Konzept mit Köpfchen

Kampf gegen Corona: Kostenlose FFP-2-Masken gibt es in Haag und Gars sogar am „Drive-in“

Apothekerin Christina Mayerhofer hat für Haag und Gars sogar einen „Drive-in“ organisiert.
+
Apothekerin Christina Mayerhofer hat für Haag und Gars sogar einen „Drive-in“ organisiert.

Haag/Gars – Kostenlos geben die Apotheken bald für Bürger über 60 und Angehörige von Risikogruppen FFP-2-Masken heraus. Auf die Schnelle mussten die Apotheken die Verteilung organisieren. Die Haager und Garser haben ein Konzept entwickelt– sogar mit „Drive-in-Stationen“.

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Apotheker angesichts der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen aufgerufen, kostenlos FFP2-Masken an Senioren und Menschen aus Risikogruppen zu verteilen. Dafür kommen im Versorgungsgebiet Haag/Gars mit Umland etwa 6000 Patienten in Frage, die berechtigt sind, teilt Apothekerin Christina Mayerhofer mit. „Eine logistische Herausforderung sondergleichen“, wie sie betont. Innerhalb weniger Tage haben sie und ihr Team ein Konzept auf die Beine gestellt – sogar mit „Drive-in“-Station zur Ausgabe der Masken für Bürger über 60 durchs Autofenster. Am Dienstag soll es losgehen.


Diese zwei Gruppen sind berechtigt

Über 60-Jährige: Für sie werden sowohl in Haag als auch in Gars ein „Drive-in“ eingerichtet. Das Konzept der Haager und Garser Apotheken sieht vor, dass die Berechtigten mit ihrem Fahrzeug vorfahren. Sie sind entweder persönlich bekannt oder legitimieren sich durch den Personalausweis. Sie erhalten ihre Masken direkt durch das Autofenster in die Hand und fahren wieder aus. „So geht es zügig und wir vermeiden Ansammlungen und unnötige Kontakte“, betont Christina Mayerhofer. Sie möchte verhindern, dass sich angesichts der hohen Infektionszahlen Schlangen bei der Ausgabe der kostenlosen Masken bilden.


Unter 60-jährige, die als Risikogruppe eingestuft sind: Die Zugehörigkeit müsse geprüft werden, so Christina Mayerhofer. Das gehe nur innerhalb der Apotheke. Die Berechtigten kommen nach ihrem Konzept direkt in die Filiale in Gars oder Haag. Hier wird die Berechtigung anhand früherer Abrechnungsdaten kontrolliert. „Privatpatienten sollten ein bereits beliefertes Rezept, aus dem die Zugehörigkeit zur Risikogruppe hervorgeht, mitbringen“, sagt die Apothekerin.

Drive-in: Standorte und Öffnungszeiten

Haag: Münchener Straße 17 neben der Löwen-Apotheke, Betriebsgelände Baugeschäft Sax, Einfahrt ist beschildert.

Gars: Parkplatz neben der Apotheke. Die Einfahrt ist ebenfalls beschildert.

Als Öffnungszeiten sind aktuell geplant: von Montag bis Freitag, 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr. Samstags von 9 bis 12 Uhr.

„Für uns ist eine logistische Aufgabe dieser Art Neuland. Sollten es die Umstände erfordern, behalten wir uns eine spontane Schließung vor“, so Christina Mayerhofer.

Das müssen Bürger zum Drive-In mitbringen

Bürger sollten zur Ausgabe ihren Personalausweis und im Falle einer privaten Krankenversicherung ein bereits abgerechnetes Rezept in Kopie oder Original dabei haben. Einen ausgefüllten Dokumentationsbogen finden Interessenten als PDF-Download unter www.regioapo.de direkt auf der Startseite. Er sollte daheim ausgedruckt, ausgefüllt und unterschrieben werden, damit die Verteilung vor Ort schnell und zügig klappt, so Christina Mayerhofer weiter.

