Zentrum erfährt Wiederbelebung

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Im "Silpa-Haus" eröffnen demnächst zwei Lokale, damit zieht in eines der leer stehenden Häuser im Haager Zentrum wieder Leben ein.

Haag - Im Haager Zentrum tut sich was - das Bräuhausareal wird wiederbelebt und auch im Haus der früheren Bäckerei Fellner eröffnen demnächst zwei Lokale.

Dagegen haben sich Überlegungen zerschlagen, was im seit einigen Jahren ungenutzten einstigen "Zeller" passieren soll.

Die Anläufe für ein Hotel im früheren "Zeller" scheinen mittlerweile verworfen, so auch die Idee, ein Senioren- oder Betreuungsheim daraus zu machen.

Beim einstigen "Fellner" blieben die bisherigen Hinweise für die meisten Haager rätselhaft. "Silpa-Haus" steht auf der Fassade. Dieser Name verweist weder auf die künftige Nutzung noch auf einen geschichtlichen Fakt, dahinter verstecken sich einfach die Anfangsbuchstaben der Kinder der neuen Besitzerin.

Patricia Schweiger hatte das Gebäude mit ihrer Schwester Eveline Reininger zunächst auf Leibrente erworben, dann aber in weiteren Verhandlungen den Kauf realisiert. Sie brauchte ein neues Büro für ihren Automatenbetrieb und wollte heraus aus der Alpenstraße. Nun sind daneben gleich zwei weitere Büros im ersten Stock entstanden.

Die zweite Abkürzung, die vielen Rätsel auferlegte, war die Ankündigung der Eröffnung des "Deli". Das bedeutet nichts Indisches, weil das "h" fehlt. Es steht für Delikatessen. Das soll nun das erste Lokal im Silpa-Haus werden im ehemaligen Bäckerei-Laden. Unter Delikatessen versteht Patricia Schweiger nicht teure importierte Ware, sondern das Qualitätssiegel des Lokalen nach dem Motto "regional, frisch und ökologisch", dabei sehr viele "kleine, feine Sachen" von der Kürbissuppe bis zum Kaiserschmarrn. Der Wein stammt auch aus ökologischem Anbau. Und damit auch künstlerisches Flair in die Hauptstraße einzieht, kündigt sie heute schon für jeden Monat einen Kleinkunstabend an.

Dem "Deli" folgt das Modegeschäft in der Mitte. Daneben entsteht der "Alpenstoff Haag", eine Bierkneipe, wo eine Spezialabfüllung vom Bürgerbräu in Bad Reichenhall angeboten wird. "Das ist ein Bier, das auch die Mädels trinken", weiß Patricia Schweiger. Der Innenhof dahinter soll später beide Lokale mit der "Möglichkeit zum Draußensitzen" verbinden. Den gesamten Gastronomiekomplex will die neue Besitzerin nach der Devise der Erlebnisgastronomie mit zusätzlichen Angeboten attraktiv gestalten.

Die Ideen dazu sammelt sie beim täglichen Joggen. Da fiel ihr auch ein, keinen Ruhetag einzulegen, "alle sieben Tage den Haagern ein Zuhause" zu bieten, und den morgendlichen Passanten auf dem Weg zur Arbeit eine gesunde Lunchbox mitzugeben: "Das gibt es in der Gegend nirgends." Am Gebäude selbst ist noch einiges zu modernisieren. Die Front soll mit Markisen und Beleuchtung ansprechender werden. Patricia Schweiger selbst will in das Dachgeschoss einziehen. Fest steht aber schon der Eröffnungstermin für das "Deli" am 15. Oktober.

Um das Essen ging es in diesem Gebäude an der Hauptstraße schon seit Jahrhunderten. 1717 zog nach Heimathistoriker Dr.Eugen Kellner zum "Sperböck" der "Pärtlböck" ein. Im 20. Jahrhundert folgte dann auf Wimberger und Reicheneder der Bäcker Fellner.

xy/Wasserburger Zeitung

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