Im Festzelt Zeilinger auf der Haager Wiesn 

Dirndl und Burschen unter dem Hammer: Gaudi und viele Highlights

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Viele Höhepunkte hatte die Dirndl- und Burschenversteigerung auf der Haager Wiesn zu bieten.
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Haag - Da tobte das Festzelt Zeilinger auf dem Haager Herbstfest: Zum sechsten Mal waren fesche Dirndl und schneidige Burschen unter dem Hammer - freilich für den guten Zweck. 

Es ist und bleibt eines der Highlights auf der Haager Wiesn: Vor sechs Jahren wurde das Event im Festzelt Zeilinger auf dem Haager Herbstfest ins Leben gerufen. "Damals fragten sich die Leute noch, was da denn passiert. Werden Burschen und Dirndl etwa wie auf dem Viehmarkt ersteigert?", warf Moderator Vitus Reger zu Beginn die Frage in das Festzelt und erklärte gleich darauf lachend: "Freilich ned, es is natürlich ois für den guten Zweck." Die ersteigerte Summe ging heuer an zwei soziale Einrichtungen: Die Eltern-Kind-Gruppe Rechtmehring und die Stiftung Ecksberg bei Ramsau.

Die Regeln der Dirndl- und Burschenversteigerung sind simpel: Die Kandidaten auf der Bühne sollen - sei es Talent, Geschick, Hobby oder Fresskorb - das Publikum im Festzelt Zeilinger zum Bieten ermuntern. Dafür lagen an jedem Tisch Herzerlschilder, mit denen geboten werden konnte. 

Als zusätzlicher Anreiz agierte das sogenannte Zuckerl-Barometer, das ab einer bestimmten Summe noch ein paar Überraschungen oben drauf verspricht.

Das erste Dirndl zur Versteigerung ließ nicht lange auf sich warten: Die 21-jährige Simone aus Oberornau stand auf der Bühne. Ihre Hobbies: Reisen. Erst gingen die Taferl noch etwas zaghaft in die Höhe, am Ende aber nahm Quirin von der Faschingsgemeinschaft Haag 300 Euro in die Hand und zog sich sein frisch ersteigertes Dirndl mit einem Begrüßungsbussi von der Bühne. Als Dankeschön gab es von Simone einen Fresskorb. 

Simone wurde von ihrem Ersteigerer Quirin mit einem Bussi abgeholt. 

Als nächstes wurde es für Gerhard ernst. Der 18-jährige hat zehn Geschwister und wohnt auf einem Bauernhof in der Nähe von Ramsau. Gemeinsam mit einer seiner fünf Schwestern führte er einen Sketch auf. Sabi und Sophia von der Dirndlschaft Rechtmehring hat diese Darbietung überzeugt, sie ersteigerten den feschen Burschen für 150 Euro

Gerhard führte mit seiner Schwester einen Sketch auf der Bühne auf. 

Schlag auf Schlag ging es weiter. Und Vitus Reger ging mit jedem neuen Kandidaten mehr auf in seiner Moderatorenrolle. Mit urboarischer und humorvoller Art lockte er auch die letzten Geizhälse auf den Bierbänken hinter dem Ofen hervor. 

Die dritte Kandidatin Melanie aus Gars-Bahnhof hatte Nägel und einen Baumstamm dabei. Logisch, sie wollte wettnageln. Ein Freiwilliger war schnell gefunden: Stefan aus Regensburg hat das mit dem "Nageln mit dem feschen Dirndl" wohl etwas missverstanden und sah sich nun mit einem gewöhnlichen Hammer in der Hand auf der Bühne im Wettkampf gegen die 31-Jährige konfrontiert. Am Ende aber schlug er seine drei Nägel schneller als Melanie und bekam dafür zwei Biermarkerl von der Kandidatin. Ersteigert aber wurde sie von Flo aus Dorfen für 140 Euro, der auf der Bühne erklärte: "I hab ma denkt, bevor des Madl in die Oberpfalz geht ...". 

Wer ersteigerte die fesche Melanie aus Gars-Bahnhof? 

Nach einer kurzen Pause und Stimmungsmusi durch de Graxntaler stand der nächste Kandidat auf der Bühne: "I bin da Norbert aus Mühldorf und do bin i dahoam." Es ließ sich nicht lumpen und spielte auf der Ziach auf. Lugge aus Haag und Christoph aus Soyen überzeugte die musikalische Einlage des nebenberuflichen Pizzafahrers. "Mia ham a Pizzeria und brauchen no an Pizzafahrer", lautete die Erklärung der beiden Ersteigerer, die für Erheiterung im Zelt sorgte. 150 Euro war ihnen ihr "neuer Mitarbeiter" wert. 

Norbert aus Mühldorf brillierte mit seiner Ziach.

