Jetzt gehört er Haag

Haag - Der Schlossturm gehört jetzt dem Markt Haag. Jetzt wurde der Kaufvertrag mit dem Freistaat besiegelt. 

Der 11. Oktober 2012 wird wohl als historisches Datum in die Annalen der Marktgemeinde Haag eingehen. 25 Minuten dauerten die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen im Notariat von Dr. Wolfgang Barth am Bräuhausplatz. Dann wurden die wartenden Gemeinderäte und die Presse eingelassen.

Die Räte waren dann Augenzeugen der Unterschriften, die Bürgermeister Hermann Dumbs für die Gemeinde Haag und Caroline Held für den Freistaat Bayern unter den Kaufvertrag setzten. Der Schlossturm ist damit um den symbolischen Preis von einem Euro in das Eigentum der Gemeinde übergegangen. Dr. Wolfgang Barth stellte heraus dass mit dem Vertrag "keine rechtlichen Beschränkungen" verbunden sind. Das heißt, die Regierung machte den Kauf nicht von Nutzungsbestimmungen oder Mitsprache abhängig. Mit einem "herzlichen Glückwunsch" gratulierte Dr. Barth dem Bürgermeister. Dann knallten die Sektkorken der Marke "Marktgemeinde Haag".

Nun auch Haager Eigentum: Der mittelalterliche Schlossturm, Wahrzeichen von Haag.

Bei Dumbs allerdings überwog die Skepsis: "Das ist eigentlich kein Grund zum Feiern." Mit diesem Schritt habe Haag nur "eine Sparbüchse mehr". Ganz anderer Meinung war Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU). Nachdem nun endlich das Haager Wahrzeichen in die Hand der Gemeinde übergegangen sei, könne man bestimmen, was mit dem Turm weiter geschehe. Priorität habe nun die Sanierung: "Ich hoffe, das geht schnell." Gemeindegeschäftsleiter Manfred Mörwald stufte den Kauf nach dem langen Hin und Her als wichtig ein. Jetzt könne die dringend notwendige Sanierung angegangen werden. Die Fachleute bestätigten, dass es fünf vor zwölf sei.

Kauf des Haager Schloßturms

"Ich bin noch skeptisch", gestand dagegen Konrad Kolbinger von der CSU-Fraktion. Nun müssten die Gemeinderäte "hart über die Nutzung diskutieren": "Ich hoffe, es wendet sich alles noch zum Guten." SPD-Chef Peter Bauer sah in dem Schritt die Gelegenheit, ein bedeutendes Denkmal zu bewahren: "Geld ist da sekundär." Wenn es wirklich keine Auflagen mehr gibt, ist der Kauf für Jack Jakel von der PWG akzeptabel.

Doch da macht Bürgermeister Dumbs Einschränkungen: Die Vorgaben des Denkmalschutzes werden bleiben. Er rechnet mit drei Jahren Sanierungsphase. Die weiteren Schritte seien nun abhängig von den Untersuchungen und Gutachten. Dabei bleibe zu hoffen, dass die Bedenken der staatlichen Baubehörde nicht eintreten: Man befürchtet ein Herabfallen des maroden westlichen Erkers.

Keine große Hoffnungen machte Bürgermeister Hermann Dumbs angesichts der schon laufenden Nutzungsspekulationen wie Trauungsräume und ähnliches: "Das sind Träumereien." Die Haager dürften froh sein, wenn sie künftig im Schlossturm das eine oder andere Fest feiern könnten.

Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © OVB

Zurück zur Übersicht: Haager Land

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser