Lange Diskussion ohne Ergebnis

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Haag - Breit und ausführlich debattierte der Haager Verwaltungsausschuss über die Beteiligung am Ausbau der Kirchdorfer Gemeindeverbindungsstraße am Rainbach.

Die Straße wird befürwortet, der Gehweg vertagt. Kritisiert wurde mangelndes Engagement der Kirchdorfer.

Kirchdorf will die Straße Richtung Winden zur B15 entlang des Rainbachs erneuern. 175 Meter der Strecke liegen auf Haager Gemeindegebiet. Für den Ausbau stehen Fördermittel in Aussicht. Obwohl die Straße sehr frequentiert ist, so auch durch Schulbusse, hatte Kirchdorf laut Bürgermeister Hermann Dumbs angekündigt, mit dem Ausbau an der Gemeindegrenze aufzuhören, falls sich Haag nicht beteiligt.

Dumbs plädierte für den Ausbau. Er würde Haag 30 000 Euro kosten: "Die Ausbesserung darf nicht am Ortsschild enden." Josef Burger (PWG) bestätigte den "miserablen Zustand". Sissi Schätz (SPD) dagegen fand, in Haag hätten noch schlechtere Straßen Vorrang. Die Befürwortung erfolgte mit acht gegen eine Stimme.

Im nächsten Schritt könnte ein Geh- und Fahrradweg angeschlossen werden. Kirchdorf, so Bürgermeister Hermann Dumbs, habe vorweg signalisiert: nur zu Lasten Haags. Hierfür gebe es keinen Zuschuss, da der Weg "nicht gebraucht" werde. Eine Verwirklichung sei nur an der Straßensüdseite möglich. Für eine durchlaufende Weiterführung des Radweges durch das Dorf sehe er aufgrund der Breite keine Möglichkeiten.

Die früher diskutierte Variante eines Weges zwischen Haag, Winden und Oberndorf durch eine Unterführung ist vom Tisch, da sie laut Mitteilung des Straßenbauamtes nicht finanziert wird. Als Alternative schlug Bürgermeister Dumbs einen Weg von Winden Richtung B12 über bestehende Kieswege und dann entlang der B12 nach Haag vor. Die Strecke sei gleich lang. In der oberen Führung müssten die Radfahrer die Straße nutzen und seien den Gefahren des großen "Schletter"-Verkehrs ausgesetzt. Unten bestehe keine Autogefährdung. Bedenken sollten die Räte, dass die Gemeinde an der B12 bereits über Grund verfüge und die bestehenden Kieswege benutzbar seien.

Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU) stellte fest, über Rainbach radelten mehr. Diese Trasse halte er für sinnvoller. Was nütze die Investition eines Radweges an der B12, wenn er später nicht angenommen werde? Zudem sei ein Kiesweg für Radfahrer "unangenehm". Zu bemängeln hatte er, dass die Verwaltung keine exakte Kostenberechnung für die Varianten vorlegen konnte.

Mangelnde Kooperationsbereitschaft warf Stefan Högenauer (CSU) der Gemeinde Kirchdorf vor. Sie habe dort ein "Riesen-Gewerbegebiet" und kümmere sich nicht um die entsprechende Verkehrserschließung. Die Kosten berechnete er aus dem Stegreif: 100 000 Euro für die Rainbachtrasse mit 3000 Quadratmeter Grunderwerb, 60 000 Euro für die B 12-Trasse.

Eine grundsätzliche Frage warf Josef Burger auf. Es bleibe ungewiss, ob die Windener für das Vorhaben überhaupt Grund abträten. Konrad Kolbinger (CSU) zweifelte, ob die Kosten gerade jetzt aufzuwenden seien. Grundsätzlich schlug er die untere Fahrradführung vor: "Die ist günstiger, da haben wir Grund."

Die Gefährdung der Kinder schien Sissi Schätz bei zwei Straßenüberquerungen zu hoch. Dagegen verwies Herbert Zeilinger (CSU) darauf, dass die Kinder heutzutage ihren Fahrradführerschein an der Schule ablegten. Alois Eisenauer (PWG) wollte ein Ende der Debatte per Antrag herbeiführen, wurde aber überstimmt. Im weiteren Verlauf fehlten dann doch die schlagkräftigen Argumente außer dem Vorschlag, man könne bei Radfahrern eine Umfrage über die Trassenführung starten. So trennte man sich ohne Beschluss.

xy/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Haager Land

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser