Schimpftiraden noch vor Antrag

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Das ehemalige Buchmeier-Grundstück in der Garser Hauptstraße. Hier sollen nach dem Abriss des Anwesens nun Parkplätze und ein Imbiss entstehen.

Gars - Parkplätze und ein Imbiss sollen auf einem Grundstück an der Garser Hauptstraße entstehen. Das führte in der jüngsten Gemeinderatssitzung zu einem Eklat.

Ein Nachbar befürchtete "anatolische Autohändler" und einen Schrottplatz.

Vor einigen Wochen war vom neuen Besitzer des Grundstücks das alte Buchmeier-Anwesen in der Garser Hauptstraße abgerissen worden: Jetzt steht ein Nutzungsantrag für die planierte Fläche im Raum, der aber vom Gemeinderat noch nicht behandelt wurde. Der südliche Nachbar nutzte aber die "Bürgerfragestunde" zu Beginn der letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung, gegen die neue Nutzung zu Felde zu ziehen.

Bürgermeister Norbert Strahllechner wertete dies am nächsten Tag auf Nachfrage als "absolut unnötige Provokation" gegen den Bauwerber mit "Äußerungen unter der Gürtellinie".

Nach einem "schönen Gruß aus München", wo er letzte Woche ein Treffen mit "seinem Freund Ramsauer" gehabt habe, forderte der südliche Nachbar den Bürgermeister auf, sein Mandat wahrzunehmen und die Bürger von Gars, einer schönen Stadt, zu schützen. Er habe auch eine von ihm initiierte "Bürgerliste" mit 60 Unterschriften mitgebracht, wo man sich gegen die beabsichtigte Nutzung auf dem früheren Buchmeier-Anwesen ausspreche.

Der Kritiker wartete mit den schlimmsten Szenarien auf. So würden sich an der Imbiss-Bude die Schüler der örtlichen Schulen in großer Zahl versammeln und durch den Schwerlastverkehr in der Hauptstraße sehr gefährdet sein. Außerdem gebe es dann im Umfeld Abfälle wie bei Mc Donald's.

Im übrigen sei der neue Besitzer des Anwesens ein Gebrauchtwagenhändler, der dort seinem Gewerbe nachgehen wolle. Somit sei zu erwarten, dass sich der Parkplatz zum Treffpunkt "anatolischer Autohändler" zum Beispiel aus Polen, Tschechien und Bulgarien entwickle. Ein "Schrottplatz" in der schön renovierten Umgebung des Garser Ortszentrums sei aber nicht hinnehmbar.

Der so gescholtene Bauwerber meinte auf Nachfrage: "Ich stehe über diesen Dingen, solche Äußerungen sind Kindereien und gehören keinesfalls in eine öffentliche Gemeinderatssitzung. Mein Nachbar hegt persönliche Ressentiments und versucht jetzt, die Bevölkerung gegen mich aufzubringen. Alle bisherigen Arbeiten auf dem Grundstück wurden stets erst nach vorheriger Absprache mit Gemeinde und Landratsamt durchgeführt. Eine schriftliche Stellungnahme über die Gestaltungsabsichten liegt der Gemeinde bereits seit November vor, der offizielle Bauantrag wurde eben eingereicht."

Demnach sei ein "einfühlsam gestalteter Parkplatz mit 29 Plätzen" vorgesehen.

ba/Wasserburger Zeitung

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