„Kindergartenrallye" nervt Anwohner

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Verkehrsberuhigter Bereich mit Bäumen, Aufpflasterung und parkenden Autos - und doch klagen die Anlieger im Haager Norden über die tägliche "Kindergartenrallye".

Haag - Die Bewohner der Heimgartenstraße sind genervt: Jugendliche „pfeifen“ auf ihren Mofas vorbei und Mütter veranstalten täglich eine „Kindergartenrallye“.

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Mühldorfer Anzeiger:

„Kindergartenrallye“ nervt Anwohner

Knapp zwei Stunden Fragen und Antworten gab es zur Ortsteilversammlung für Haag-Nord im "Hofgarten". Die Verkehrsberuhigung im Hubfeld soll wieder in das Bewusstsein der Anwohner kommen.

"Wir bekommen keinen Teer", hieß die überraschende Antwort von Bürgermeister Hermann Dumbs auf die Frage, warum die Baustelle an Westend- und Rainbachstraße immer noch nicht abgeschlossen ist. Die Nachfrage sei allgemein sehr groß, die Asphalthersteller kämen nicht nach.

Die Verkehrsschilder am Hubfeld nützten nichts, so der Vorwurf der Anwohner, vor allem Feldstraße und Wiesenrain dienten Pkw-Fahrern als Rennstrecke. Da seien stets "viele eilige Mütter mit Kindern" unterwegs. Zusatzschilder mit der Aufforderung zur Schrittgeschwindigkeit sollten gesetzt und Tempokontrollen durchgeführt werden.

Die Schilder waren nach Dumbs bereits angebracht, wurden aber nach der Einführungsphase auf Forderung der Polizei wieder abmontiert. Das gesamte Baugebiet sei auf Verkehrsberuhigung ausgelegt, einen erneuten Versuch mit den Schildern könne man gern unternehmen. Ähnlich lauteten die Beschwerden für die Heimgartenstraße, wo angeblich die Mopeds der Jugendlichen "vorbeipfeifen" und die Mütter täglich eine "Kindergartenrallye" veranstalteten.

Auch im Haager Norden gelten ungepflegte Gehsteige, überwuchernde Hecken und Sträucher als Dauerbrenner. Dazu kämen die vernachlässigten Grünflächen auf öffentlichem Grund. Die Anwohner wüssten oft selber nicht, ob sie oder der Bauhof zuständig sind. Dazu klärte Dumbs grundsätzlich, dass Großbäume zwei Meter von der Grundstücksgrenze entfernt sein müssten und Sträucher 50 Zentimeter. Der Bauhof unternehme jedes Jahr eine Kontrollfahrt, um die nachlässigen Gartenbesitzer dann schriftlich zum Zurückschneiden aufzufordern. Die Bürger dürften hier durchaus mehr Initiative zeigen. Demgegenüber zitierte er einen Fall, in dem sich Anwohner über ihre Nachbarin beschwert hatten, weil sie zuviel am öffentlichen Grünstreifen arbeite.

Nur begrüßen konnte der Bürgermeister das wiederholte Angebot von Horst Berchtold, der mit Anwohnern in Eigenleistung den Spielplatz nachrüsten will, der sich in einem "unmöglichen Zustand" befindet. Eine schon einmal geplante Absprache mit dem Baureferat solle nun endgültig erfolgen.

Ein zusätzlicher Lichtmasten muss gesetzt werden, um in die "stockdunkle" Zone an der Westendkurve mehr Licht zu bringen. Zum neuen Baugebiet Richtung B12 konnte Dumbs nur von der geplanten Aussiedlung eines Bestattungsunternehmens berichten. Die weitere Bebauung sei ihm unbekannt.

Besonders die Krankenhausstraße wurde als zerrüttet kritisiert. Das liegt nach Dumbs daran, dass man mit der Ausbesserung auf die Fertigstellung des Ärztehauses warten wollte. Im Allgemeinen verwende die Gemeinde jährlich ein bestimmtes Budget zur Straßensanierung: "Gravierendes kommt zuerst dran."

Keine Investitionen wolle die Gemeinde für das alte Fischer-Gebäude am Bürgersaal vornehmen. Es bleibe vorerst stehen, da der Theaterverein darin seine Requisiten gelagert habe. Weiter zur Diskussion standen die Entwicklung des Gewerbegebiets, für die bekanntermaßen die Landwirte meist nicht zum Grundstücksverkauf bereit sind, der neue Leinenzwang für Hunde und die bekannten Sorgenkinder Schlossturm, Zehentstadel und Löwenbrücke.

xy/Mühldorfer Anzeiger

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