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Wird der öffentliche Nahverkehr verbessert?

Haag - Eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs ist nötig. Darauf einigten sich die zuständigen Beamten im Landratsamt Mühldorf und Mitglieder der "Agenda 21 - Haager Land".

Einig waren sich Klaus Bliemhuber und Bettina Schindlmeier, im Landratsamt Mühldorf zuständig für Kreis- und Regionalentwicklung, und die Mitglieder der "Agenda21 - Haager Land", dass eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs unbedingt nötig sei.

Vor allem drei Gründe wurden angeführt: Durch die Änderung der Altersstruktur der Gesellschaft wird die Zahl der Schüler abnehmen und immer mehr ältere Mitbürger werden nicht mehr mit dem eigenen Auto fahren, das Öl wird knapp und die Spritpreise steigen, auch aus Gründen des Energieverbrauchs und damit des Klimaschutzes ist eine Verlagerung des Individualverkehrs auf öffentliche Verkehrsmittel geboten.

Die Agenda-Teilnehmer wiesen auf einen weiteren Punkt hin, dass eine bessere Verkehrsanbindung auch zu einer besseren Integration Haags in den Landkreis Mühldorf führen könnte. Die Haager Bürger fühlten sich auch nach fast 40 Jahren seit der Gebietsreform immer noch mehr dem Altlandkreis Wasserburg zugehörig.

In Haag und der näheren Umgebung gibt es täglich etwa 90 Busse an Werktagen, vor allem Schulbusse. Am Wochenende und in den Ferien gibt es fast keine Verbindungen mehr, an den Sonntagen und am späteren Abend gar keine. Wünschen würde sich die Agenda21 - Haager Land eine bessere Anbindung und entsprechende Taktung mit den beiden Bahnlinien München-Mühldorf-Freilassing und Mühldorf-Soyen-Wasserburg-Rosenheim sowie eine bessere Anbindung an die Bahnlinie München-Mühldorf-Freilassing vorzugsweise über Dorfen oder Schwindegg sollte die Busverbindung nach München am späteren Abend und am Wochenende ergänzen.

Dafür könnte sich die Gruppe einen Rufbus vorstellen, achtsitzige Kleinbusse, die eine bestimmte Route haben, doch nur nach vorheriger Anmeldung fahren. Eine solche Rufbusverbindung würde man zunächst als Test für etwa sechs Monate einrichten, so Klaus Bliemhuber. Er meine, landkreisübergreifende Busverbindungen seien vor allem wegen der unterschiedlichen Tarifstrukturen schwer zu realisieren. Insofern favorisiere der Landkreis eine Verbindung nach Schwindegg. Da der Landkreis Rosenheim einen Nachtrufbus zwischen Rosenheim über Wasserburg und Soyen nach Haag plane, sei zu überlegen, ob diese Linie nicht nach Dorfen oder Schwindegg weitergeführt werden könne.

In absehbarer Zeit, so Bliemhuber, sei leider nicht möglich, Busse für Behinderte, für Kinderwägen oder gar zur Fahrradmitnahme bereit zu stellen, da die Busse von den Betreibergesellschaften angeschafft und auch als Reisebusse verwendet würden.

Nach lebhafter Diskussion einigte man sich auf folgende weitere Schritte. Der Landkreis stellt in einem Heft die Verbindungen mit den wichtigsten Fahrtzielen Gars, Waldkraiburg, Mühldorf, Dorfen, Soyen, Wasserburg und eventuell Ebersberg von Haag aus zusammen. Die Agenda21 - Haager Land entwickelt daraus eine Informationsbroschüre, der Landkreis prüft die Möglichkeiten für einen Rufbus zwischen Dorfen beziehungsweise Schwindegg und Soyen, der die beiden Bahnlinien verbindet. Der Landkreis prüft einen teilweisen Ersatz der Buslinie 9410 nach München durch eine Busverbindung nach Feldkirchen (S-Bahn) beziehungsweise Messestadt Ost (U-Bahn). Die Agenda wird sich für größere und besser gestaltete Anzeigentafeln einsetzen und ein gut funktionierendes Verfahren zu deren Pflege entwickeln.

re/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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