Landkreis will zum Turm beisteuern

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Haag - "Glückwunsch: Sie sind jetzt Besitzer des Haager Schlossturms." So stieg Bürgermeister Hermann Dumbis bei der Bürgerversammlung in das Hauptthema ein.

Nur kurz referierte der Bürgermeister über die Situation Haags, das mit 6429 Einwohner drittgrößte Gemeinde des Landkreises ist. Bei der Steuerkraft stehe man an fünfter Stelle. Das Haushaltsvolumen umfasste 15 Millionen Euro.

Zum Haager Schlossturm informierte Dumbs, dass die Sanierungsmaßnahmen wohl drei Jahre beanspruchen und Haag mit einer Eigenleistung von 500 000 Euro belasten werden. Der Turm werde "nie ein rentierliches Objekt" sein.

Unter den geleisteten Maßnahmen verbuchte Bürgermeister Hermann Dumbs den Kanalbau in Lerchenberg, Stauden, Bichl und Sinkenbach. Erneuert habe man Krankenhausstraße und Anna-Hage-Weg. In Oberndorf wurde die Sportplatzzufahrt mit einer Asphaltdecke versehen. In Haag bot man am Bürgersaal und an der Rute neue Parkflächen. 700 000 Euro gab die Gemeinde für den Bau der Kinderkrippe am Kindergarten in der Berger Straße aus. Dabei hat man für 100 000 Euro die Heizung erneuert.

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Die Sanierung der Mittelschule verschlang sieben Millionen. Eine Generalüberholung war für das alte Seniorenheim, heute Vereinshaus, an der Wasserburger Straße nötig. Die Feuerwehr in Haag habe man mit einem Mannschaftswagen, die in Allmannsau mit einem Einsatzfahrzeug ausgestattet. Als Sorgenkind bezeichnete Dumbs die Kläranlage in Aicha, wo die Gemeinde stets nachzurüsten habe und kürzlich einen Tank mit Dosierungseinrichtung in Betrieb nahm.

Auch an Sanierungsmaßnahmen erinnerte er: Die Löwenbrücke und den Zehentstadel, der ein neues Dach, Fenster und Außenputz für 1,5 Millionen erhielt. Insgesamt "ist wieder viel geschehen."

Die Beruhigung des Zentrums stand im Fragenteil unter Diskussionsleitung von Zweitem Bürgermeister Dr. Winfried Weiß zur Debatte. Eine Möglichkeit sah Bürgermeister Hermann Dumbs in der bevorstehenden Umwidmung der B15 und Neugestaltung der Hauptstraße. Weitere Entlastung soll der neue Kreisverkehr mit Abbiegespur für den Verkehr aus Norden am westlichen Ortseingang bringen. Die Mühldorfer Straße werde erst danach erneuert und wieder als Gemeindestraße gelten. Dabei würden auch die Anlieger zur Kasse gebeten.

Die Vertragsunterzeichnung:

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Die Beengtheit der Gabelsbergerstraße führte Dumbs auf Beschlüsse von 1984 zurück, als die Anlieger nicht bereit waren, mehr Grund abzutreten. Die 30-Kilometer-Beschränkung werde künftig genauer überwacht. Gegen das bemängelte "vogelwilde" Parken in der Zeno-Kern-Straße helfe nur Kontrolle. Bürgermeister Hermann Dumbs warf dabei manchen Anwohnern vor, sie "missbrauchten" die Garagen als Abstellraum und ließen die Autos auf der Straße. Verstärkt kontrollieren wolle man das Parken auf dem Marktplatz.

Für den Schlossturm befürwortete Bürgermeister Hermann Dumbs die von der "Agenda" vorgeschlagene Stiftung, um "Geld für den nachhaltigen Unterhalt" zu beschaffen. Die Gemeinde könne das aber nicht übernehmen. Nicht wieder einreißen lassen werde man das Überwuchern der Schlossturmtreppe. Nach wie vor gebe es den Schlossturmerhaltungsverein, so Dumbs, wenn man auch nichts von ihm höre.

Gast der Bürgerversammlung war Landrat Georg Huber. Auch er sprach den Schlossturm an. Haag sei stolz auf seine Vergangenheit und habe deswegen auch so manche Denkmäler zu betreuen. Das koste einen Haufen Geld. Daneben aber werde sich der Ort als Zentrum und "Magnet" behaupten, war er optimistisch. Der Landkreis werde zur Sanierung des Turms fünf Prozent beisteuern. Wenn das erfolgreich abgeschlossen sei, "hat man für Jahrzehnte wieder Ruhe".

Bürger fragten den Landrat zur gescheiterten Buslinie nach Schwindegg. Der Rufbus müsse auch bezahlt werden, so seine Stellungnahme. Eine Linie nach Dorfen in den Nachbarlandkreis hielt er nicht für sinnvoll.

Einen "hervorragenden Ruf" bescheinigte der Landrat dem Haager Krankenhaus, das für die Abteilungen Geriatrie und Parkinson Patienten von weither anlocke. Auch die Altenheime nutzten Haag gerne. Überregional notwendig erachtete er dennoch eine Fusion der vier Krankenhäuser Mühldorf, Haag, Altötting und Burghausen. Nur so könne man in diesem Bereich eine "starke Gesundheitsregion" aufbauen und erhalten. Keinen Sinn habe gegenseitiges Aufrüsten: "Es wird finanziell immer dünner."

Dem demographischen Trend des Rückgangs der Jugend wolle man mit dem "familienfreundlichen Landkreis" antworten. Zu den Maßnahmen zählen Arbeitsmöglichkeiten für Männer und Frauen mit Einrichtungen zur Kinderbetreuung.

Für die "über die Grenzen hinaus bekannte Realschule" habe man heuer noch einmal eine Ausbaumöglichkeit im Dachgeschoß wahrgenommen. Generell sollen die Schulen weiterhin die nötige Unterstützung durch den Landkreis erfahren. Einsetzen wolle man sich schließlich auch für die Umwidmung der B15, und in diesem Zug die Haager Hauptstraße in einen "vernünftigen Zustand" bringen.

xy/Wasserburger Zeitung

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