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Klosterbräu droht Zwangsversteigerung

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Biergarten in Au.

Gars - In 375 Jahren hat die Klosterbrauerei Au einige Turbulenzen erlebt. Jetzt allerdings geht es um's Ganze: die Zwangsversteigerung droht.

Immerhin wird derzeit wieder gebraut und das Klosterstüberl mit Biergarten erlebt sogar einen Aufschwung.

1803 hat die Familie Gassner die Klosterbrauerei übernommen. Diese Ära ist nun wohl endgültig vorbei: Hubert Gassner, der letzte Braumeister, ist seit Februar nicht mehr in der Brauerei - aus gesundheitlichen Gründen, aber auch, "weil wir einen Neuanfang machen mussten", so Franz Rannetsperger.

Der kommt aus dem Getränkehandel, war im September in die Brauerei eingestiegen und wollte ursprünglich mit der Gesellschaft "Dunkles Bräuhaus Au" nur den Vertrieb und die Wirtschaft übernehmen. Doch dann hatte Hubert Gassner einen Herzinfarkt. Und die alten Probleme der Brauerei, nämlich massive Qualitäts- und Mengenschwankungen, seien eher noch stärker geworden, bedauert Rannetsperger.

So sei das Bier aus den Getränkemärkten kastenweise zurückgekommen, weil es nach kurzer Zeit bereits schlecht war. "Schließlich hatten wir bis Ende des Jahres die meisten Kunden verloren, und viel Geld dazu", so Rannetsperger. Der zog dann im Februar die Notbremse: Man trennte sich von Hubert Gassner, "menschlich gesehen keine leichte Sache."

Ein anderer Braumeister ist derzeit für das Klosterbräu Dunkel und Hell verantwortlich. Außerdem wurde die Menge weiter zurückgefahren: "Wir haben die Flaschenabfüllung bis auf Weiteres eingestellt. Unser Bier ist nurmehr im Auer Klosterstüberl und in ein paar Wirtschaften vom Fass zu haben."

Denn alles andere würde Investitionen erfordern, und die will und kann derzeit niemand vornehmen: Schon seit Februar 2010 steht die Klosterbrauerei unter Zwangsverwaltung, für den Herbst wird allgemein mit der Zwangsversteigerung gerechnet. Das wäre dann der wohl letzte Schritt für die Familie Gassner, der einmal neben der Brauerei zahlreiche Immobilien in Au gehört haben.

Franz Rannetsperger und seine Frau Rita schauen trotzdem optimistisch nach vorne. In der Wirtschaft und im Biergarten gehe es "deutlich bergauf", freuen sie sich. Seit einigen Monaten kocht Artur Jäckle hier und hat aus seinem vorherigen Restaurant in Waldkraiburg Gäste mitgebracht. Und der Auer Biergarten ist ohnehin immer gefragt.

"Entgegen aller Gerüchte kann ich versprechen, dass wir hier unser eigenes Bier ausschenken", so Rannetsperger - und zwar in hoher Qualität. Die Probleme damit seien Vergangenheit. Und auch beim Garser Volksfest von 1. bis 6. Juni wird es das traditionelle Klosterauer Bier geben: 150 Hektoliter Festbier sind eingebraut, "Engpässe, wie schon erlebt, dürfte es heuer also nicht mehr geben", so Bürgermeister Norbert Strahllechner.

Der will sich wie auch viele andere derzeit ansonsten in Sachen Klosterbrauerei nicht äußern: Vor der Versteigerung, bei der die Gemeinde wohl ein Vorkaufsrecht hätte, halten sich alle Parteien bedeckt. Nur Hubert Gassner hält das "Gerede von Zwangsversteigerung" für "Schmarrn". Ansonsten wollte er keine Stellungnahme abgeben.

Franz und Rita Rannetsperger denken immerhin schon weiter. Sie wollten zwar "nie Wirt werden", wie sie zugeben. Jetzt aber haben sie offensichtlich Geschmack an der Sache gefunden und würden auch nach einem Eigentümerwechsel als Pächter zur Verfügung stehen.

Ideen für die Brauerei gebe es auch schon. Und beide versichern: "Das Klosterstüberl soll bis zum Herbst und wenn es geht auch danach ein traditionelles bayerisches Wirtshaus bleiben."

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