Umgehung: Zäher Tausch der Zuständigkeiten

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Seit 2003 hat Haag die Umgehungsstraße, das Rosenheimer Bauamt und die Gemeinde wollen jetzt die Umwidmung in die Zuständigkeit des Staates vorantreiben.

Haag - Seit dem Jahr 2003 rollt der Verkehr über die Haager Umgehungsstraße. Nach acht Jahren soll die Straße nun endlich in Haager Gemeindezuständigkeit fallen.

Seit dem Jahr 2003 rollt der Verkehr über die Haager Umgehungsstraße. Horst Zantner vom Bauamt Rosenheim hatte damals die Baumaßnahme begleitet und damals hieß es, dass eine Umwidmung der Straße vom Eigentum des Marktes Haag in das des Staates in fünf Jahren erfolgen könne. Gleichzeitig würde die B15, die als Verlängerung der Hauptstraße durch das Zentrum verläuft, in die Zuständigkeit der Gemeinde fallen.

Fünf Jahre vergingen, eine Besprechung mit dem Bauamt, dem planenden Ingenieurbüro und Bürgermeister Hermann Dumbs erfolgte. Die Gewährleistung sollte festgestellt werden. Das bedeutet, der Überlasser, die Gemeinde Haag, musste garantieren, dass die Umgehungsstraße in bestem Zustand ist. Da aber stellte man Mängel am Tragschichtbau fest. Die Regierung forderte die Gemeinde zur Behebung der Schäden auf. "Bürgermeister Hermann Dumbs blieb am Ball", so Zantner jetzt. Er habe mündlich wie schriftlich nachgefragt.

Nach Diplomingenieur Frank Ruckdäschel, Leiter der Abteilung am Bauamt Rosenheim, handelt es sich bei den festgestellten Fehlern um die Haftung der Klebestoffe zwischen den Asphaltschichten. Diese sei mangelhaft. Nach außen sehe man davon noch nichts, doch es könnten Schlaglöcher auftreten. Wenn die Beläge allerdings zehn Jahre hielten ohne Schlaglöcher, so die Erfahrungswerte, habe man auch später nichts zu befürchten.

Demzufolge wurde die Umstufung der Haager "Panoramastraße" auf zehn Jahre verlängert. "Streng genommen", so Horst Zantner, wäre sie also erst 2013 möglich, dennoch wäre die Umwidmung möglich und er fügt hinzu: "Auch wir haben ein Interesse an der Umstufung."

Die Kreisel seien wieder auf den neuesten Stand hergerichtet", so Bürgermeister Hermann Dumbs. Auch er weiß, dass diese Mängel "kein Hinderungsgrund" zur Umwidmung sind. Er vermutet, der Landkreis habe noch Probleme mit der neuen Einteilung von Kreis- und Gemeindestraßen. Der zuständige Referent Ortner vom Landratsamt Mühldorf bestätigt, dass die Anbindung an die Kreisverkehre im Osten zur Mühldorfer Straße und im Süden zwischen Altdorf und Rechtmehring noch geregelt werden müsse. Doch das habe mit einer Umwidmung der Umgehungsstraße nichts zu tun: "Ich wundere mich auch, warum das noch nicht geschehen ist."

Frank Ruckdäschel vom Straßenbauamt Rosenheim kennt die Haager Wünsche. Einerseits würden die Ortsdurchfahrten immer schlechter, andererseits wolle man das Zentrum verkehrstechnisch sanieren. Klar sei, dass die Asphaltschichten der Umgehungsstraße überprüft werden müssten, diese entweder einwandfrei herzurichten oder Ersatzzahlungen zu leisten sind. Daneben müsse auch die weitere Anbindung über Kreis- und Gemeindestraßen geklärt werden. Es dürfe beispielsweise keine "Kreisstraßenstummel" geben oder keine Kreisstraße, die in eine Sackgasse führe.

Die "Hausaufgaben" seien bei der letzten Besprechung 2010 verteilt worden. Derzeit stehe lediglich eine aktuelle Begutachtung aus. Die Antwort auf die mögliche Umwidmung der Umgehungsstraße fasst Frank Ruckdäschel überraschend präzise: "Von unserer Seite steht nichts entgegen. Es gehören dazu aber viele Leute an einen Tisch, die sich einigen müssen".

xy/Wasserburger Zeitung

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