Haag erhöht Wasserpreis

Haag - Die Preise für das Wasser werden in Haag leicht ansteigen. Das beschloss der Gemeinderat ohne lange Diskussion. Man unterstrich dabei den Stellenwert des guten und eigenen Trinkwassers.

Ein Minus schrieb die Gemeinde beim Wasser und Abwasser in den letzten acht Jahren: Die Gemeindekasse hatte demnach pro Jahr 44 991 Euro draufzuzahlen, was im Vergleich zu den früheren Werten ein Minus von 8,5 Prozent ausmacht. Der Zeitraum von 2008 bis 2011 diente nun einer Nachkalkulation.

Die Gründe für die geringeren Einnahmen liegen nach Kämmerer Manfred Mörwald auf der Hand: Die Haager leben umweltbewusster und gehen sparsamer mit dem Wasser, dem "wichtigsten Lebensmittel", um. Dazu kam, dass man auch in der Kläranlage in Aicha effizienter und mit geringerem Wasserverbrauch wirtschaftete.

Das Minus muss aber nun nach den Vorgaben des Gesetzgebers aufgeholt werden, der für Wasser und Abwasser Kostendeckung vorschreibt. So errechnete man eine Vorauskalkulation für den Zeitraum von 2012 bis 2015. Auch dafür prognostiziert man weniger Wasserverbrauch und folglich geringere Einnahmen. Demgegenüber aber stehen nach Kämmerer Manfred Mörwald höhere Personalkosten. Dazu tragen der Auszubildende bei, die allgemeine Kostensteigerung im Zuge der Inflation und der Unterhalt des Kanalnetzes. Gerade zum letzten Punkt merkte der Kämmerer an: "Wir haben vermehrt Rohrbrüche."

In der Diskussion flammte die alte Debatte wieder auf, ob sich Eigenversorgung oder Zukauf günstiger auswirke. Die Mehrheit der Haager Gemeinderäte war aber überzeugt, dass sich der hohe Aufwand der Gemeinde lohnt. Das bedeutet, über tiefe Brunnen eigenes, "gutes Wasser" zu pumpen, die Aufbereitung und die Versorgung bis zum Wasserhahn im Haushalt zu gewährleisten und das nötige Personal im Wasserressort zu beschäftigen.

Zur Alternative standen die Deckung der Gebühren über die Wasserpreise oder eine Deckung über ein Anheben von Verkaufspreisen und Grundgebühr. Es soll, so die Mehrheit, auch künftig dabei bleiben, dass nach Verbrauch abgerechnet wird. Das schaffe Klarheit.

So werden die Wasserpreise ab 1. Januar 2012 von bisher 1,39 Euro auf 1,75 Euro pro Liter steigen. Die ersten Auswirkungen nach dem neuen Modus sind nach Kämmerer Manfred Mörwald allerdings erst ab 2013 nachrechenbar. Dafür stimmten 17 Räte gegen einen.

Beim Abwasser ergab sich in der Nachkalkulation über acht Jahre eine Unterdeckung von 6,5 Prozent, was 83 262 Euro pro Jahr bedeutet. Für das Defizit sorge, so Kämmerer Manfred Mörwald, die bekannte und noch nicht vollständig gelöste Problematik um den Klärschlamm. Entwässerung und Entsorgung seien nach wie vor zu kostenintensiv. Bedacht wurde bei der Berechnung auch der Haager Großeinleiter eines lebensmittelverarbeitenden Betriebes, der einen Starkverschmutzerzuschlag drauflegen muss.

Die Erhöhung fiel hier geringfügig aus. Statt bisher 1,74 Euro haben die Haager künftig um zwei Cent mehr zu zahlen, also 1,76 Euro. Eine Erleichterung stellte Kämmerer Manfred Mörwald ab dem Jahr 2013 in Aussicht. Da dürfe die Gemeinde mit einer besseren Entwässerung auf kürzeren Entsorgungswegen rechnen. Die Abstimmung fiel hier einstimmig aus.

xy

Rubriklistenbild: © dpa

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