Keine Entscheidung bei Kindergarten

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Der Entwurf des Architekturbüros Quest gefiel den Gemeinderäten am besten: Die beiden Gebäude sind durch ein Treppenhaus miteinander verbunden und orientieren sich in Richtung neuer Dorfplatz. Repro kg

Albaching - Drei Architektenbüros präsentierten im Albachinger Gemeinderat ihren Entwurf für eine Kindertagesstätte. Diese soll 2012 entstehen.

Der Gemeinderat hatte die Vorgaben gemacht: Ein funktionales und modernes Gebäude für zwei Kindergartengruppen, eine Krippe, einen Hort und einen Dorfsaal. All das soll sich in einen Dorfplatz mit Friedhofserweiterung einfügen und in zwei Bauabschnitten zu realisieren sein.

Zuerst stellte sich das Haager Ingenieurbüro Bernd Furch vor. Furch gab zu, selbst noch keine Kindertagesstätte geplant zu haben, jedoch sei er mit den Verfahren dazu vertraut. Schon früher einmal hatte er einen Vorschlag unterbreitet, der optisch an die abgebrochene Hofstelle angeglichen war. Nun präsentierte er eine flexible Erweiterungsmöglichkeit in bis zu drei Schritten, bei der ein Theatersaal später von 200 auf bis zu 360 Plätze zu vergrößern sei. Platz gebe es zudem für Verwaltungsräume, auch ein Café sei möglich. Der Standort orientiere sich am vorherigen Gebäude. Insgesamt sei mit bis zu 2,1 Millionen Euro reinen Baukosten zu rechnen. Jakob Sewald fehlte dabei ein Weg zum Edeka-Markt, Tobias Langer vermisste Nebenräume, Zuhörer Herbert Binsteiner fand die Bühne etwas klein, die Kindergartenleitung wollte die Krippe nicht am Eingang. Ganz allgemein sprach Bonifaz Viehhauser für die meisten anderen Räte: "Der Vorschlag ist zu oberflächlich".

Die Architekten Sven Grossmann und Stefan Lippert vom Architektenbüro Krug und Grossmann aus Rosenheim richteten entgegen der Vorgabe das Gebäude nach Süden aus und verteidigten das nachdrücklich. Davon hätten die Kinder viel mehr. Die Räte sahen das mit gemischten Gefühlen. "Für mich ist das nicht schlüssig", meinte Helmut Maier, denn der Platz wirke zugebaut und der Saal an der nordöstlichen Ecke nehme wieder Morgensonne weg. Durch die Bepflanzung wirke das Gebäude nicht mehr so modern, gab Architekt Sven Grossmann zu bedenken. Er begründete den vermehrten Einsatz von Holz für die Fassade oder für das Gebäude komplett "mit der Haptik".

Vorgesehen ist in dem etagenübergreifend offenen Gebäude ein Spielflur, durch große Oberlichter dringt Licht bis nach unten. Trotz viel Glas benötige man keine Jalousien. Alles miteinander komme inklusive der Baunebenkosten von über 500 000 auf 2,2 Millionen Euro.

Sven Grossmann gab zu bedenken, dass der Zeitrahmen für den Zuschusserhalt knapp sein dürfte. Bürgermeister Franz Sanftl fand es ausreichend, er will heuer die Planung abschließen und im neuen Jahr mit dem Bau beginnen.

So gut wie alle Gemeinderäte sahen dann in dem Vorschlag des Rosenheimer Architektenbüros Quest die meisten eigenen Vorstellungen verwirklicht. Eindruck machte die Präsentation auch deshalb, weil mit der Lichteinstrahlung, der Blickbeziehung von den kleinen zu den größeren Kindern, den kurzen Wegen zu den Toiletten, den durchgehenden Wegen von der Nordseite bis zur Kirche Details berücksichtigt sind. "Viele Kleinigkeiten sind da stimmig", meinte auch Johann Zacherl.

Untergebracht war das in einem länglichen und einem Winkelbau. Je nach pädagogischem Konzept sei auf der Ostseite ein Holzdeck möglich, das Spielen auch bei schlechtem Wetter draußen ermöglichen würde. Während es im Süden große übereinanderliegende Fensterflächen vom Boden bis zur Decke gibt, überwiegt im Norden die reine Wand. Im zweiten Bauabschnitt gibt es mit einem Treppenhaus einen abgesetzten Saal. Leicht sei später eine vierte Gruppe möglich. Hier liege man bei 2,8 Millionen Euro komplett mit allen Kosten.

Über den Nutzen eines Spielflures auch bei den anderen Vorschlägen war die Leitung des Kindergartens nicht sicher, der Lärm könnte sich hochschaukeln. Als zumindest ungewohnt wurden die Toiletten ohne Fenster empfunden. Eine Lüftung funktioniere, versicherte Architektin Martina Leibold.

Bürgermeister Franz Sanftl vermisste bei allen Vorschlägen eine Fassadengestaltung, "ein entscheidender Faktor". Es fehle eine Brücke zum alten Bestand, der gegenüberliegenden Villa, der Schule und Kirche. Sanftl fragte öfter: "Ist das nicht zu gewagt?"

Das sahen die meisten Gemeinderäte anders: "Nicht so wichtig", fasste Günter Ganslmeier zusammen, Josef Pöschl: "Das wird ein Kindergarten, kein Bauernhof". Zweitem Bürgermeister Rudolf Schreyer gefiel "optisch keine" der Varianten, das sollte sich mehr an die bestehende Bebauung angleichen. Nach längerer Diskussion einigte sich der Rat darauf, weitere Vorschläge für die Fassaden einzufordern, um in zwei Wochen zu entscheiden.

kg/Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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