Apotheker wie sie bitten angesichts des Zeitdrucks, unter dem sie ihr Konzept erstellt haben, um Nachsicht, wenn die Ausgabe nicht so reibungslos klappen sollte wie gewünscht. „Vieles ist noch ungeklärt und auch für uns unbeantwortet. Wir hoffen auf Unterstützung und Verständnis. Wir tun unser Bestes“, sagt Christina Mayerhofer.

Appell: „Solidarisch zeigen“

Ihr wichtigster Appell an die Bürger: „Bitte zeigen Sie sich solidarisch.“ Jede Apotheke erhalte nach einem Berechnungsschlüssel ein gewisses Kontingent an Masken. Wer etwa von Apotheke zu Apotheke fahre, um mehr zu ergattern, gefährde die Versorgung anderer.

+++++++++++++++++++++++++++++

INFO - EXTRA:

Apothekerin Christina Mayerhofer beantwortet die wichtigsten Fragen zur Maskenausgabe

Welche Masken werden ausgegeben?

Christina Mayerhofer: Es handelt sich um sogenannte FFP 2-Masken. Diese bieten den Tragenden selbst zuverlässig Schutz und schützen zugleich andere. Die Masken müssen DEKRA geprüft und CE-zertifiziert sein.

Wann zähle ich als Risikopatient?

Mayerhofer: Aktuell werden genannt: COPD, Asthma bronchiale, chronische Herzinsuffizienz, chron. Niereninsuffizienz, zerebrovaskuläre Erkrankung, insbesondere Schlaganfall, Diabetes mell. Typ 2, Krebserkrankungen, Therapien mit immunsuppressiven Arzneimitteln, Organ- oder Stammzellempfänger, Risikoschwangere.

Wie weise ich nach, dass ich Risikopatient bin?

Mayerhofer: In der Apotheke, in der Bürger die Medikamente regelmäßig beziehen, sind sie in der Regel persönlich bekannt, alternativ kann dies anhand abgerechneter Rezepte nachvollzogen werden. Privatpatienten bringen sicherheitshalber ein bereits eingelöstes Rezept mit.

Wie viele Masken bekomme ich?

Mayerhofer: Es gibt in einer ersten Tranche drei Masken kostenlos. Ab Januar werden von der Krankenkasse zweimal Wertcoupons für jeweils sechs weitere Masken zugesandt. Mit diesen Coupons erhalten Bürger gegen einen Beitrag von zwei Euro weitere sechs Masken für Januar und Februar und dann nochmals sechs für März und April.

Wo bekomme ich die Masken?

Mayerhofer: Sie bekommen im Dezember die Masken in Ihrer Stammapotheke. Für den Dezember gibt es noch keine Coupons. Jede Apotheke hat für den Dezember ein bestimmtes Kontingent an Masken, die sie an die Bürger verteilen kann und wird. Hier sind ausschließlich Personen eingerechnet, die regelmäßig in der jeweiligen Apotheke Rezepte einlösen. Ist das Kontingent erschöpft, können für den Dezember keine weiteren Masken verteilt werden. Ab Januar können die Coupons für die Masken in jeder Apotheke eingelöst werden.

Muss ich mir Sorgen machen, dass für mich keine Masken mehr da sind?

Mayerhofer: Für die Verteilung im Dezember wird entscheidend sein, dass alle Bürger verantwortungsvoll, fair und ehrlich miteinander umgehen. Es sind drei Masken für jeden Berechtigten vorhanden.

Kann ich für Angehörige/Nachbarn/Freunde Masken holen?

Mayerhofer: Ja, das geht und ist sogar sinnvoll, um Kontakte zu minimieren. Für alle Berechtigten sollten die entsprechenden Nachweise (Personalausweis, Dokumentationsbogen, Rezeptkopie) mitgebracht werden. Eventuell kann mit Bekannten, Nachbarn oder Verwandten eine Sammelabholung organisiert wird.

Kann ich in mehreren Apotheken Masken holen?

Mayerhofer: Ganz klar: nein. Im Dezember geht es darum, dass alle fair und gleichermaßen zu ihrem Recht kommen. Hier ist Solidarität untereinander entscheidend.

Können Masken reserviert werden?

Mayerhofer: Nein. Wir bitten um Verständnis, dass wir das nicht handhaben können.

Kommentare