Neue Gutachten, höhere Kosten

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Haag - Wie schaut es aus mit Zuschüssen zu den Sanierungskosten? Bürgermeister Dumbs spricht von positiven Gesprächen mit dem Denkmalamt, sein Zweiter Bürgermeister ist skeptisch.

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Von einem „sehr positiven Gespräch“ mit dem Denkmalamt berichtete Bürgermeister Hermann Dumbs. Gleichzeitig kündigte er „noch viele Untersuchungen“ an. In einem speziellen Verfahren soll der Schlosshof durchleuchtet werden, um festzustellen, wie hoch er verfüllt ist, wo es Freilegungsmöglichkeiten gibt und wie es um die Standsicherheit der Schlossmauer steht. „Alles wird bezuschusst“, so Dumbs zum Finanziellen. Ein entsprechender Antrag sei über das Landratsamt zu stellen. Die geschätzten Kosten seien allerdings von einer Million auf zwei gestiegen. Dazu kämen noch bis zu 400 000 Euro für die Erneuerung der Mauer. Das Amt habe eine Gesamtmaßnahme vorgeschlagen, die in zwei Bauabschnitten abgewickelt werden soll.

So positiv wie Dumbs sahen mehrere Gemeinderäte die Entwicklung nicht. So hielt Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU) die Mauererneuerung für nicht förderfähig. Haag müsse darüber mit Denkmalamt und Städtebauförderung sprechen. Dr. Winfried Weiß. Ein neues Gutachten befürwortete er. Das werde vor einer Sanierung eben benötigt. Wenn die Vorplanung gut sei, könne die Gemeinde nachher sogar Geld sparen.

Nur die Standsicherheit der Mauer wollte Stefan Högenauer (CSU) untersuchen lassen, keinesfalls aber „archäologische Schmankerl“. Da bleibe der Gemeinde immer ein „Batzen Geld zu zahlen“. „Der Denkmalschutz redet immer mit“, konterte Dumbs.

Ludwig Schletter (CSU) erinnerte daran, dass es schon ein Gutachten gebe. Jetzt verlangten die Behörden ein neues für 75 000 Euro. Da werde nur Geschäft gemacht: „So ein Gutachten für eine Mauer kann ich auch schreiben.“ Die Geo-Radar-Untersuchung für den Schlosshofboden hielt er für sinnlos. Die Gemeinde solle lieber Geld für die Maurer als für die Gutachter ausgeben. erneut kritisierte Schletter, dass die Behörden der Gemeinde keinen „gestalterischen Spielraum“ für die Nutzung ließen.

„Der Denkmalschutz hat geschlafen“, vermutete Alois Eisenauer (PWG). Der Putz, den die Behörden heute als Pfusch bezeichnen, sei unter Federführung des Denkmalamtes in den 80er-Jahren aufgetragen worden. Dritter Bürgermeister Egon Barlag (Freie Wähler Haag) forderte, der Denkmalschutz solle die Experten auch zahlen. Die Gutachten hätte man vor dem Kauf haben und anschauen müssen, so Stefan Högenauer.

Ein anderer Experte habe behauptet, dass bestimmte Steine fehlen, so Sissi Schätz (SPD). Die Haager dürften die Katze nicht im Sack kaufen.

Dagegen zitierte Bürgermeister Hermann Dumbs den mehrheitlichen Beschluss des Gemeinderats für den Kauf des Schlossturms. Ohne Gutachten gebe es eben keinen Zuschuss. Der könne sich sogar noch über die 60 Prozent erhöhen, wenn denkmalschützerischer Mehraufwand nachzuweisen sei.

Mühldorfer Anzeiger

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