Petition in Sachen Schlossturm verfasst

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Haag - Der Gemeinderat verfasste eine Petition an den Landtag zum Thema Schlossturm. Dabei drängen die Räte auf schnelle Sanierung und eine neue Regelung der Finanzierung.

Lange hörte man nichts mehr von der angeblich so dringenden Sanierung des Haager Wahrzeichens. Nach wie vor steht das Ein-Euro-Angebot des Staates, der das als "unrentierlich" eingestufte Objekt wohl loshaben will. Keiner reißt sich darum, die spröden Gemäuer des Turms auszubessern und dafür die erhebliche Summe von über einer Million Euro zu berappen.

Nun will der Gemeinderat nochmals anschieben. Er verfasste eine Petition an den Vorsitzenden des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen, den Abgeordneten Georg Winter im Landtag. Der Markt Haag als Mieter des Schlossturms, heißt es da, bedaure, dass Turm wie Schlosshof seit 2005 wegen Baufälligkeit nicht mehr genutzt werden dürften.

Neben der Sanierung seien weitere "erhebliche Kosten" zu erwarten, so für die Umfassungsmauern der Außenanlagen. Die Räte sehen im Angebot des Staates seit längerer Zeit nun schon keine Fortschritte. Sie hingen bei der Zuschussfrage immer noch "in der Luft". Das belege ein "unzureichendes Engagement des Freistaates".

Schlossturm Haag

Außer Frage steht es für den Haager Gemeinderat, dass der Turm in öffentlichem Besitz bleiben muss. Dabei solle der Erhalt bayerischer Geschichte, nicht aber die Rentierlichkeit im Vordergrund stehen: "Der Haager Schlossturm ist als der einzige noch bestehende mittelalterliche Wohnturm in Südbayern einmalig." Das bestätige auch das Landesamt für Denkmalpflege.

Haag habe an historischen Aufgaben genug. Die letzten zehn Jahre seien große Investitionen in die denkmalgeschützten Bauwerke geflossen: 1,5 Millionen für den Zehentstadel, 515.000 Euro für die Löwenbrücke und 260000 Euro für den Kirchplatz. Erhebliche Unterhaltskosten seien für den Zehentstadel auch die nächsten Jahre zu erwarten. Daneben treffe den Markt die Erneuerung der Schule, der Straßen, des Kanal- und Wasserleitungsbaus.

Die momentane finanzielle Last belegt der Gemeinderat in der Petition mit der Pro-Kopf-Verschuldung von derzeit 775 Euro. Sie werde sich bis 2014 auf 1694 Euro erhöhen. Vor diesen Tatsachen solle der Staat "dem Markt Haag und der Bevölkerung im Haager Land eine Perspektive geben". Die hat für die Räte im Wesentlichen drei Punkte: Erstens müsse der Staat die "seit Längerem zugesagte" Liste der Auflagen für die Nutzung des Schlossturms beibringen. Zweitens habe er für eine schnelle Sanierung zu sorgen, 2012 oder spätestens 2013. Dafür wäre Haag bereit, künftig eine angemessene Miete zu zahlen. Die Miete, die sich natürlich an der Unrentierlichkeit des Objektes orientieren müsse, könne bei 15.000 Euro pro Jahr liegen. Bisher habe der Markt pro Jahr nur 51 Euro Miete gezahlt. Die Nutzung des Turms als Museum und des Schlosshofes für kulturelle Veranstaltungen decke den Unterhalt des Museums.

Drittens sollen Staat und Gemeinde Haag gemeinsam die Entscheidung treffen, den Turm als historisches Denkmal unverändert zu lassen. Das entspreche dem Wunsch der Bevölkerung und der zuständigen Denkmalbehörden. Der Gemeinderat wolle mit der Petition dokumentieren, dass er sich "im noch vertretbaren Rahmen" an den Maßnahmen beteilige, dass aber die Baulast für die Sanierung beim Staat liege. Offen sei man für weitere Vorschläge.

xy/Wasserburger Zeitung

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