Geplante Erweiterung des Kiesabbaus bei Winden *Mit Voting* 

"Neue Mondlandschaften und Krater kein schönes Bild für Haag" 

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Die Kiesgrube in Winden. 
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Haag - Der Abbau in der Kiesgrube in Winden soll erweitert werden. Doch die Mitglieder des Haager Bauausschusses waren über diesen Antrag des Betreibers nicht erfreut. 

In ihrer jüngsten Sitzung berieten die Bauaausschussmitglieder über eine Erweiterung des Kiesabbaus in Winden im westlichen Gemeindebereich von Haag. Das Landratsamt als zuständige Genehmigungsbehörde hat den Antrag, der bereits zehn Jahre zurückliegt, ruhend gestellt und den Baauausschuss um eine erneute Stellungnahme gebeten. 

Über die Tatsache, dass der Betreiber nun plant, den Abbau zu intensivieren, waren die Mitglieder jedoch nicht begeistert - am Ende wurde dem Vorhaben nicht zugestimmt. 

Ein Grund: Man sehe den Grundwasserspiegel in Gefahr. Doch ausgerechnet aufgrund der Nähe zum Grundwasser soll laut Ansinnen des Betreibers besonders qualitativ hochwertiger Kies abgebaut werden können. "Es könnte aber sein, dass dadurch das Grundwasser in Mitleidenschaft gezogen wird", erklärt Haags Gemeinde-Geschäftsleiter Manfred Mörwald auf Nachfrage von innsalzach24.de. Das Ganze könne dann "ganz andere Dimensionen" erreichen - die Gemeinde wolle auf jeden Fall das Wasserwirtschaftsamt hinzuziehen. 

Das letzte Wort bei der endgültigen Entscheidung um die Erweiterung der Kiesgrube in Winden hat das Landratsamt. 

Hintergrund zur Kiesgrube in Winden: 

Die Kiesgrube in Winden war schon öfter Thema im Gemeinderat Haag. Für Unmut sorgt vor allem die Optik, die laut Mörwald mit "lauter neuen Mondlandschaften und Kratern kein schönes Bild für den Westen von Haag" abgebe. Doch weil Kiesabbau privilegiert und im Regionalplan festgelegt sei, habe die Gemeinde "rechtlich keine Handhabe", Abbau zu untersagen. 

Viel Wirbel in den vergangenen Jahren machte eine Schaltmischanlage, die Teergerüche streute und einige Bürger auf die Palme brachte. Im Jahr 2012 gab es Empörung über die überraschende Genehmigung der Anlage, die Asphalt in der Kiesgrube produzierte. Inzwischen sei der Betrieb jedoch komplett eingestellt, wie Mörwald erklärt.

Kiesabbau in der Region: 

Kiesgruben spalten allem Anschein nach die Gemüter. Der jüngste Fall wurde in Ramerberg publik: Eine Anwohnerin klagte gegen den Genehmigungsbescheid des Landratsamts, dass die Firma Wühr in Oberkatzbach eine Kiesgrube errichten darf. Bis das Verwaltungsgericht über die Klage entschieden hat, ruhen die Arbeiten. 

In der Nähe von Ramerberg, in Kornberg bei Attel, regte sich heftiger Widerstand in Form einer Bürgerinitiative gegen den künftigen Betrieb einer bereits genehmigten Schredderanlage in einer Kiesgrube.

Eine längere Debatte um ein Kiesabbauvorhaben gibt es auch in Gars: Dort kämpfen sowohl Gemeinde als auch Bürger gegen die Erweiterung der umstrittene Kiesgrube in Dörfl.

In Seeon-Seebruck möchte die Gemeinde dem privilegierten Kiesabbau Einhalt gebieten, indem sie sogenannte Konzentrationszonen ausweisen möchte. Auf bis zu 26 Hektar soll nurmehr auf zwei Flächen Kiesabbau geduldet sein. Das Thema sorgt für kontroverse Diskussionen.

In Altenmarkt an der Alz soll eine knapp fünf Hektar große Fläche für Kiesabbau ausgewiesen werden. Ein anonymer Briefeschreiber erhob zuletzt schwere Anschuldigungen gegen Bürgermeister Bierschneider und den Umweltverband Alztal und Umgebung (UVA). 

Ihre Meinung ist gefragt: 

mb

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