Stephan Meyer zu Besuch in Haag

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Foto (v.l.): Stephan Meyer, Ludwig Schletter, Hans Urban.

Haag in Oberbayern - Stephan Meyer war zu Gast bei der Firma Schletter. Dort diskutierte er mit der Führungsspitze über aktuelle Kürzungen auf dem Energiesektor.

Vor dem Hintergrund aktueller Kürzungen auf dem Energiesektor kam der Bundestagsabgeordnete Stephan Meyer (CSU) nach Haag, um mit der Führungsspitze der Firma Schletter den momentanen Trend zu diskutieren. Zu einem „abruptem Abbremsen“ kommt es nach Meinung des Abgeordneten nicht.

Firmenchef Ludwig Schletter und Ingenieur Hans Urban hatten zum Gespräch in kleiner Runde auch den „Vertrauensrat“ geladen. Sie wollten die „Ausbauziele“ der Regierung wissen. In Verbindung mit den laufenden Preissenkungen seien Umsatzeinbußen für die Solartechnik produzierenden Firmen wohl nicht zu vermeiden.

Die Firma Schletter fußt nach Chef Ludwig Schletter zum Großteil auf Montagesysteme für Solarsysteme und gilt dabei als Marktführer in Europa. Daneben beschäftige man sich mit Elektromobilität und Umwelttechnik. Die im Rahmen der Reform des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes zur Sprache gekommene Eine-Gigawatt-Deckelung für die Solarenergie ließe „gravierende Einschnitte“ befürchten.

Hans Urban unterstrich den großen Zuwachs für Photovoltaik allein im letzten Jahr. Gleichzeitig seien die Modulkosten um 40 Prozent zurückgegangen. Die Branche habe ihre Preisziele erreicht. Der deutsche Produktionsanteil bei 130000 Beschäftigten liege sehr hoch. Der Ausstieg aus der Atompolitik mit dem Einstieg in die erneuerbare Energie sei seiner Meinung nach wie vor richtig und bleibe eine Herausforderung. Ist nun hinter den Kürzungsforderungen das „Abwürgen der Energiewende“ zu vermuten oder Stimmungsmache gewisser Lobbyisten? Das könne die Technologieführerschaft Deutschlands gefährden.

„Die Einschnitte kommen nicht so gravierend wie gefordert“, räumte der Bundestagsabgeordnete Stephan Meyer ein. Die Hälfte der Photovoltaikanlage stünden in Bayern: „Kein anderes Land profitiert so stark.“ So wollten manche Wirtschaftspolitiker auch an die Degressionen „stärker rangehen“. Sie bauten „zunehmenden Druck für Förderkürzungen“ auf. Persönlich sprach sich Meyer als Gegner dieser „Deckelungs-Strategie“ aus. Mehrere kleinere Degressionsstufen seien sinnvoller als starke plötzliche Einschnitte: „Ich hoffe, wir bekommen den Deckel weg.“

Wichtig nannte er für die Zukunft „bezahlbaren Strom im Industrieland Deutschland“. Der Solarstromanteil falle insgesamt immer noch gering aus. Die notwendige Speichertechnologie fehle. Das „A und O“ bilde die weltweite Vermarktung deutscher Technologie. Hier gehe die Haager Firma mit Tochterfirmen in vielen Kontinenten mit gutem Beispiel voran. Ausbaufähig nannte er die Solarstromförderung in südlichen Ländern. Hier werde künftig deutsches Knowhow gefragt, wenn die Module auch aus China kämen.

Weiter auf der Diskussion standen die neuen Förderanteile für Dächer und für Freiflächen, die Entlastung der Unternehmer und die Belastung der Privaten oder umgekehrt.

red/Wasserburger Zeitung

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