Veruntreuungsvorwurf ohne Belege

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Haag - Wo liegt der Hund begraben? Dieser Frage ging der Haager Hundesportverein nach und konnte sie nicht beantworten: Die Kassenprüfer warfen der Vorstandschaft die Veruntreuung von knapp 5000 Euro vor.

Kein Stuhl blieb mehr frei bei der Generalversammlung des Hundesportvereins (HSV). Nicht alltäglich war auch die Anwesenheit des Referenten der Kreisgruppe 7, Franz Kuchler. Die amtierende Vorsitzende Tamara Horst listete die Aktionen des Hundesportvereins auf. So hatte man im Hundesport vier Agility-Seminare durchgeführt. Weiter berichtete die Vorsitzende über die zwei Begleithundeprüfungen, die mit Erfolg durchgeführt wurden. Daneben gab es die Obedience-Prüfung, den DVC-Cup, das Vereinsturnier und das große Pfingstturnier, das wie alle Jahre mit internationaler Beteiligung am Hundesportplatz im Rennen und in Agililty ausgetragen worden war.

In knappen Worten legte Kassiererin Christa Burkhart den Finanzbericht vor, den sie für die Anwesenden zur Einsicht auch als Tischvorlage austeilte. Insgesamt erwirtschaftete sie ein Plus. Für die Vorstandschaft gaben nach dem Rechenschaftsbericht Vorsitzende Tamara Horst, Kassiererin Christa Burkhart und Organisationswart Wolfgang Horst bekannt, ihre Ämter niederzulegen.

Die Kassenprüferinnen Anita Türk und Sabine Hilmer warfen ihr Zahlenwerk vom Stand des 23. Januar an die Leinwand. Sie hegten ihre Zweifel an den offiziellen Buchungen. Der erste Kritikpunkt betraf den hohen Bestand der Barkasse von 2692 Euro: "So viel Geld hat man normalerweise nicht zu Hause." In der Bilanz der Ausgaben von 15210 Euro und der Einnahmen von 16272 Euro war ihnen der Gewinn von 1061 Euro als zu niedrig aufgefallen. Letztes Jahr seien es immerhin noch 2814 Euro gewesen.

Kritisch sahen sie die hohen Ausgaben für die Lebensmittel. Die Einnahmen der Küche am Hundesportplatz seien zurückgegangen. Man habe auch kein Kassenbuch geführt. Den Fehlbetrag schätzten sie auf 4275 Euro. Zu wenig schien auch aus den Welpenstunden mit 18 Euro in die Vereinskasse geflossen zu sein, was einen Fehlbetrag von 622 Euro ausmache. Insgesamt gingen also 4897 Euro ab.

Zwischen dem Kassenprüfungstermin und der Versammlung hatte die Kassiererin einen Betrag zur Welpenstunde entdeckt und aus eigener Tasche 2690 Euro zur Deckung des Fehlbetrags nachgezahlt. Danach verblieben noch 2552 Euro Minus nach Schätzung der Kassenprüferinnen. Kreisgruppenreferent Franz Kuchler: "Nichts ist beweisbar. Es sind keine Belege da."

Kassiererin Christa Burkhart, die vorher als Kassenprüferin tätig gewesen war, verwies auf die Zahlen der letzten Jahre. Da seien aus der Küche nie mehr als 200, 300 Euro übrig geblieben. Das betreffe die Zeit, als Wolfgang Horst noch nicht Organisationswart war. Der sprach vom Vertrauensbruch: "Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen." Tamara Horst kündigte an: "Wir wehren uns massiv." Sie wolle nur noch über den Rechtsbeistand mit dem Hundesportverein verhandeln.

Die verdutzte Versammlung blieb zum Großteil skeptisch. Es gab auch Stimmen für die letzte Vorstandschaft. Sie hätten ihr Herzblut in den Verein gehängt und auch Geräte gestiftet. Jetzt mache man Stimmung gegen sie. Vereinsgründer Reinhard Hoffmann warnte davor, den Streit eskalieren zu lassen. Der Fehlbetrag könne nun nicht hergezaubert werden. Man solle ohne Schuldzuweisungen von vorne anfangen.

Die Vorsitzenden, die Kassiererin und der Organisationswart wurden nicht entlastet. Am 19. März sind Neuwahlen angesetzt.

xy/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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