Gasse nach Gerichtsstreit wieder offen

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Die Tore unten und oben können von Fußgängern wieder geöffnet werden.

Haag - Das sogenannte Hartmann-Gässchen ist wieder frei passierbar. Die Gemeinde erhielt im Streit vor Gericht gegen den Anlieger, der es gesperrt hatte, Recht.

Das Gässchen, das im Volksmund nach dem einstigen Lager des Kaufhauses Hartmann benannt wird, hatte der Anlieger verschlossen, dessen Haus und Garten direkt an den Weg unterhalb der Kirche grenzt. Der Weg verbindet die Wasserburger Straße mit dem Pettenbeckweg und war und ist Durchgang für die Kirchgänger aus dem Seniorenheim St. Kunigund.

Der Anlieger hatte sein Vorgehen damit begründet, dass er sich von Passanten belästigt fühlte. Er hatte vor über einem Jahr an die Gemeinde den Antrag gestellt, die öffentliche Widmung des Eigentümerwegs aufzuheben. In seinem Garten habe er nicht nur Hunde als ungebetene Gäste gehabt. Besonders schlimm sei es an den Haager Straßenfesten gewesen. Laut Antrag wollte er den Weg künftig selber nutzen, da das Gässchen keine "Verkehrsbedeutung" mehr habe.

Der Gemeinderat stellte damals fest, dass der Durchgang auf diesem privaten Weg für die Haager ein Gewohnheitsrecht sei und dass ihn heute noch ältere Bürgern aus dem Seniorenheim gerne nutzen. Deshalb habe man ihn im Jahr 1962 für die Öffentlichkeit gewidmet. Eine früher schon einmal bestehende Verschließung des Gässchens habe wieder aufgehoben werden müssen. Man habe klar machen können, dass es sich um einen öffentlichen "Fuß- und Kirchenweg" handle.

Nach vergeblicher Aufforderung, das oben und unten verschlossene Gässchen wieder zu öffnen, folgte der Gang vor das Gericht. Der Anwalt der Gemeinde sprach nun von einem "Erfolg auf der ganzen Linie für die Gemeinde". Das Gericht habe eindeutig die Sichtweise des Marktes Haag als die richtige anerkannt. Die Widmung in den 1960er-Jahren als öffentlicher Weg, damals noch beim Amtsgericht Wasserburg, war inhaltlich und formal korrekt. Ferner zeigten die Unterschriftensammlung und zwei Briefe an die Gemeinde mit Beschwerden zur Schließung, dass das Hartmann-Gässchen seine Bedeutung als Verbindung von der Wasserburger Straße zur Kirche nicht verloren hat.

Jetzt ist das Gässchen wieder passierbar. Das obere Tor lässt sich durch einfaches Drücken öffnen, das stellten jetzt Zweiter und Dritter Bürgermeister Dr.Winfried Weiß und Egon Barlag fest, als sie sich dass Gässchen jetzt anschauten.

xy/Wasserburger-Zeitung

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