Rechtmehringer informierten sich über Großprojekt 

So laufen die Arbeiten zum Neubau der A94 im Isental

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Die Bauarbeiten zum Neubau der A94 im Isental laufen voran und befinden sich im Zeitplan. 
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Rechtmehring/Dorfen - Die Gemeinde Rechtmehring und die Isentalautobahn luden am 30. August zur Besichtigung der Baustelle A94 bei Dorfen ein. Im Besucherzentrum erläuterte der technische Leiter Alfred Stangassinger den Rechtmehringern, darunter Bürgermeister Sebastian Linner und Gemeinderatsmitgliedern, wo man mit dem Großprojekt aktuell stehe. 

Im Fokus der Ausführungen standen die vier Großbrücken zwischen Heldenstein und Pastetten, die peu à peu erstellt werden:

  • Mit 600 Metern Länge ist die Isentalbrücke die längste und größte.
  • Die Goldachtalbrücke ist 420 Meter lang und wird mit einem Hohlverfahren gebaut. Sie ist innen also nicht vollständig ausbetoniert.
  • Die Rimbachtalbrücke wird später eine Gesamtlänge von 350 Metern aufweisen und besteht ebenfalls aus einem Hohlkasten. Sie ist die herausfordernste Brücke und wird mit drei verschiedenen Bauverfahren errichtet. 
  • Die Ornautalbrücke steht in unmittelbarer Nähe zur Rimbachtalbrücke und ist 360 Meter lang. Auch sie hat einen Hohlkasten und wird mit einem Taktschiebeverfahren mittels Hydraulik gebaut. Drei Stunden lang dauert ein Verschiebeabschnitt.

Sorgenkind Ornautalbrücke - Abriss und Neubau

Die Ornautalbrücke bereitete den Verantwortlichen erst vor Kurzem Sorgen. Wegen eines Baufehlers mussten Teile des neuen Bauwerks bei Obertaufkirchen noch vor der Inbetriebnahme wieder abgerissen und neugebaut werden. Der Grund: Man habe Abweichungen von mehr als drei Millimeter im Bereich des Taktschiebeverfahrens festgestellt. 

Stangassinger dazu: "Die Standsicherheit und die Tragfähigkeit waren zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Was jedoch die Dauerhaftigkeit der Brücke anbelangt, so wollten wir kein Risiko eingehen. Daher wurde ein Teil abgebrochen und neu erstellt. Wir streben schließlich die Errichtung stabiler Bauwerke für mindestens 70 Jahre an." 

Deshalb habe man als Auftraggeber sofort gehandelt, als es bei eine Stichprobe Unregelmäßigkeiten aufwies. Die Kosten für Abriss und Neubau der Fahrspur trägt die Betreibergesellschaft. Es soll aber weder zu Verzögerungen im zeitlichen Ablauf der Bauarbeiten noch einer Kostensteigerung kommen.

Die Rechtmehringer besichtigten am 30. August unter anderem die Goldachtalbrücke.

34.000 Kubikmeter Erde zu Hochzeiten bewegt

Im Laufe der Arbeiten seien untergrundverbessernde Maßnahmen erforderlich gewesen. "Dass die Bodensituation schwierig ist, war uns vorab bekannt. Unter anderem mit sogenannten lastabtragenden Schottersäulen haben wir den Untergrund in Bezug auf die Standsicherheit verbessert", erläutert Stangassinger weiter. 

Der Erdbau sei mittlerweile größtenteils abgeschlossen. Hier seien Massenbewegungen von einer Tiefe bis 20 Meter und einer Höhe bis 18 Meter entlang der Strecke für die endgültige Lage der Autobahn vorgenommen worden. Der "Weiße Riese", ein Bagger, dessen Schaufel ein Füllvermögen von 7,5 Kubikmeter Erde aufweist, war dabei das, so beton Stangassinger, "schwerste Gerät auf der Baustelle". Mit dem überdimensionalen Bagger seien so zu Hochzeiten und bei guter Witterung 34.000 Kubikmeter Erde bewegt worden. 

Die Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH) rund um die Autobahnbaustelle seien laut Stangassinger entsprechend abgesperrt und werden von den Lastern umfahren

Der Neubau der A94 bei Dorfen ist teilweise bereits betoniert.

Daten und Fakten zum Neubau der A94: 

Der Bau der Isentalautobahn A94 Forstinning – Marktl quer durch das Innsalzach-Gebiet umfasst den vierstreifigen Neubau zwischen Pastetten und Heldenstein und fungiert als Teil der insgesamt rund 150 Kilometer langen A94 zwischen München und Pocking.

Mit dem 33 kilometerlangen Neubau des Abschnitts Pastetten – Heldenstein wird eine leistungsfähige und verkehrssichere Ost-West-Achse vervollständigt. 

Seit 2012 plant die Autobahndirektion Südbayern als Auftragsgeber das Großprojekt im Landkreis Mühldorf. Im Februar 2016 wurde mit den insgesamt veranschlagten 45 Monaten Bauzeit begonnen. Bis Ende 2019 soll das Projekt abgeschlossen sein. 

Bis zum Jahr 2046 ist die Isentalautobahn GmbH & Co.KG für Betrieb und Erhalt des gesamten Autobahnabschnitts Forstinning – Marktl verantwortlich. Die Projektgesellschaft gewährleistet während der 30-jährigen Vertragslaufzeit den vereinbarten Zustand der Strecke.

Die Kosten des Mammut-Projekts liegen bei 440 Millionen Euro. Eine Kostenexplosion werde es nicht geben, betonten die Verantwortlichen im April 2018. Die zuständige GmbH erhält 40 Prozent der Planungs- und Baukosten als Abschlagszahlung. Der verbleibende Teil der Baukosten und ein Teil der laufenden Kosten werden privat unter anderem durch Finanzierungsverträge mit Banken gestemmt

Baufortschritt der Autobahnbaustelle A94 bei Dorfen:

Die Baustelle der A94-Isentalautobahn im August 2018

mb

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