Als nächstes fuhr ein Zwillingspärchen mit dem Einrad in das Festzelt ein. Sowohl Simone als auch Katharina hatten beide einen vollen Maßkrug dabei. Die beiden 21-jährigen Schwestern aus Kraiburg maßen sich erst gegenseitig im Maßkrugstemmen, ehe sie zur zweiten Vorstellung auf der Bühne übergingen: Mit zwei Freiwilligen versuchten sie in drei Durchgängen Luftballons ohne Hände und Füße zum Platzen zu bekommen. Versteigert wurden die beiden vor einem begeisterten Publikum jedoch getrennt voneinander. Sophia ging für 210 Euro an Klaus und Katharina wechselte für 230 Euro zu Sophia und somit zur Faschingsgemeinschaft Haag

Die Zwillinge stemmten Maßkrüge. 

Martin aus Pfaffing ist ein richtiger Naturbursche. Er hat einen Hund, fischt und ist allgemein sehr gerne draußen. "Und weil ich viele Stärken habe und auch einiges kann, möchte ich einen Freiwilligen im Wettkampf herausfordern." Otti hat sich bereit erklärt, gewann aber zwei der drei Disziplinen. Die Liegestützen konnte der 31-jährige Martin noch für sich verbuchen, im Armdrücken und im Luftballon-Aufblasen, bis er platzt aber war Otti der Sieger und heimste eine Maß Bier ein. Ersteigert wurde Martin dann von seinem Spezl Stefan für 100 Euro. Dafür hatte der Pfaffinger den lautesten Fanclub dabei, die sich von Festwirt Herbert Zeilinger gleich zu Beginn ein 30-Liter-Stierberger-Fassl sicherten.

Im Wettkampf gegen Martin ging Otti als Sieger hervor.

Kandidatin Nummer sieben, Katja aus Hochhaus bei Rechtmehring, brachte im wahrsten Sinne des Wortes Bewegung ins Zelt: Die sportliche 21-Jährige verwirklichte die erste Zumba-Party in Tracht im Festzelt Zeilinger. Dafür mussten freilich alle Zuschauer auf die Bänke und den Schritten von Katja bei fetziger Musik folgen. Eine Riesengaudi, die am Ende Ersteigerer Markus 330 Euro wert ist. 

Zumba-Party in Tracht: Zu dieser Einlage lud Katja. 

Doch es wurde noch fetziger: Michael aus Mittergars beeindruckte das Publikum als "Hochgeschwindigkeitsplattler". Der 22-Jährige plattelte in einer Geschwindigkeit auf der Bühne, dass die Augen so manches Zuschauers gar nicht mehr hinterherkamen. Und die Summen wurden zum Ende hin größer: 340 Euro trug seine Einlage zur Spendensumme bei - gestiftet vom Freundeskreis des 22-Jährigen.

"Hochgeschwindigkeitsplattler" Michael begeisterte das Publikum.

Konnte das die letzte Kandidatin noch toppen? Franziska aus Halfing hat es von den Finalistinnen zur Wahl der Rosenheimer Miss Herbstfest nach Haag zur Dirndl- und Burschenversteigerung verschlagen. Die 22-Jährige begeisterte das Publikum mit Gstanzln - musikalisch begleitet vom bereits bekannten Kandidaten Norbert an der Ziach. Und die Taferl, sie schnellten nur so in die Höhe - am Ende war Franziska den Radfahrer-Freunden aus Weilheim-Schongau ganze 760 Euro wert. Mit diesem Meistpreis gewannen die Herren sogar noch eine Brauereiführung für 15 Personen in Stierberg. 

Franziska aus Halfing mit ihren vier Ersteigerern. 

Und was stand nun am Ende auf dem Spendenscheck? Festwirt Herbert Zeilinger machte es spannend: Er verkündete erst eine Summe von 2.733 Euro. Doch die Feswirte und die Kraftwerke Haag rundeten die Summe jedoch auf ganze 3.500 Euro auf.

Die Freude bei den Verantwortlichen der Stiftung Ecksberg und den Vertreterinnen der Eltern-Kind-Gruppe Rechtmehring war dementsprechend groß. Die Ersteigerten und Ersteigerer sowie die Zuschauer ließen den Abend gebührend in der Herzalbar bei einem Drink oder am Weißbierkarussell gmiatlich ausklingen. 

Die Bilder von der Nacht der Ersteigerung:

So schee war die sechste Dirndl- und Burschenversteigerung

mb

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Herbstfest-Infos

Auf dem Festplatz (Schäfflerstraße 8) vom 14. bis 23. September:

- Festeinzug & Wiesneröffnung: 14. September ab 17.00 Uhr

- Festzug & Erntedankgottesdienst: 16. September ab 10.00 Uhr

- Brillianthöhenfeuerwerk: 17. September ab ca. 22.15 Uhr

- Kindertag mit ermäßigten Fahrpreisen: 19. September von 13 - 20 Uhr (Ausweichtermin bei Regen 21. September)

- Oldtimetreffen & Festausklang: 23. September ab 11.30 Uhr

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