Ein Baugebiet für 29 Häuser

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29 Parzellen für etwa 125 Menschen schließen hier an.

Reichertsheim - Ramsau wächst in Richtung Norden. Im neuen Bebauungsplan "Ramsau Mitte" sind insgesamt 29 Bauparzellen vorgesehen.

Die Festsetzungen für den neuen Bebauungsplan "Ramsau Mitte" hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung verhältnismäßig weit gefasst. Im nächsten Schritt folgt die öffentliche Auslegung mit Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.

Architekt Thomas Schwarzenböck erklärte die Änderungen seit der letzten Behandlung des Themas im vorigen Herbst. Zuerst sei der Flächennutzungsplan zu ändern, denn im westlichen Teil des Baugebietes gibt es noch eine so genannte Gemeindebedarfsfläche für die Vergrößerung der Schule. Das sei absehbar jedoch kein Thema mehr, kam der Rat überein. Umgewandelt wird das in ein allgemeines Wohngebiet, genauso wie der Rest. Aufgrund schon konkreter Bauwünsche kam man Bauherrn entgegen und gestaltete drei Parzellen größer, so dass sich deren Zahl um eine auf 29 reduziert und zwei einen etwas größeren Garten bekommen.

Diskutiert wurde, ob Mehrfamilienhäuser auch als Sechsspänner sinnvoll seien. Mehrfamilienhäuser ja, aber maximal vier Wohneinheiten, lautete das Fazit nach der Diskussion. Ab 540 Quadratmeter Grundstücksfläche sollen bereits Doppelhäuser möglich sein.

Aus optischen Gründen wünschte sich Josef Pflügl die höheren Häuser im inneren Bereich. Zur nördlichen und damit äußeren Abgrenzung ist auch nur das klassische Satteldach erlaubt, innen aber durchaus ein Walmdach für Häuser im derzeit nicht bei allen Gemeinderäten beliebten Toskana-Stil. Die Oberkante des Erdgeschosses hin zur Straße ist mit 25 Zentimeter festgelegt worden und wird auch kontrolliert. Die Wandhöhen reichen bis zu sechs Meter, ein Dach darf sich zwischen 18 und 35 Grad neigen. Flachdächer sind auch möglich, sofern sie begrünt sind. So ein Dach habe mehrere Vorteile, erklärte der Architekt dazu, etwa die Isolierung und die zusätzliche Versickerungsmöglichkeit. Selbst das "Aufständern" von Solarplatten ist erlaubt. Zäune dürfen einen Meter hoch sein, beim Material steht einiges zur Auswahl, so lange der Zaun am Boden für kleinere Tiere durchlässig ist. Franz Stein hätte gern noch weniger Vorgaben und die zur Einfriedung am liebsten "ganz raus" getan. Man sollte aber doch "bissl schauen, dass es gleich ist", gab Bürgermeisterin Annemarie Haslberger zu bedenken.

Ab 75 Quadratmeter Wohnfläche sind zwei Stellplätze Pflicht, darunter genügt einer. Sieben Meter soll die Erschließungsstraße breit sein. Die werde als verkehrsberuhigter Bereich so gestaltet, dass man gar nicht schnell fahren könne, beschrieb das der Planer.

Für eine zentrale Heizanlage sah er keinen Bedarf, "die heizt mehr ins Erdreich, als dass von den Häusern etwas gebraucht wird", so Schwarzenböck. Denn die Häuser seien gut gedämmt und produzieren selbst Energie.

Das gesamte Gebiet ist 2,73 Hektar groß, gehörte vormals dem Kloster und soll in zwei Abschnitten innerhalb zehn Jahren mit rund 50 Wohneinheiten bebaut sein. Geschätzt wohnen dann 125 Menschen mehr in Ramsau, darunter bis zu 35 schulpflichtige Kinder mit einem äußerst kurzen Schulweg in der Grundschulzeit.

Der Lärm der angrenzenden Schule sei für die neuen Nachbarn hinzunehmen, der vom danebenliegenden Sportplatz auch. Das habe ein Gutachten ergeben, auf Schallschutzmaßnahmen könne verzichtet werden. Nur beim nahen Spielfeld gibt es zeitliche Einschränkungen von sechseinhalb Stunden unter der Woche und siebeneinhalb Stunden sonn- und feiertags, jeweils in der Zeit von 7 bis 22 Uhr.

Diese Festsetzungen und Änderungen für den Flächennutzungsplan und den neuen Bebauungsplan wurden einstimmig gefasst. Eine Bekanntgabe war, dass die Erschließungsarbeiten für dieses Gebiet mittlerweile vergeben sind.

kg

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