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„Da musst du als Ersthelfer Angst um dein Leben haben“

Nach schwerem Unfall auf A9: Freunde aus dem Kreis Mühldorf werden auf Urlaubsrückfahrt zu Rettern

Florian Ferschmann, unter anderem Bereitschaftsleiter beim BRK in Haag, war einer der Ersthelfer bei dem schweren Unfall auf der A9 in der Nacht auf den 26. August.
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Florian Ferschmann, unter anderem Bereitschaftsleiter beim BRK in Haag, war einer der Ersthelfer bei dem schweren Unfall auf der A9 in der Nacht auf den 26. August.
  • Sebastian Aicher
    VonSebastian Aicher
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In der Nacht von 25. auf 26. August krachte ein mit acht Personen besetzter Mercedes Sprinter auf der A9 bei Freising in das Heck eines Lkw. Als Ersthelfer an der Unfallstelle war mit Florian Ferschmann aus dem Landkreis Mühldorf ein echter Profi, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht. Im Gespräch mit innsalzach24.de schildert der 30-Jährige seine Erlebnisse vor Ort.

Neufahrn bei Freising/Haag in Oberbayern – Ein schwerer Unfall auf der A9 sorgte in der Nacht von Mittwoch (25. August) auf Donnerstag (26. August) im Landkreis Freising für einen Großeinsatz der örtlichen Rettungskräfte. Doch nicht nur aus der näheren Umgebung waren die Retter im Einsatz, auch zwei Mitglieder des Bayerischen Roten Kreuzes aus dem Kreis Mühldorf waren zum Erstaunen vieler Beteiligter vor Ort.

„Wir waren gerade auf der Rückfahrt von einer viertägigen Rundreise quer durch Deutschland“, sagt Florian Ferschmann im Gespräch mit innsalzach24.de. Gemeinsam mit Martin Wagner – einem „guten Spezl“, der ebenfalls „BRK-vorbelastet“ ist – ging es aus dem Landkreis Mühldorf nach Leipzig, Dresden, Berlin und Usedom. Die Heimat auf dem Navi quasi schon in Sichtweite, den Abschluss eines gelungenen Urlaubs im Kopf. Doch es sollte anders kommen, es sollte kein gemütlicher Urlaubsausklang werden...

„Kein gewöhnlicher Einsatz“

Es ist der späte Mittwochabend, etwa 23.30 Uhr, als die beiden Kumpel mit ihrem Auto gemeinsam auf der A9 in Richtung München unterwegs sind. Die Gespräche drehen sich noch darum, wie gut die Fahrt gelaufen sei und dass man auf der insgesamt rund 1800 Kilometer langen Reise in keine nennenswerten Staus nach Verkehrsunfällen gekommen sei, berichtet Ferschmann. Doch plötzlich erkennen sie, etwa 500 Meter vor der Raststation Fürholzen, Warnblinker mitten auf der Autobahn. Schnell wird ihnen klar: Hier muss irgendwas passiert sein.

Es sollte „kein gewöhnlicher Einsatz“ werden, wie Ferschmann am Tag danach im persönlichen Interview resümiert. Er selbst ist Bereitschaftsleiter beim BRK Haag und zudem Organisatorischer Einsatzleiter Rettungsdienst (ORGL) im Landkreis Mühldorf - also ein echter Profi, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht.

„Da musst du als Ersthelfer schon auch Angst um dein Leben haben“

Direkt an der Unfallstelle angekommen, kümmerten sich die Beiden zuerst um die Absicherung. Ein Vorteil hierbei war laut Ferschmann, dass er aufgrund seiner Ausbildung im Rettungsdienst Blaulicht-berechtigt ist, er hat also in seinem Auto ein Blaulicht verbaut, das die Absicherung enorm erleichtert habe. Jedoch wäre dabei gleichzeitig das Problem gewesen, dass viele Verkehrsteilnehmer nicht mehr an der Unfallstelle stehen geblieben wären und ihre Hilfe angeboten hätten, so der 30-Jährige weiter. „Wenn dort ein Auto mit Blaulicht steht, fahren viele einfach weiter, weil sie denken, dass schon alles geregelt ist.“

Viel Unverständnis sorgte bei dem BRK-Mitglied die Tatsache, dass viele Autofahrer nahezu ungebremst einfach an der Einsatzstelle vorbei gerast seien. „Teilweise sind die mit geschätzten 120 bis 130 km/h an uns vorbei gefahren, da musst du als Ersthelfer schon auch Angst um dein Leben haben“, mahnt Ferschmann.

