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Der Name Maier und seine Geschichte(n)

War Kuno Maier der Gründer der Grafschaft Haag oder doch nur ein Leibeigener aus Altdorf?

Der bereits verstorbene Laienschauspieler Jack Jakel (links), selber aus Altdorf, schlüpfte vor 25 Jahren in die Rolle des Altdorfers Kuno Maier. Hans Furch trat ihm als Raubritter Rocho entgegen. Bauer
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Der bereits verstorbene Laienschauspieler Jack Jakel (links), selber aus Altdorf, schlüpfte vor 25 Jahren in die Rolle des Altdorfers Kuno Maier. Hans Furch trat ihm als Raubritter Rocho entgegen.

Gerhard Mayr ordnet die Hinterlassenschaft seines Vater Franz Mayr, der sich intensiv der Ahnenforschung widmete. In Kirchenregistern, Sterbebüchern und Standesamtsmeldungen fand er interessante Details zur Namensgeschichte.

Haag – Maier, ein durchaus häufiger Name, tritt in Altdorf noch häufiger auf als anderswo. Ein weiteres Kuriosum des Volksmunds besagt, dass Kuno Maier, der mit seinem legendären Schimmelritt die Grafschaft Haag begründete, aus Altdorf kam. Der Schimmel ging sogar ins Haager Wappen ein. Heute ist dies alles umstritten.

Franz Mayr stöberte in Kirchenregistern und Sterbebüchern

Gerhard Mayr ordnet die Hinterlassenschaft seines Vaters Franz Mayr, der sich in seinem Ruhestand voll der Ahnenforschung widmete und 21 Personen für Altdorf mit dem Namen Maier ausgemacht hatte. Sieben Jahre lang hatte der „Bürgermeister von Altdorf“, wie ihn Bürgermeisterkollege Hermann Dumbs und seine Freunde nannten, in Kirchenregistern gestöbert, in Sterbebüchern und Standesamtsmeldungen. Er sammelte alles in fünf großen Ordnern und erstellte Stammbäume. Das älteste Sterbebild war vom Altdorfer „Huberbauern“ Hilarius Hundschell von 1876. Die historischen Dokumente waren alle in Altdeutsch geschrieben. Franz Mayr las es fließend. Der Stammbaum seiner eigenen Familie umfasste 100 Namen.

Der Ausgangspunkt seiner Mayr-Linie ist „Obermoosham“, wo vor 317 Jahren eine Ursula Boiger einen Josephus Mayr aus Mühlberg heiratete. Allein hier kam es in der nächsten Generation bereits zu Schreibvarianten bei den Söhnen Franz Xaver Mayer und Joseph Maier. So waren in Altdorf Namensträger mit ai, ei, ay, ey.

Der Großvater des Ahnenforschers war in Altdorf als „Seidingervater“ bekannt. Besondere Ahnen waren der „Hommer“ Hans Maier zu Kopfsöd, der einen weitum berühmten Homöopathen als Schwiegervater hatte, und Georg Mayr, Gründer des Zentralgesellenvereins in Bayern und „Geheimkämmerer Seiner Heiligkeit Papst Leo XIII.“

Gerhard Mayr setzt die Arbeit seines Vaters fort

„Ich werde die Ahnenforschung meines Vaters weiterführen“, so Gerhard Mayr, der in Altdorf auch Schützenmeister ist. Er sammelt nicht nur urkundliches Material, sondern interessiert sich auch für das historische Dorfleben, vor allem die alten Gewerbe. Sein Anwesen wurde 1820 als Schmiede gebaut: „Es sind noch Hufeisen da“, so Gerhard Mayr.

Nachzuweisen sind ferner ein Viktualienhändler, ein Limonadenhersteller, ein Leinenfärber und ein Schreiner. Den historischen Färberbottich fand man beim Aushub des Gartens.

Kuno Maier aus Altdorf – Gründer oder Leibeigener?

Jahrhunderte war man überzeugt, dass auch für die Gründung der Grafschaft Haag ein Kuno Maier aus Altdorf den Ausschlag gege-ben hatte. Die Anwohner zeigten sogar das Anwesen, in dem er gewohnt haben soll. Er hatte der Sage nach einen Raubritter niedergestreckt und dafür von der Kaiserin Agnes mit seinem berühmten Schimmelritt 1058 ein eigenes Land, die künftige Grafschaft Haag, geschenkt bekommen. Daran erinnert der Schimmelstein an der B12. Daran erinnerte auch der bereits verstorbene Verschönerungsvereinschef Robert Scherzer, der 1992 in Altdorf eine Kuno-Maier-Linde gepflanzt hatte.

Rittersage nur „naive Laienvorstellung“ ?

Der Sage nach hat nun Kuno Maier von Altdorf den Raubritter bezwungen und „zur Strecke gebracht“. Den Umritt mit dem Schimmel, den Kuno Maier angeblich von Kaiserin Agnes für das Bezwingen des Raubritters zur Gründung seiner eigenen Grafschaft gestattet bekommen habe, nennt der Historiker Rudolf Münch eine „naive Laienvorstellung“. Das Haager Land sei bereits als „dichte Region geistlichen Grundbesitzes“ von einigen Bistümern beschlagnahmt gewesen. Die hätten sich auch nicht von einem „Agnes-Günstling“ enteignen lassen.

Auf der Haager Burg, die ja 1058 schon stand, saßen die Edelfreien De Haga, die eine „dominierende Rolle“ ausübten „und sich nicht von einem Leibeigenen Kuno aus Altdorf ihr Eigentum umreiten ließen“.

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