Schlossturm: Pokern um Finanzierung

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Der Schlossturm und seine Zukunft waren bei der Haager Bürgerversammlung das meistdiskutierte Thema.

Haag - Wie sieht die Zukunft des Haager Schlossturms aus? Wie wird die nötige Renovierung finanziert? Das Haager Wahrzeichen stand im Mittelpunkt des Interesses auf der jüngsten Bürgerversammlung.

Neben den Zahlen des Bürgermeisters stand die Zukunft des Schlossturms im Mittelpunkt des Interesses auf der Bürgerversammlung im Haager Bürgersaal.

Bürgermeister Hermann Dumbs konzentrierte sich auf die höchsten Investitionen der letzten zwei Jahre. Für die Schulhaussanierung habe die Gemeinde schon knapp sechs Millionen verbaut. An Zuschuss seien 2,5 Millionen Euro zu erwarten. Als übertrieben stufte er die Vorschriften für den Bau der Mensa ein. Auch der neue Status der Mittelschule sei Augenwischerei. Scheibchenweise folgten jetzt Auflagen und die "Hin- und Herfahrerei der Schüler".

Das Vereinshaus verschlang bisher 304.000 Euro, an Zuschuss erhielt die Gemeinde 245.000. Am Zehentstadel sind nun 740.000 Euro verbaut. Das Dach wird heuer abgeschlossen. Die Gesamtkosten werden sich auf eineinhalb Millionen belaufen. Die Löwenbrücke steht bei 418.000 Euro mit 337.500 Zuschuss. Der Parkplatz an der Rute ist auf 781.000 Euro geschätzt, die Kinderkrippe auf 771.750. Für den Freibadbau sind 18400 Euro Spenden eingegangen, ausgegeben wurden 1,15 Millionen. Im Plan befinden sich laut Dumbs schließlich die Kanalisierung Lerchenbergs und die Umwidmung der Panoramastraße. Künftig müsse man "mit Maß und Ziel wirtschaften".

"Haag ist die Perle des westlichen Landkreises", so Landrat Georg Huber. Um das zu bleiben, müssten die historischen Bauten aber auch hergerichtet werden. Der Schlossturm müsse im Eigentum der Gemeinde sein: "Ich unterstützte das." Bestens funktioniere das Bürgerbüro, das die Bevölkerung bei Behördengängen entlaste. Ein Anliegen sei dem Landkreis das Krankenhaus, das mittlerweile wirtschaftlich arbeite. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit solle künftig in Haag genauso wie in Mühldorf funktionieren. Die Anbindung des "Motors im Westen" an Mühldorf will der Landkreischef mit einer besseren Busverbindung festigen.

In der angeregten Diskussion ging es immer wieder um den Schlossturm. Man wollte wissen, wann das Museum wieder öffnen könne. Dazu verwies Zweiter Bürgermeister Dr.Winfried Weiß, der die Diskussion leitete, auf den Vorschlag eines überdachten Zuganges, den die Behörden abgelehnt hatten. Laut Dumbs dauert die Sanierung bis zu zwei Jahren. Der Turm habe an der Westseite einen Sprung und ein teilweise verfaultes Dachgebälk.

Dumbs rechtfertigte das lange Zögern der Gemeinde damit, dass der Staat mit Verkaufsdrohung pokere, also dürfe auch die Gemeinde um die beste Finanzierung pokern. "Wir müssen den Turm wohl nehmen", räumte er ein. Einen anderen Weg akzeptierten die Bürger nicht. Weitere Vorschläge dazu waren, den Turm zu erwerben und dann in Eigenregie mit ihm zu verfahren, "ohne sich von oben dreinreden zu lassen". Dagegen spricht laut Dumbs das Gesetz des Denkmalschutzes.

Weiß beteuerte, kein Investor könne den Turm wegen der Auflagen profitabel nutzen. Auf die Flaute in seinem "Verein zum Erhalt des Haager Schlossturms" angesprochen verwies er auf die ungeklärten Besitzverhältnisse.

Anregungen zur Finanzierung kamen: Haag solle mehr die Bewohner des Landkreises mobilisieren, nicht so viel Geld für die Bücherei ausgeben, Bürger könnten Anteile am Turm erwerben, Ältere sollten ihr Erbe nicht der Kirche, sondern dem Schlossturm vermachen.

Daneben ging es um "laute Arbeiten" und den "unglücklichen" Gehsteig der Lerchenberger Straße.

xy/Wasserburger Zeitung

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