Die Vorbeugemaßnahmen der Freibäder

Wasserburg - Wenige Minuten reichten für die Tragödie im Rosenheimer Freibad, ein kleines Kind entwischt den Erwachsenen, fällt ins Wasser und ertrinkt. Wir fragten nach, welche Vorbeugemaßnahmen das Badria in Wasserburg und das Naturfreibad in Haag haben.

Eltern beziehungsweise erwachsene Begleiter aller Kinder unter sechs Jahren, also alle Kinder, die im Badria keinen Eintritt bezahlen, bekommen einen Infozettel. Auf dem steht: "Liebe Eltern, die Badria-Aufsicht stellte in letzter Zeit fest, dass sich Kleinkinder unter sieben Jahren ohne elterliche Aufsicht im Wasser aufhielten. Bitte beachten sie, dass sich ihr Kleinkind nicht alleine im Wasser befindet. Schwimmflügel sind kein Ersatz für die Elternaufsichtspflicht". Manche Eltern würden das Blatt genau lesen, es gebe aber auch welche, die es gleich wegwerfen, so Badria-Betriebsleiter Günter Rödel. Das Infoblatt war eine Initiative des Badria-Personals. Das ist angehalten, darauf zu achten, dass sich kleine Kinder nicht alleine in den Wasserbecken aufhalten. Sehen sie ein Kind alleine, fragen sie, wo die erwachsene Begleitung ist und bringen es ihr.

Ideal: Mama in Griffweite im Becken und der Bademeister läuft auch gerade vorbei.

Auch ein Plakat hängt im Badria. Darauf ist ein kleines Kind mit Schwimmring zu sehen und es sagt: "Mama, Papa, lasst mich nicht alleine". "Wir tun alle unser bestmöglichstes, um Badeunfälle zu vermeiden", so Rödel. Einen schlimmen Badeunfall hat es in Wasserburg noch nicht gegeben.

Kameras beim Kinderbecken, im Bereich der Rutschen und beim Heißbecken seien, so Rödel, im Badria immer in Betrieb, die Aufnahmen seien wie ein Film.

Außerdem gibt es am Rand des Freibeckens drei Knöpfe des Notrufsystems. Würden Badegäste merken, dass bei einem anderem Badegast etwas nicht stimmt, können sie den Knopf drücken, der Ruf nach der Aufsicht erschallt durch das ganze Gelände inklusive Halle und Technikbereich, das Badriapersonal kann schneller reagieren.

All das gibt es im Haager Naturfreibad nicht. Da sind Bademeister Jörg Berchtenbreiter beziehungsweise seine Vertretungen auf sich allein gestellt. "Wir halten uns an den Gefahrenpunkten wie Rutsche oder Übergang Nichtschwimmer/Schwimmerbereich auf, passen auch besonders auf, ob Kinder alleine unterwegs sind. Aber mehr können wir nicht tun. Und wenn wir's nicht sehen...", Berchtenbreiters Bedauern ist hörbar.

Was auch noch so fähiges und schnelles Personal nicht ersetzten kann, ist die Aufmerksamkeit der Eltern. Also: Buch zuhause lassen und gemeinsam mit dem Zwergerl in die kühlen Fluten stürzen.

vo/syl

Rubriklistenbild: © reisner

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