Wer nicht verkauft, der wird gestrichen

Haag - Bewegung will der Haager Gemeinderat in das Gewerbegebiet Winden zwischen B15 und Oberndorf bringen. Die Flächen von Grundstückseignern, die nicht verkaufen, werden künftig gestrichen.

Den Anlass zu dieser Grundsatzdebatte gab die CSU-Fraktion mit einem Antrag auf eine beschleunigte Änderung des Flächennutzungsplans. Man verwies dabei auf die Ausweisung des Kirchdorfer Gewerbegebiets westlich der B15. Sie sei nur dadurch ermöglicht worden, dass Haag auch seine Absicht zur Ausweitung angekündigt habe. Nun aber scheine nichts weiter zu gehen.

"Drei Jahre wurde nichts unternommen", kritisierte Zweiter Bürgermeister Dr.Winfried Weiß (CSU). Nun hieße es entweder nach vorne gehen oder die gesamte Änderung stoppen. Als Argument für die aktuelle Erweiterung brachte die CSU ein, dass die Firma Schletter kontinuierlich erweitere. "Die Schletter-Entwicklung ist noch nicht zu Ende", so Weiß.

Also müsse der Gemeinderat darauf schauen, dass die Firma zumindest im nächsten Bauabschnitt wieder auf Haager Gewerbegebiet gelange. Ohne eine Änderung des Flächennutzungsplans sei das allerdings nicht möglich. Somit beantrage man eine "unverzügliche Weiterführung" des Verfahrens. Gleichzeitig solle die Gemeinde einmal den aktuellen Stand der Erschließungsplanung für das Gewerbegebiet vorstellen.

Der Antrag auf Ausweiten mit diesen Flächen bringt nach Bürgermeister Hermann Dumbs dagegen nur eine "formale Aufwertung". Im "Ernstfall" nämlich verkauften die dortigen Grundstückseigner nicht. "Da bekommt keiner einen Grund", stimmte Josef Burger (PWG) zu. Damit gab sich Ludwig Schletter (CSU) nicht zufrieden. Die Gemeinde müsse endlich einmal mit den Eigentümern reden, sich aktiv einsetzen und für die Zukunft etwas entwickeln.

Die Konsequenz aus der Vergangenheit soll die Gemeinde nach Stefan Högenauer (CSU) ziehen. Flächen von Grundstücksbesitzern, die sich nun 30 Jahre geweigert hätten, für das Gewerbegebiet zu verkaufen, müssten wieder entwidmet werden. Hier sei der Flächennutzungsplan aufzuheben. Richtig sei die Weiterentwicklung im Umfeld der Firma Schletter. Die Gemeinde müsse endlich ein Signal setzen und von ihrem Planungsrecht Gebrauch machen.

Dumbs warnte wiederholt davor, neue Flächen auszuweisen, bevor die alten nicht verwendet sind. Plötzliche Änderungen könnten Erbfälle bringen. Jack Jakel (PWG) schlug vor, die Gemeinde müsse sich mit der Forderung "Verkaufen oder raus!" an die Inhaber der Felder wenden. "Dann kommt vielleicht etwas in Bewegung", stimmte Hans Urban (CSU) zu und riet, einen "Externen" mit den Verhandlungen zu beauftragen.

Haag kann nach Weiß jedenfalls nicht zulassen, dass die nächsten Erweiterungen der Firma Schletter wieder nicht auf Haager Gebiet stattfinden. Es handle sich insgesamt nur um zehn Grundstückseigner. Mit denen könne man ins Gespräch kommen. Die Gemeinde solle in den nächsten Monaten vorlegen, wer verkauft, wer nicht. In drei Monaten ist das laut Dumbs aufgrund personeller Probleme in der Verwaltung nicht umzusetzen.

Konkret erging dann der einstimmige Beschluss, einen Planer zu beauftragen, der die Gespräche mit den Eignern führt und die Änderung vornimmt. Die Flächen der Verkaufsverweigerer seien dann herauszunehmen.

xy/Wasserburger-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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