Schulprojekt "bunter Abend"

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Die Märchenparodie vom gefährlichen "inneren Schweinewolf", der die Gymnasiasten vom Lernen abhält, entstand als Projektarbeit.

Gars - Als "Kleinkunstabend" hatte die Q12 des Gymnasiums Gars ihre Veranstaltung auf den Werbeplakaten bezeichnet. In den Projektseminaren, einer der Neuerungen des G8, war dieser Abend entstanden.

Im Fach Französisch war es die Übersetzung und Publikation eines französischen Jugendbuchs wie "Lullaby" von Le Clézio, das in einer kleinen zweisprachigen Lesung vorgestellt wurde. Oder im Fach Deutsch ( die Inszenierung einer Märchenparodie, wie sie das Theaterprojekt auf die Bühne brachte.

Dabei wurden eine unbedarfte Kultusministerin (Helena Windhör) ebenso aufs Korn genommen wie der Motivationstrainer (Adrian Manea), der mit seinem vordergründigen Aktionismus niemanden motiviert. Im Mittelpunkt stand aber nicht die bissige Satire, sondern der harmlose Spaß. So mutierte der böse Wolf, der im Wald auf Rotkäppchen lauerte, zum für angehende Abiturienten ungleich gefährlicheren "inneren Schweinewolf" (gespielt von Isabel Bederna), der es mit allen Mitteln vom Mathelernen abhalten will, was bei den Zuschauern zum Lacherfolg wurde, konnte sich doch jeder nur zu gut an eigene Begegnungen mit diesem Untier erinnern. Rotkäppchen (Christina Schmid) blieb aber immerhin standhaft und fand den Weg zur wunderbar witzigen Großmutter (Lisa Eigelsperger), die mit Stricknadeln mathematische Probleme illustrierte.

Dazwischen gab es Musik zwischen Barock und klassischer Moderne. Thomas Schubeck gab Bachs Präludium und Fuge in G-Dur an der Orgel, Sandra Kornmüller (Violine), Franziska Stimmer (Querflöte) und Marie-Christine Moser (Cello) beeindruckten mit einer intensiven Interpretation von Haydns Londoner Trio I. Eine packende und gekonnte Auseinandersetzung mit Benjamin Brittens Metamorphosen bot Brigit Wimmer an der Oboe. Für beschwingten Anfangs- und Schlussakkord sorgte das Jazz-Quartett mit Ludwig Lamprecht an der Trompete, Michael Eberl an der Tuba, Michael Gäßl am Saxophon und Joris Wiethase an der Gitarre.

Zwei ganz andere Arten von Virtuosität boten Andrea Brunner mit ihrem ebenso bezaubernden wie technisch perfekten Bauchtanz und Florentina Liefeith, die sich einmal mehr als Meisterin im Umgang mit der Sprache erwies: Sie analysierte einen Supermarkt-Werbezettel wie ein Gemälde und provozierte heftigste Lachsalven, indem sie die hochtrabende Sprache der Kunstgeschichte und -kritik auf das banale Werbeblättchen anwandte. Eine Mädchen-Gruppe um Sabrina Rammelsberger schließlich nahm sich in einem Sprechgesang typisch weiblicher Eigenheiten an. re

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