Neue Grundschule für Gars

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(Symbolbild)

Gars am Inn (WZ) - Ein Neubau ist günstiger als eine Sanierung. Diese Erkenntnis stellte der Garser Gemeinderat fest und beschloss den Bau einer neuen Grundschule.

Grundschule Gars wird neu gebaut

Das Dach ist marode, ab und zu tropft Wasser von Klassenzimmerdecken. Brandschutz und Technik müssen den Erfordernissen angepasst werden, und Maßnahmen zur Energieeinsparung und zum Wärmeschutz stehen an. Neubau ist günstiger als Sanierung stellte da der Garser Gemeinderat fest und beschloss deswegen den Bau einer Grundschule. Kosten für die Gemeinde: Geschätzte 2,5 Millionen Euro.

50 Jahre ist die gemeindeeigene zweizügige Grundschule, die von den Kindern aus Unterreit und Gars besucht wird, alt und nun besteht dringender Handlungsbedarf. Beim Konjunkturprogramm sei man nicht berücksichtigt worden, aber es müsse trotzdem dringend etwas geschehen, mahnte Bürgermeister Norbert Strahllechner in der jüngsten Gemeinderatssitzung erneut an. Architekt Stefan Hajek habe die Schule und die nur drei Jahre jüngere Turnhalle auch von der Substanz her genauer in Augenschein genommen.

Da der bestehende Bau aber auch durch eine kostenintensive und mit vielen Unwägbarkeiten verbundene Sanierung nicht optimal an die Erfordernisse für eine moderne Grundschule angepasst werden könne und Anbauten erforderlich wären, entstand der Vorschlag für einen kompletten Neubau.

Die Turnhalle wird ohnehin gemäß Gemeinderatsbeschluss in Kürze dem Neubau eines Kindergartens mit Kinderkrippe weichen (wir berichteten), eine neue Halle wäre auf der freien Ostseite im Anschluss an die Schule möglich.

Nun stand nach vielen - auch nichtöffentlichen - Aussprachen und Erörterungen des Gemeinderates die Grundsatzentscheidung darüber an, ob saniert oder neu gebaut werden soll. Schließlich entschied sich der Rat in einer namentlichen Abstimmung mit großer Mehrheit für einen Neubau "in abgespeckter Version" nach vorheriger nochmaliger Überprüfung des Raumprogramms. Auf den Neubau einer Turnhalle soll zum jetzigen Zeitpunkt verzichtet werden. Gegen den Beschluss stimmten Martin Oberbauer, Anton Lentner und Anton Greissl.

Der Bürgermeister betonte zu Beginn der Diskussion, dass das Projekt bis hinauf zur Regierung ausführlich besprochen worden sei. Die wirtschaftlichste Variante sei ein Neubau. Falls auf die Turnhalle verzichtet werde, müsse die Halle an der Hauptschule noch intensiver belegt werden, auf jeden Fall sei aber ein 90 Quadratmeter großer Gymnastikraum an der neuen Grundschule notwendig. Das Gymnasium könnte dann in den Volksschulturnhallen keine Sportstunden mehr abhalten, wie auch die anwesende Konrektorin Regina Hornig bestätigte. Toni Wöhrl erfuhr auf Nachfrage, dass gemeinsam genutzte Räume von Kindergarten und Grundschule weder zulässig noch zu organisieren sind.

Martin Oberbauer machte ebenso wie Anton Greissl noch einmal die derzeitigen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten sowie die kommenden großen Schulden und Tilgungen deutlich, wenn man jetzt auf einmal Neubauten des Kindergartens, der Grundschule und der Turnhalle errichten und außerdem die Feuerwehr in Au und die Brücke in Krücklham in Angriff nehme. Er sei daher zum jetzigen Zeitpunkt für eine "sichere Instandsetzung" der Grundschule, nicht aber für einen abgespeckten Neubau.

Strahllechner verwies darauf, dass die Maßnahmen bereits in den Haushaltsplänen verankert seien. Projekte wie die Brücke in Krücklham oder anstehende Straßensanierungen könne man aber weiter hinausschieben.

Anton Lentner war für einen großzügigen Neubau, aber erst in einigen Jahren. Jetzt seien nur Sofortsanierungen durchzuführen. Außerdem wäre die Schülerentwicklung zu beobachten, "vielleicht reicht ein kleiner Anbau an die Hauptschule".

Hierzu stellte der Bürgermeister unmissverständlich fest, dass die Schülerzahlen an der Grund- und Hauptschule Gars in den nächsten Jahren konstant bleiben oder sogar leicht wachsen. Konrektorin Regina Hornig warnte zusätzlich davor, die Diskussion über die Hauptschule falsch zu verstehen: "Wir haben 300 Hauptschüler in Gars, diese brauchen Räume. Selbst wenn die Mittelschule nicht käme und man die Hauptschulen ganz auflöste, müssten die Schüler irgendwo zur Schule gehen. Somit würden unsere Räume wieder als Zweigstelle einer Realschule gebraucht."

Georg Thanner zeigte sich davon überzeugt, dass die Grundschule und der Kindergarten "durchzuziehen seien". Werner Eder appellierte an seine Kollegen, auch wegen der künftigen Attraktivität des Wohn- und Schulstandortes Gars, nun den Grundsatzbeschluss zu fassen, zeitliche Grenzen müsse man sich ja nicht setzen.

Rainer Hubl erfragte die Kosten einer abgespeckten Variante des Grundschulneubaus. Laut Bürgermeister und Architekt müsse die Gemeinde 2,5 Millionen Euro selbst tragen. Michael Inninger erinnerte daran, dass die Zinsen für Darlehen jetzt sehr günstig sind.

ba/Wasserburger Zeitung

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