Haager Schützen entdecken Bogenschießen

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Bogenreferent Franz Schederecker (links) mit Maximilian Jahna (rechts). Wenn er zumindest schon einmal die Scheibe trifft, braucht er hinterher seine Pfeile nicht suchen.

Haag - Die Haager Feuerschützen sind nun auch beim Bogenschießen aktiv. Das freut auch die Bogenschützen Babensham, die bisher als Einzige im Gau zu Pfeil und Bogen griffen.

Der Sport Bogenschießen hat Zulauf. Bisher waren die Babenshamer Bogenschützen im hiesigen Gau über Jahrzehnte der einzige Verein, jetzt sind die Haager Feuerschützen mit einer eigenen Abteilung auch dabei.

Eine gewisse Faszination übt das Bogenschießen zweifellos aus. Vielleicht weil in einer technisierten Welt, in der ohne Strom nicht mehr viel passiert, der Bogen als Präzisionsgerät einfach so funktioniert. Er benötigt keine Druckluft, kein Schießpulver, keine Kugeln. Sogar die Pfeile lassen sich ziemlich oft benutzen und alles spielt sich im Freien ab.

Unterhält sich Gauschützenmeister Helmut Wagner allgemein übers Schießen, bekommt er mitunter zu hören, der Sport sei schön und gut, aber der Umgang mit Gewehr und Pistole eben nicht jedermanns Sache. Vielleicht, folgert Wagner, hänge es damit zusammen, dass der Umgang mit Feuerwaffen teilweise kritisch gesehen wird. Anders sei das beim Bogen.

Die Idee dazu hatte man schon länger, so Wagner, der auch Vorsitzender und Schützenmeister der Haager Feuerschützengesellschaft ist. Engagierte dafür habe man in den eigenen Reihen gefunden, sie gehen beim wöchentlichen Training dem Bogenreferenten Franz Schederecker zur Hand. Mit dem ehemaligen Bolzplatz in Rosenberg gibt es seit vorigem Herbst auch ein Gelände, wenn auch die abseitige Lage nicht nur Vorteile hat. Feuerstellen auf dem Asphalt und Einbruchsspuren beim Container deuten auf ungebetenen Besuch hin. Trotzdem ist man froh über diese von der Gemeinde angebotene Möglichkeit. Den Winter lasse man erst einmal auf sich zukommen, "vielleicht gibt es im Zehentstadel noch Platz", hofft Wagner.

Der Verein hat zwei Übungsbogen, ab zwölf Jahren kann man probieren und samstags bei trockenem Wetter vorbeischauen. Wer sicher gehen will, spricht das mit dem Bogenreferenten Franz Schederecker, Telefon 08072/5569531, ab.

Technisch anspruchsvoll

Ist das gemacht, geht es los. Die Schießposition aufrecht mit nach links oder rechts gedrehtem Oberkörper. Unterschieden wird, ob man Rechts- oder Linkshänder ist und mit welchem Auge man besser sieht. Es gibt einen Schutz für den Unterarm, damit die zurückschnellende Sehne nichts anrichten kann, und dann noch einen Schutz für die Finger, das genügt.

Der Pfeil liegt am Bogen in einer Führung, in der Sehne klickt er ein. Dann streckt der Schütze den Arm aus, zieht mit der anderen Hand den Pfeil weit zurück, zielt durch das Visier, hält ruhig und lässt, möglichst ohne dabei zu wackeln, den Pfeil mit einer eleganten Handbewegung los. In Haag hat der Pfeil im Idealfall nach 30 Metern die Scheibe erreicht. Sind die Pfeile verschossen, machen sich alle der Sicherheit wegen gemeinsam auf den Weg zur Scheibe oder suchen die Pfeile. Das dauert in Haag manchmal etwas länger, weil irgendwelche Spaßvögel das pfeilaufhaltende Netz aus dem Container nahmen und im Wald versteckten. Jetzt muss es wieder hergerichtet werden.

Derzeit schießen in Haag etwa zehn Personen regelmäßig, rund 30 schauen gelegentlich vorbei, beobachtet Schederecker. An eine Teilnahme bei Wettkämpfen ist aber derzeit nicht zu denken, dafür darf sich das Niveau noch steigern. Viele sind froh, überhaupt die Scheibe zu treffen, geschweige denn reproduzierbar die Mitte davon.

Schon viel länger, genau seit 1984, befassen sich die "Bogenschützen Babensham" als eigener Verein mit dem Sport. Warum man so lange als einziger im Schützengau Wasserburg-Haag diese Disziplin angeboten hat, darüber kann Vorsitzender Roger Diller nur spekulieren.

Präzision auf große Distanz

Ein geeigneter Platz ist nicht leicht zu bekommen, vielleicht liegt es daran. Durchschnittlich schieße man hier auf 70 Meter, bis 90 Meter geht auch. Mit dem Gelände habe man großes Glück gehabt. Schon länger beteiligen sich die Schützen an Wettkämpfen. Etwa zehn sind bei Meisterschaften dabei, weitere 15 betreiben das mehr freizeitmäßig. Für eine Kontaktaufnahme zum Anschauen und Ausprobieren empfiehlt Dillen den Besuch der Vereinsseite www.bs-babensham.de.

Ob einem der Bogensport liegt, kann man ausprobieren, aber irgendwann steht doch die Frage einer Mitgliedschaft an. Alleine schon aus Versicherungsgründen ist das erforderlich. Wer das nicht mag und völlig unverbindlich schießen will, bekommt im Oberreither Waldseilgarten die Gelegenheit dazu. Stundenweise ist dort das Bogenschießen nach Vereinbarung möglich.

Darauf gekommen sei man gemeinsam mit Yvonne Kloos aus Prien, einer bayerischen Meisterin im Bogenschießen, erinnert sich Wildpark-Geschäftsführer Thomas Mittermair. Unter der Anleitung von Yvonne Kloos entwickelte sich das Bogenschießen auf Distanzen von 30 bis 60 Meter. Bogen, Pfeile und Armschutz, die komplette Ausrüstung, werden gestellt. Ein Schnupperbogenschießen ist in Oberreith schon ab acht Jahren möglich.

red/Wasserburger Zeitung

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