verkehrsüberwachung kontrolliert die Geschwindigkeit in Südostbayern und verteilt Strafzettel für Falschparker in mehr als 70 Städten und Gemeinden. Obwohl der Zweckverband als Körperschaft öffentlichen Rechts hoheitliche Aufgaben übernommen hat, gelingt es seit Jahren nicht, ihn in ruhiges Fahrwasser zu bringen.

Schiochet hat 2010 die Geschäftsleitung übernommen, nachdem der Zweckverband durch die Querelen zwischen dem damaligen Geschäftsleiter Martin Deser und Zweckverbandsvorsitzendem und Tögings Bürgermeister Horst Krebes an den Rand seiner Existenzfähigkeit geriet. Dumbs übernahm kurz vorher den Verbandsvorsitz, ein Übergangsgeschäftsführer, Mitarbeiter des Landratsamts Altötting, gab den Posten aber nach wenigen Monaten auf. Er machte Schwierigkeiten im Umgang mit Mitarbeitern und dem Personalrat für seine Entscheidung verantwortlich.

Laut Schiochet wirft Dumbs ihm vor allem falschen Umgang mit dem Personal vor, mit dem der Geschäftsleiter ständig streite. Vorwürfe, die Schiochet zurück weist: „Dass es Reibungspunkte gibt, ist doch ganz normal.“

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Zugleich erhebt er schwerwiegende Anschuldigungen gegen Dumbs, der ihn einst einstellte: „Überstunden werden vom Vorsitzenden zur Abrechnung freigegeben, die eventuell gar keine sind.“ Das koste den Verband einen fünfstelligen Betrag im Jahr. Das gleiche gelte für die Gewährung verfallener Urlaubstage, „die den Zweckverband dann ungefähr 20.000 Euro kosten“.

Diese Vorwürfe lässt Dumbs unkommentiert. Er kenne die Vorwürfe nicht, es habe kein Gespräch darüber gegeben. Das ist nach Dumbs‘ Ansicht auch nicht mehr nötig, weil er die Mitglieder hinter sich zu wissen glaubt:. „Wenn es so läuft wie im Verbandausschuss, lösen wir Schiochet ab.“ Dessen Gang an die Öffentlichkeit sei typisch, „er schadet dem Verband“.

Am kommenden Mittwoch ist die Zweckverbandsversammlung. Im öffentlichen Teil geht es um die Aufnahme neuer Mitglieder und den Haushalt, im nichtöffentlichen Teil steht dann die Zukunft des Geschäftsführers auf der Tagesordnung.

Dem 2007 gegründeten Zweckverband, der für derzeit etwa 70 oberbayerische Gemeinde Geschwindigkeitsmessungen durchführt, gehören auch ein Dutzend Städte und Gemeinden aus dem Landkreis an.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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