Zum zweiten Mal Neubau beschlossen

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Endgültig beschlossen ist nun der zweigeschossige Neubau des Garser Kindergartens mit Kinderkrippe auf dem Terrain der alten Grundschul-Turnhalle (im Hintergrund). Der Bolzplatz (Standpunkt) bleibt voll erhalten.

Gars - Nach eindringlichen Apellen von Bürgermeister und den Fachleuten des Landratsamtes stimmte nun der Garser Gemeinderat endgültig dem Neubau eines Kindergartens mit Krippe zu. Der war ein halbes Jahr auf Eis gelegen.

Fast eine unendliche Geschichte, so Bürgermeister Norbert Strahllechner, sei inzwischen das Thema "Neubau eines Kindergartens und einer Kinderkrippe" geworden. Bereits in November 2009 habe man den Beschluss gefasst, dass die Kommune einen neuen zweigeschossigen Kindergarten am Standort "alte Grundschul-Turnhalle" baut, in dem vier Gruppen für über 100 Kinder und dazu zwei Kinderkrippengruppen mit insgesamt 24 Plätzen eingerichtet werden sollen.

Im Januar hätten dann plötzlich zehn Gemeinderäte Antrag auf Aufhebung dieses Beschlusses gestellt, und in der Folge befasste man sich nichtöffentlich immer wieder mit dem Raumprogramm, dem Standort, der Zweigeschossigkeit und der finanziellen Situation der Gemeinde nach einem Neubau von Grundschule und Kindergarten.

Der Kindergartenneubau, so Strahllechner, sei unaufschiebbar. Wegen des Stopps habe man aber nun ein halbes Jahr lang die ausgearbeiteten Planungen und das mit der Regierung abgestimmte Raumprogramm nicht mehr weiter verfolgen können. Er stehe nach wie vor zu der zukunftsfähigen Zahl der Gruppen und der platz- und kostensparenden Bauweise mit einem ersten Stock.

Die Leiterin des Amtes für Jugend und Familie im Landratsamt, Elfriede Geisberger, sowie ihr Fachmann für die Belange der Kindergärten, Werner Huber, stellten in der Sitzung heraus, dass es zur Zeit einen Ansturm der Kommunen auf die entsprechenden Förderprogramme gebe. Gars hätte den Antrag auf Bezuschussung "besser schon gestern" stellen sollen.

Außerdem seien die Erfahrungen mit dem Bedarf an Krippenplätzen in den Landkreisen der Region überall ähnlich: Nach eher vorsichtigen Anmeldungen bei ersten Umfragen steige regelmäßig der Bedarf sprunghaft, es gebe inzwischen oft schon Wartelisten.

Eine Kommune in der Größe von Gars benötige auf jeden Fall bei einer "sauberen Planung für die Zukunft" vier Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen, zum einen wegen der Geburtenzahlen, zum anderen wegen der notwendigen offensiven Familienpolitik, so die Fachleute. Positiv stand das Landratsamt auch einer zweistöckigen Bauweise gegenüber, sofern die Krippe im Erdgeschoss untergebracht ist.

Michael Inninger wollte Grundschule und Kindergarten verzahnen, ebenerdig bauen sowie "die Leute durch Gebühren in eine Nachmittagsgruppe lenken", um dadurch Räume zu sparen. Er musste sich allerdings darüber belehren lassen, dass Schule und Kindergarten nicht vermischt werden dürfen, durch zwei Geschosse der Flächenverbrauch und die Kosten erheblich reduziert werden und die Eltern keine Nachmittagsgruppen mehr wollen.

Sie hätten inzwischen ein uneingeschränktes gesetzliches "Wunsch- und Wahlrecht" und ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Die Gemeinde müsse als Pflichtaufgabe ein ausreichendes bedarfsgerechtes Angebot schaffen, ansonsten die auswärtige Unterbringung finanzieren.

Zweiter Bürgermeister Werner Eder unterstrich, dass für eine positive Entwicklung der Gemeinde in den nächsten Jahrzehnten und das Anwerben von Neubürgern eine gute Infrastruktur in der Kinderbetreuung dringend nötig sei. Bürgermeister Norbert Strahllechner erinnerte noch einmal daran, dass sich die Fördertöpfe leeren.

Schließlich beschloss der Marktgemeinderat bei zwei Gegenstimmen, dass die Eingabeplanung für den neuen Kindergarten mit Kinderkrippe gemäß der bisherigen Ausarbeitung des Architekten Stefan Hajek nun fertiggestellt und zur Genehmigung eingereicht wird. Das gemeindliche Einvernehmen zu dem Projekt wurde erteilt. Als Standort legte man erneut das Terrain der bisherigen Grundschulturnhalle fest, der vorhandene Bolzplatz wird somit nicht bebaut. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Zuschussanträge zu stellen und einen Antrag auf vorzeitigen Baubeginn zu stellen.

ba/Wasserburger Zeitung

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