Parkplatz an Rute: Jetzt ganz flott

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Endspurt für die Planung: Witold Spyra, Eberhard von Angerer, Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß und Hans Urban (von links) mit dem neuesten Plan und dem Solardach-Modell.

Haag - Die unendliche Geschichte des Haager Parkzentrums an der Rute könnte noch dieses Jahr zu Ende gehen: Am Dienstag soll der Ausschuss des Gemeinderates die endgültigen Entscheidungen treffen.

Das Planungsteam traf sich jetzt zur letzten Besprechung. Nun sei, so Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß, die Chance gegeben, das Parkareal zwischen Krankenhaus und Hauptstraße an der Rute in diesem Jahr noch zu realisieren. Nötigenfalls müsse die Gemeinde auch Druck machen.

Nach dem Ausschuss-Beschluss kann der Antrag auf vorzeitigen Baubeginn bei der Regierung gestellt werden, dann die Ausschreibung und die Umsetzung der Maßnahme. Ebenfalls am Dienstag soll der exakte Zeitplan vorliegen.

Architekt und Städteplaner Eberhard von Angerer errechnete den 27. September als möglichen Baubeginn. Die Bauphase schätzte er auf acht Wochen. Eine letzte Abstimmung erfolgte bei der Besprechung im Rathaus mit Familie Goetzke. Ihr Firmenmüllhäuschen wird im Südosten der Anlage in die Überdachung integriert, was beiderseits Zustimmung fand.

Eine Änderung gibt es allerdings bei der Solardachbestückung der überdachten Parkfläche entlang der Rute. Die "Spalierwand" wird nach von Angerer auf Wunsch der Regierung einbezogen und mit einem Dach für Solargewinnung bestückt. Dafür können nun laut Hans Urban von der Firma Schletter aber nicht die Fertigteile verwendet werden, da der Parkplatz eine Neigung aufweist. Als Konsequenz muss die Gemeinde eine Kostensteigerung hinnehmen.

Von architektonischer Seite, so von Angerer und Witold Spyra vom Ingenieurbüro, sind jetzt nur noch Bodenproben zu entnehmen, um die Versickerungssituation zu überprüfen. Mit einberechnet habe man die vom Gemeinderat angeregte Tankstelle für Solar- und Elektrofahrzeuge.

Noch vor zwei Jahren im Januar hegte der Gemeinderat andere Vorstellungen: Die Haager sollten ein Parkhaus an der Rute erhalten. Diese Entscheidung fiel im Ausschuss des Gemeinderats mit nur einer Gegenstimme. Die Kosten waren auf eine knappe Million Euro geschätzt. Schon damals regte sich Widerstand gegen das "extrem moderne" Gebäude, das nicht ins Zentrum passe. Bemängelt wurde ebenfalls, dass keine alternative bodenerdige Planung vorgelegt worden war, obwohl man schon seit 2006 das Parkhaus plante.

Ein halbes Jahr später war alles ganz anders: Gestrichen waren die Pläne zum Parkhaus an der Rute. Der Gemeinderat forderte eine Abkehr von der "hässlichen Zweckarchitektur" und wollte auch die bis dahin auf das Dreifache gekletterten Kosten nicht verantworten. 148 Stellplätze hätte die von Architekten Josef Gissibl zuletzt vorgelegte "Stahlskelettkonstruktion" gebracht. Die Kosten lagen bei zwei Millionen.

Die letzte Gesamtplanung von Architekten von Angerer befürwortete der Gemeinderat vor einigen Wochen. Das künftige Parkzentrum an der Rute gliedere sich in zwei Bereiche. Für die 70 Stellplätze des ersten Bereiches ist auch eine Eingrünung vorgesehen. Die Kosten bezifferte von Angerer für den Platz allein mit 190 000 Euro. Dazu kommen 10 000 Euro für die Beleuchtung. 48 000 Euro muss die Gemeinde berappen, um die vorgeschlagene Überdachung zu schaffen.

xy/Wasserburger Zeitung

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