Professor Dr. Zwanzger zur aktuellen Lage im Innsalzach-Klinikum Wasserburg

Immer wieder Corona-Ausbrüche - „Bis wir das Ende der Fahnenstange erreichen, dauert es noch“

Corona-Ausbruch im Wasserburger Innsalzach-Klinikum
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Ärztlicher Direktor Professor Dr. Peter Zwanzger äußert sich zum Corona-Ausbruch im Wasserburger Innsalzach-Klinikum.

Wasserburg - Das Coronavirus hat die Region fest im Griff und wirbelt gerade auch den Alltag und Ablauf in Kliniken gehörig durcheinander. Auch das Innsalzach-Klinikum (ISK) hat das Virus im Griff. Für Professor Dr. Peter Zwanzger, den ärztlichen Direktor des ISK, allerdings kein Grund zur Besorgnis.

„Wir reden von einem Corona-Ausbruch, sobald mehrere Personen - sei es Personal oder Patienten - bei uns auf dem Gelände vom Virus betroffen sind. Das betrifft immer wieder in regelmäßigen Abständen einzelne Stationen. Aktuell ist die Situation die, dass auf einen Schlag gleich elf Mitarbeiter im Rahmen einer regulären Reihentestung im altersmedizinischen Bereich positiv auf das Coronavirus getestet wurden und sich jetzt in Quarantäne befinden. Das allein stellt natürlich schon einen gewissen Personalausfall dar - wir haben allerdings die Lage im Griff“, unterstreicht Professor Zwanzger im Gespräch mit wasserburg24.de.


Dass auch Todesfälle zu bedauern sind, sei grundsätzlich „nichts ungewöhnliches“ an einem Klinikum. „Es ist richtig, dass gerade die älteren und an Vorerkrankungen wie Altersdemenz leidenden Patienten versterben - auch an oder mit Corona“, erklärt der Professor. „Gerade die älteren Patienten sind oft verwirrt, fassen alles an oder nehmen ihre Masken selbständig ab - das stellt auch das Personal vor eine große Herausforderung, die Hygienebestimmungen zu jeder Zeit korrekt einhalten zu können, gegenzuwirken und eine Infektion zu verhindern.“

Corona-Todesfälle im ISK im „niedrigen einstelligen Bereich“


Im Innsalzach-Klinikum könne sich die Lage jeden Tag ändern, weswegen die Krisenstabführung der Klinik beinah täglich einen gemeinsamen Austausch abhalte, um auf die Entwicklungen durch das Virus entsprechend reagieren zu können. Es gebe sowohl Isolierstationen in der Suchtabteilung sowie der Allgemein-Psychiatrie 1 als auch eine Covid-Station momentan im Zentrum der Altersmedizin - beides lasse sich wenn nötig ausweiten oder vergrößern.

Weil sich die Situation aber von einem Tag auf den anderen ändern könne, sei dies dem Professor zufolge auch der Grund, weswegen das ISK keine genauen Zahlenangaben zu Infizierten oder gar Toten herausgebe. Es handle sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei den Todesfällen jedoch um einen „niedrigen einstelligen Bereich“, versichert Professor Zwanzger.

Allgemein werde im Innsalzach-Klinikum sehr viel getestet - sowohl mit Schnell- als auch mit PCR-Tests. Dennoch bliebe ein sehr geringes Restrisiko, dass jemand sich trotz negativem Corona-Test infiziert haben könnte, betont der Ärztliche Direktor in Bezug und spielt mit dieser Aussage auf die Inkubationszeit von wenigen Tagen an. Ganz verhindern ließe sich eine Infektion mit dem Coronavirus eben doch nicht. Doch Professor Zwanzger bleibt optimistisch: „Wir haben 35 Stationen im Innsalzach-Klinikum, bis wir das Ende der Fahnenstange erreichen, dauert es noch.“

mb

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