Eine sandige Ablenkung vom Unterricht

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Sonne, Sand und Beachvolleyball: Gestern wurde beim Sportunterricht des Gymnasiums gleich die neue Beachvolleyballanlage kräftig genutzt. 

Gars - Am Donnerstag wurde schon mit Begeisterung auf der neuen Beachvolleyball-Anlage am Garser Gymnasium gespielt. Finanziert wurde der Platz vom Förderverein.

 Landrat Georg Huber zeigte sich hocherfreut, als ihm jetzt der Förderverein die Beachvolleyballanlage als Geschenk übergaben: "Ich kann mich nicht erinnern, dass der Landkreis von einem Verein jemals so ein großzügiges Geschenk erhalten hat." Gerne sei man als Sachaufwandsträger der Schule bereit, künftig auch die Unterhaltskosten dafür zu tragen.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Josef Jäger, hatte eigens eine Übergabeurkunde vorbereitet. Darin wird festgestellt, dass die Beachvolleyballanlage nun zu den baulichen Anlagen des Gymnasiums gehört und in Zukunft auch von diesem zu betreuen und zu pflegen ist. Den kirchlichen Segen für die neue Sportanlage spendete Pater Josef Stöckl, der Rektor des Klosters Gars.

Schulleiter Oberstudiendirektor Gunther Fuchs erläuterte die Geschichte dieser einmaligen Aktion: Josef Jäger, ehemals Direktoratsmitglied und dann Vorsitzender des damals gerade neu gegründeten Fördervereins Gymnasium Gars, fragte vor etwa drei Jahren nach, was sich die Schule am meisten wünsche. Fuchs musste nicht lange nachdenken, weil man Stützpunktschule für Volleyball ist und schon seit Jahren gerne ein Beachvolleyballfeld gehabt hätte. Eine Verwirklichung war aber bis dahin aus verschiedensten Gründen gescheitert. Der Sachaufwandsträger habe eine solche Anlage momentan als Luxus angesehen, in den man angesichts der Schuldenlast des Landkreises keine Steuergelder stecken wollte, so Fuchs.

Aber der "mutige, ausgesprochen tatkräftige und deshalb außerordentlich erfolgreiche" Förderverein habe dann tatsächlich beschlossen, den Wunsch der Schüler und Sportlehrer zu erfüllen, obwohl es sich um ein teures Großprojekt handelte. Und da man dank des Entgegenkommens des Klosters genug Platz hatte, sei dann schließlich sogar eine Doppelanlage daraus geworden.

Josef Jäger erläuterte die Details dieses echten Gemeinschaftswerkes. Man sei zunächst angesichts der Kostenvoranschläge in Höhe von etwa 40 000 Euro für eine vergleichbare Anlage im Landkreis Rosenheim schon sehr erschrocken. Hochgerechnet auf die Jahresbeiträge der zur Zeit etwa 70 Vereinsmitglieder hätte man für das Projekt dieses Geld 20 Jahre ansparen müssen. Doch es wurde trotzdem angepackt. Das Kloster erlaubte die Benutzung des Platzes und sorgte schließlich dafür, dass die Anlage nach ihrer Fertigstellung in die Umgebung integriert wurde.

Der Landkreis stand zwar dem Projekt ablehnend gegenüber, gab aber die Baugenehmigung. Architekt Stefan Hajek übernahm als Zweiter Vorsitzender des Fördervereins Planung und Bauleitung ehrenamtlich. Weitere Einsparungen erzielte man durch das Herausstreichen aller verzichtbaren Details, außerdem legten Schüler, Lehrer und Vorstandsmitglieder des Fördervereins immer wieder selbst mit Hand an.

Doch es klaffte immer noch ein großes Loch bei den erforderlichen Finanzen, die jetzt noch rund 30 000 Euro ausmachten. So kam man auf die Idee, bei vielen schulischen Veranstaltungen "Sandaktien" für 25 Euro anzubieten. Eine der benötigten 350 Tonnen Quarzsand aus der Oberpfalz war damit jeweils finanziert. Außerdem stifteten Firmen aus der Region Material, Geld und Arbeitsleistungen, und über 10 000 Euro wurden als Großspenden von ehemaligen Schülern beigesteuert.

ba/Mühldorfer Anzeiger

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