Funkgerät immer dabei

Als Organisatorischer Einsatzleiter Rettungsdienst hat er neben dem Blaulicht auch ein Funkgerät in seinem Auto, über welches er direkt eine detaillierte Lagemeldung an die zuständige Leitstelle Erding – in der auch er hauptberuflich als Disponent arbeitet –abgegeben hat. Sein Freund hingegen hätte sich derweil sofort um die Verletzten gekümmert.

„Der Unfall muss wenige Sekunden vor uns passiert sein“, schildert der Ersthelfer. „Die hinteren Insassen des Sprinters waren gerade dabei, aus dem Auto auszusteigen, als wir gekommen sind“. Eine Person in dem Kleinbus war eingeklemmt und trug bei dem Unfall schwere Verletzungen davon, eine andere war im Fahrzeug eingeschlossen, hier konnten die beiden Retter allerdings schnell selbst helfen und die Person aus dem Fahrzeug befreien. Bis die alarmierten Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst eintrafen, kümmerten sie sich weiterhin um die insgesamt neun Verletzten und begannen mit einer ersten Sichtung, um den anrückenden Helfern einen kleinen „Informationsvorsprung“ zu verschaffen.

„Alleine bist du da echt der Depp“

„Alleine bist du da echt der Depp bei so vielen Verletzten“, so Ferschmann. Zumal er zwar einen kleinen Notfall-Rucksack im Auto hätte für die Erste Hilfe, der allerdings bei einem derart schweren Unfall mit vielen Verletzten auch schnell an seine materiellen Grenzen stoßen würde.

Glücklicherweise seien die alarmierten Einsatzkräfte dann schnell vor Ort gewesen, die örtlichen Retter wären froh gewesen, einen Fachmann vor Ort zu haben, der als Ersthelfer bereits wichtige Arbeit geleistet hätte. Wenngleich auch einige Fragen aufgekommen wären, weshalb nun der Organisatorische Einsatzleiter Rettungsdienst aus dem Landkreis Mühldorf im Einsatz wäre. „Die Story, dass wir gerade auf dem Rückweg aus dem Urlaub waren und nur zufällig zu dem Unfall dazugekommen sind, habe ich bestimmt fünf oder sechs Mal erzählen müssen“, so Ferschmann mit einem Lächeln.

Von den Ortskräften in die Einsatzleitung eingebunden

Aufgrund seiner hohen Ausbildung beim Rettungsdienst sei er auch direkt von den Ortskräften in der Einsatzleitung eingebunden worden. Er kümmerte sich also weiterhin um die Organisation an der Einsatzstelle und ließ einen Rettungshubschrauber nachalarmieren, der letztlich die nach Polizeiangaben schwer verletzte Beifahrerin in eine Klinik transportierte. Des Weiteren sei er als Ansprechpartner für die nachrückenden Kräfte zur Verfügung gestanden.
Die Zusammenarbeit mit den anderen Rettungskräften lobte Ferschmann ausdrücklich, es sei alles „wie am Schnürchen“ gelaufen. Er selbst hätte auch durchweg „sehr sehr positive Rückmeldungen“ von den örtlichen Einsatzkräften erhalten.

Schwerer Unfall auf A9 bei Freising

Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising © vifogra/Schmelzer
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising © vifogra/Schmelzer
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising © vifogra/Schmelzer
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising © vifogra/Schmelzer
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising © vifogra/Schmelzer
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
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Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
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Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
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Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
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Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
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Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
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Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
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Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
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Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising © vifogra/Schmelzer
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising © vifogra/Schmelzer
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising © vifogra/Schmelzer
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising © vifogra/Schmelzer
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising
Schwerer Unfall auf A9 bei Freising © vifogra/Schmelzer

Dennoch ist es ihm wichtig, die besondere „Teamarbeit“ zu betonen. Weder Feuerwehr, noch Rettungsdienst würden im Alleingang funktionieren. Er habe zwar die Weichen für den erfolgreichen Einsatz gestellt, dennoch habe die schnelle Rettung der vielen Verletzten nur durch die perfekte Zusammenarbeit im Team funktioniert.

„An diesen Urlaub werden wir uns sicher auch noch in vielen Jahren erinnern“

Abschließend zeigte sich Ferschmann mit dem Ablauf des Einsatzes zufrieden, es wäre alles super abgelaufen und man habe so den vielen Verletzten bestmöglich helfen können. Zuhause sei er dann erst gegen 5 Uhr angekommen, „an diesen Urlaub werden wir uns sicher auch noch in vielen Jahren erinnern“, resümierte der 30-Jährige.

aic

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