Wer mehr Ruhe will, der zahlt

Haag - Verkehrsberuhigung für die Gabelsbergerstraße beantragten die Anwohner. Die Räte wollen die Möglichkeiten prüfen. Eventuelle Maßnahmen sind von den Bürgern mitzubezahlen.

Die Gabelsbergerstraße, auch als Südumgehung des Zentrums benutzt, birgt mit fahrbahnebenem Gehsteig für die Bürger einige Gefahren, stellten die Räte fest. Kinder auf dem Schulweg sah Eva Rehbein (SPD) in Gefahr. Weitere Schwellen, wie von den Anwohnern gefordert, sind nach Alois Eisenauer (PWG) verkehrstechnisch nicht zulässig. Ebensowenig Verengungen, da könnten keine Rettungsfahrzeuge mehr passieren. Bei der Neugestaltung habe man den ebenen Gehsteig gewählt, weil die Anlieger keinen weiteren Grund zur Verfügung stellten. Den hätte man für das Umsetzen eines Hochbords aber gebraucht.

Unklar ist nach Stefan Högenauer (CSU), ob die Bürger die Maßnahmen überhaupt mitfinanzieren würden. Dafür gäbe es einige Beispiele, dass man gewisse Anträge fallen ließ, nachdem man hörte, es fielen Kosten für die Anlieger an. Der ebenerdige Bürgersteig sei jedenfalls eine schlechte Lösung. Wenn die Trasse, die schon Verengungen beinhaltet, noch enger wird, häuften sich nach Herbert Zeilinger (CSU) die Unfälle.

Die Kosten für das Errichten eines Hochbords sind vorweg zu klären, forderte Zweiter Bürgermeister Dr.Winfried Weiß (CSU): "Es ist ein Unterschied, ob man 50000 oder 100000 Euro zahlen muss." So zweifelte man in der weiteren Diskussion, ob zwischen ehemaligem Gefängnis und Wiese auf Grund der bestehenden Straßenenge überhaupt etwas geändert werden dürfe. Eva Rehbein wollte die Busse raus haben. Sie sollten auf eine andere Route umgelenkt werden, dann hätten die Anwohner deutlich weniger Verkehr.

Das ließ Bürgermeister Hermann Dumbs nicht gelten. Haag sei ein Schulstandort. Schulen und öffentlicher Nahverkehr seien stets gefordert. Hier nun wolle sie niemand haben. Im konkreten Fall könnten die Behörden den Bussen die Route aber auch nicht vorschreiben: "Die dürfen überall fahren." Josef Burger (PWG) zitierte das Oberndorfer Beispiel. Alle Maßnahmen seien für die Katz, Lkws passierten zu Hauf, Pkws seien nicht zu bremsen. Da wirkten nur Geschwindigkeitskontrollen.

Jetzt schon wirft die Enge nach Einschätzung von Dumbs ein Problem für den Begegnungsverkehr für Lkws und Busse auf. Da habe keine Verengung und kein Hochbord mehr Platz. Den jetzigen Zustand hätten die Bürger übrigens beim letzten Ausbau per Unterschriftenliste selber so gefordert.

Einstimmig einigten sich die Räte auf folgende Schritte. Zunächst solle ein Ingenieurbüro prüfen, ob verkehrsberuhigende Maßnahmen für die Gabelsbergerstraße überhaupt erlaubt seien. Wenn ja, gelte es die Kosten zu ermitteln. Gleichzeitig solle man die Geschwindigkeit kontrollieren. Falls die Polizei Einverständnis signalisiere, kündigte Dumbs "intensives Blitzen" an.

xy/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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