Spediteure brauchen eine Entlastung

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Daniela Raab beim Runden Tisch mit dem Transportgewerbe.

Albaching - Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise sollte das Bundesverkehrsministerium die Mauterhöhung für die Spediteure und Transportunternehmer aussetzen.

Dafür sprachen sich die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Raab und die Vertreter der Transportwirtschaft bei einem Treffen in Albaching aus. „Uns hat nicht nur die Erhöhung der Maut getroffen“, sagte der Vizepräsident des Landesverbandes der Bayerischen Transport- und Logistikunternehmen (LBT), Wolfgang Anwander. „Wir haben auch mit höheren Dieselpreisen und mit einem drastischen Rückgang der Aufträge zu kämpfen.“ Das Ladungsaufkommen ging nach Anwanders Angaben um 20 Prozent zurück. „Es gibt viele ausländische Unternehmen, die günstiger fahren können als wir.“ Am Runden Tisch nahmen neben den Vertretern des LBT auch Transportunternehmer aus dem Landkreis Rosenheim teil sowie CSU -Bezirksrat Sebastian Friesinger teil.

Die CSU hat nach den Worten von Daniela Raab vergeblich versucht, eine Aussetzung der Mauterhöhung über den Bundesrat durchzusetzen. „Die Entscheidung dagegen war denkbar knapp. Die Folge ist jetzt, dass viele Banken die Transportunternehmen als Risikogewerbe einstufen, und es zu einer Kreditklemme gekommen ist. Das kann nicht sein.“ Zu schaffen macht den Betrieben die Bevorzugung der umweltfreundlicheren LKW in der Schadstoffklasse Euro 5.

„Die meisten haben viele Euro 3 – LKW in ihren Hallen stehen“, berichtete der Albachinger Transportunternehmer Christian Huber. „Das sind keine Stinker, sondern Fahrzeuge, die vielleicht drei bis fünf Jahre alt sind.“ Durch die höheren Mautsätze werden diese LKW erheblich entwertet. „Wir können sie nur mit großen Verlusten verkaufen. Zum anderen sagen uns die Banken, dass wir unsere Bilanzen berichtigen müssen, weil diese LKW viel weniger wert sind. Damit sinkt unsere Eigenkapitalquote erheblich. Wie sollen wir da die Krise überstehen?“

Daniela Raab sprach sich dafür aus, die Festlegung der Mauthöhe in die Entscheidungsbefugnis des Deutschen Bundestags zu legen.

Nicht einig waren sich die Transportunternehmer und die heimische Wahlkreisabgeordnete beim Thema Mautausweichverkehr. „Es gibt keinen Mautausweichverkehr auf Bundesstraßen“, sagte der Bezirksgeschäftsführer des LBT für Oberbayern und Schwaben, Tilmann Mager. Dies könne man mit Zahlen aus den Jahren 2005 und 2007 belegen. Die Unternehmer verwiesen auf die oft überlasteten Autobahnen. Vor allem wegen der Staus müssten die LKW an Spitzenzeiten auf Bundesstraßen ausweichen.

Daniela Raab bat um Verständnis dafür, dass sie dieses Thema auch aus Sicht der Anwohner bearbeiten müsse. „Die B 15 ist auf den rasant gestiegenen Verkehr überhaupt nicht ausgelegt. Bei mir gibt es zahllose Beschwerden von Anwohnern, die entlang der Route leben und den Schwerlastverkehr täglich vor der Haustür haben. Diese Sorgen nehme ich ernst.“ Aus diesem Grund hofft Daniela Raab auf die Westtangente. Die Spediteure und Transportunternehmer appellierten an die CSU -Politikerin, bei der Bevölkerung um mehr Verständnis für den LKW-Verkehr zu werben. „Wenn man das Land als Körper betrachtet, dann sind die Straßen die Adern, durch die Blut fließen muss“, sagte Wolfgang Anwander. „Ohne dieses Blut gibt’s Herzinfarkte und Schlaganfälle. Und die LKW sind es auch, die Supermärkte beliefern, und dafür sorgen, dass die Menschen die Waren bekommen.“

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