Projekt Netto-Markt vorgestellt

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Das Grundstück an der Lengmooser Straße zwischen der Stanggassingerstraße und der Bebauung an der St.-Ulrich-Straße ist für die Ansiedlung eines Netto-Marktes ins Auge gefasst.

Gars - Selten ist der Garser Sitzungssaal bis auf den letzten Platz besetzt wie bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Es ging um die Ansiedlung eines neuen Discounters, Netto hat einen Bau im Gebiet Volksfestwiese ins Auge gefasst.

"Informationen zur Ansiedlung eines Lebensmitteldiscounters in Gars" standen auf der Tagesordnung und dazu stellten Expansionsleiter Thomas Bittmann von der zur EDEKA-Gruppe gehörenden Firma Netto Markendiscount, Diplomkaufmann Günther Schmidl und Diplomingenieur Klaus Uhrig von Ratisbona, dem Bauträger und Projektentwickler für Fachmarktzentren und Lebensmittelmärkte, Konzept und Standortanalysen vor:

In Gars gebe es zwei sogenannte Vollsortimenter, die beide zu EDEKA gehörten. Da die Verbraucher zusätzlich auswärts auch in Discountern einkauften, würde Netto diese Discountschiene nach Gars bringen und so zum Vorteil aller Gewerbetreibenden und Kunden am Ort Kaufkraft binden, erläuterten die Gäste. Dazu sei auch eine unabhängige Analyse des EDEKA-Konzerns erstellt worden.

Zurzeit baue Ratisbona in Schwindegg für Netto einen Markt, der im November eröffnet werde. Auch in Gars würde sich das Netto-Konzept ideal einfügen. Dieser Markendiscount habe einen Einzugsbereich ab 4000 Einwohner und verstehe sich mit seinen über 3700 Artikeln als Nahversorger mit Discountpreisen. Zum Vergleich biete der normale Super- oder Verbrauchermarkt als Vollsortimenter 7000 bis 8000 Artikel an. Der Einzugsbereich eines künftigen Netto-Markendiscounters in Gars würde sich somit auf die Gemeinden Gars und Unterreit, Ortsteile von Reichertsheim sowie die nördlichen Teile von Babensham und Soyen erstrecken und somit rund 5700 Einwohner umfassen.

Ins Auge gefasst hat man die im Baugebiet Volksfestwiese und westlich der Einfahrt zur Stanggassingerstraße an der Lengmooser Straße gelegene verkehrsgünstige Fläche. Die abzweigende Radegundisstraße müsste weiter nach Süden verlegt werden. Der Markt wäre rund 1000 Quadratmeter groß und würde über 65 Parkplätze verfügen. Im Kassenvorfeld könnte sich ein Bäcker ansiedeln.

Das Fazit der Referenten im Gemeinderat: Für Gars würden sich die wohnortnahe und die Umlandversorgung verbessern, der örtliche Einzelhandel würde gestärkt, die Ortsattraktivität gesteigert und mehr Kaufkraft am Ort gebunden, weil die Leute weniger in die umliegenden Zentren fahren.

Die Gemeinderäte interessierten sich bei ihren Fragen vor allem für die Berücksichtigung regionaler Betriebe beim Bau, für die Architektur, für das Sortiment und regionale Produkte im Angebot, für die Zahl der Beschäftigten, die am Ort gezahlte Gewerbesteuer sowie für Lärmschutzauflagen bei der Belieferung.

Auch die Wettbewerbssituation vor Ort und das Einkaufsverhalten der Kunden wurden diskutiert. Laut Statistik fließen rund 60 Prozent der Kaufkraft beim Einzelhandel in die Discounter, wovon dann künftig einiges in Gars abgeschöpft würde, so die Gemeinderäte. Im Übrigen schaue der EDEKA-Konzern stets genau hin, dass man den örtlichen Supermärkten nicht "das Wasser abgrabe". Zusätzliche kleinere Läden in den Ortsteilen seien wiederum ohnehin ganz anders strukturiert.

Für Bürgermeister Norbert Strahllechner ist der Standort an der Lengmooser Straße die einzige Möglichkeit für einen solchen Markt. Das Baurecht und die Bereitschaft des Grundstückseigners zum Verkauf seien gegeben. Die Firma Ratisbona habe sich im Übrigen auch in Gars-Bahnhof um ein Grundstück bemüht, was aber gescheitert sei.

ba/Waldkraiburger Nachrichten

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